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Predigten zu Sacharja 3,5

"Und ich sprach: Man setze einen reinen Kopfbund auf sein Haupt. Und sie setzten den reinen Kopfbund auf sein Haupt und zogen ihm Kleider an; und der Engel Jehovas stand dabei."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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„Er stand da." Man muß dies Wort ein klein wenig anders übersetzen, um seine Bedeutung ganz zu verstehen. Das Wort, das hier im Hebräischen steht — in dieser Sprache ist ja das Alte Testament geschrieben — kann auch heißen: „Er stand auf." Wer stand auf? — Christus! Und wovon stand Er auf? — Vom Richtstuhl! Das heißt ja, daß das Gericht zu Ende ist. Nun kann der angeklagte Josua fröhlich von dannen gehen. Er ist freigesprochen. Das Gesetz und der Richter haben nichts mehr gegen ihn. Und auch der Kläger, der Satan, muß abziehen. Und das ist seltsam. Denn die Anklagen Satans waren doch so berechtigt und wohlbegründet. Und Josua konnte auf alle Anklagen nichts antworten.

Aber nun ist der Richter aufgestanden. Das Gericht ist zu Ende. Und Satan muß sogar zugeben, daß der Hohepriester Josua jetzt fleckenlos und ohne Tadel dasteht. Ja, wie ging das zu? Das ging so zu, daß der Richter die Sache des Angeklagten zu seiner eigenen machte. So ist es mit der Rechtfertigung des Sünders, die uns im Evangelium verkündigt und die im Glauben ergriffen wird. Da steht man vor dem ewigen Richter und weiß „auf tausend nicht eins zu antworten".

Aber dann stellt es sich heraus, daß der Richter unsere Sache zu der Seinigen macht. Er sagt: „Ich habe deine Sünde von dir genommen." Er kleidet uns in Seine Gerechtigkeit wie in ein Gewand. Nun ist das Gericht aus und zu Ende. Und Satan darf nichts mehr finden an den durch Christus Gerechtfertigten. Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Nun, es gibt ja mancherlei Arten von Männerhüten: steife Filzhüte und Schlapphüte, Strohhüte und Mützen und Kappen. Und es ist schließlich gleichgültig, was für einen Hut einer trägt. Auf den Kopf kommt's an unter dem Hut.

Aber hier war es anders. Bei dem Mann, um den es sich hier handelt, war es nicht gleichgültig, welche Kopfbedeckung er trug. Er war der Hohepriester in der Gemeinde des Herrn. Und dessen Kopfbedeckung hatte der Herr in 2. Mose 28, 36 genau vorgeschrieben: „Du sollst auch ein Stirnblatt machen von feinem Golde und darauf ausgraben, wie man die Siegel ausgräbt: Heilig dem Herrn ! Und sollst's heften an eine blaue Schnur vorn an den Hut, auf der Stirn des Hohenpriesters..." Und seht, diese Kopfbedeckung trug Josua nicht mehr. Man sah nicht mehr die blaue Himmelsfarbe, nicht mehr den Glanz des Goldes und nicht mehr das »Heilig dem Herrn*. Das war ein Abbild von Josuas Zustand vor Gott. Aber nun hat Josua vor Gericht gestanden. Nun ist er gerechtfertigt, weil der Richter Josuas verlorene Sache zu der Seinen machte. Nun ist Josua aus Gnaden freigesprochen. Er ist in die Gerechtigkeit Christi gekleidet und hat Vergebung der Sünden erlangt.

Und da wird ihm — es ist wie eine Versiegelung — ein reiner Hut auf das Haupt gesetzt. Nun sieht jeder über seiner Stirn das »Heilig dem Herrn ' leuchten. Das aber ist uns zum Vorbild geschehen. "Wer gerechtfertigt ist durch Jesus, der ist »heilig dem Herrn', der gehört nicht mehr der Welt oder der Sünde oder sich selbst, sondern dem Herrn. Luther sagt: „Jesus Christus hat mich erlöst... auf daß ich sein eigen sei." Amen.