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Predigten zu Römer 8,5

"Denn die, welche nach dem Fleische sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber, welche nach dem Geiste sind, auf das, was des Geistes ist."

Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Ein jedes unter uns hat seine Lieblingssünde, und nach diesen Lieblingssünden gestalten sich die Bilder und Phantasien, mit welchen wir am meisten umgehen, an welchen unser Herz am meisten Freude findet. Ein geiler Mensch hat geile, schändliche Bilder und Vorstellungen in seiner Seele, und kann auch durch sich selber immer wieder neue Bilder dieser Art in sich erwecken und zu seiner schändlichen Ergötzung schaffen; ein Geiziger hat Bilder vom Haben, Besitzen, Gewinnen, Erwerben, Erben, Reichwerden; eines jeden Einbildungskraft ist geschäftig nach seiner Hauptleidenschaft. In unbewachten Augenblicken kommt unser armes Herz gern in Träumereien hinein, die sich auf unsere Lieblingssünden beziehen; da kann man so dasitzen und sich in ganze Sündenfelder hineinträumen, und das Herz weidet sich darin und ist ihm wohl darin, wenn es nichts von etwas Besserem, vom Hei- land, weiß und erfährt. Wie nun von Natur in uns sich Sündenbilder erzeugen, so muß das Bild Christi in uns lebendig werden: er muß eine Gestalt gewinnen in uns; er muß uns zum Hauptgegenstand der Sehnsucht unseres Herzens, zum einzigen Lieblingsbilde werden, das uns überall begleitet, außer welchem die Seele keine Ruhe, keinen Genuß hat, auf welche sie jedesmal wieder zurückkommt, wenn sie sich verirrt hat, wo sie alle Freude, alle Nahrung findet. Das heißt Christum sehen, und darin besteht eben die neutestamentliche Seligkeit, die wir hienieden im Lande des Glaubens genießen können. Christus, das Lamm Gottes, muß in das Herz, vor die Augen des Geistes, sein Geist muß ihn verklären unserem Geist; sonst lieben wir ihn gewiß nicht; wer ihn aber nicht liebt, der ist auch sein Jünger nicht. Ist es so bei uns? Sehen wir ihn?

Ach du hast für uns gelitten, wolltest all dein Blut ausschütten, hast vom Tod uns losgestritten und zur Gottesschau gebracht. Milder Jesu, laß mir's glücken! Laß mich deine Füll erquicken; laß mich dich im Geist erblicken, Herr, in deiner Glorie!

Wo ich lebe auf der Erde, such ich dich, du Hirt der Herde; fröhlich, wenn ich finden werde, selig, wenn ich dich erhalte.