Christliche Liederdatenbank    

Der Tag ist hin; mein Jesus, bei mir bleibe

1) Der Tag ist hin. Mein Jesu, bei mir bleibe!
O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe!
Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit;
erleuchte mich, ach Herr; denn es ist Zeit!

2) Lob, Preis und Dank sei Dir, mein Gott, gesungen;
Dir sei dir Ehr, dass alles wohl gelungen
nach deinem Rat, ob ich's gleich nicht versteh;
Du bist gerecht, es gehe, wie es geh.

3) Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen;
Welt, Teufel, Sünd hat mich von Dir gerissen.
Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein;
da ist die Hand: Du mein, und ich bin Dein!

4) Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen:
ach, lass die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen;
o Lebenssonn, erquicke meinen Sinn!
Dich lass ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin.

Zwischen Anspielungen an Psalmverse (so Psalm 121 zu Beginn von Strophe 4) und Strophen aus den alten Abendhymnen bestimmt vor allem der Ausdruck einer nahen und persönlichen Beziehung des Beters zu Jesus dieses Lied. Es greift mystische Sprachtradition auf, etwa am Ende von Strophe 3, lebt das Gewicht jedoch auf die Sündenvergebung, durch welche die Distanz zwischen Gott und Mensch überwunden wird. Die Melodie ist übernommen aus dem Genfer Psalter; dort steht sie bei Psalm 8 (RG 7). (Andreas Marti)

Den Liedtext und Noten findet man in folgenden Liederbüchern:

  Cover Nummer Noten
Evangelisch-reformiertes Gesangbuch (RG) 596 Bestellen