Herr, nun selbst den Wagen halt    

1) Herr, nun selbst den Wagen halt!
Bald abseit geht sonst die Fahrt;
das brächt Freud dem Widerpart,
der dich veracht so freventlich.

2) Gott, erhöh deins Namens Ehr;
wehr und straf der Bösen Grimm;
weck die Schaf mit deiner Stimm,
die dich lieb haben inniglich.

3) Hilf, dass alle Bitterkeit
scheid, o Herr, und alte Treu
wiederkehr und werde neu,
dass wir ewig lobsingen dir.

Dass Zwinglis „Kappeler Lied“, das durchaus politisch gemeinte Bittlied um eine Erneuerung des Gemeinwesens, im Zusammenhang mit dem Kappeler Krieg 1529 entstanden ist, wie es die Überlieferung will, ist unwahrscheinlich – vielleicht ist es da aber gesungen wurden, und zwar wohl mit der heutigen Melodie, der einfacheren von zwei überlieferten Melodien. Sicher ist aber der kunstvolle Bau des Gedichts: das „Akrostichon“ (die ersten Wörter jeder Strophe ergeben zusammen das Stoßgebet „Herr Gott hilf“), das Spiel mit den unterschiedlichen Zeilenlängen und der Reim vom Schluss der ersten auf den Anfang der zweiten Zeile. Zwingli hat sein Gedicht in der damaligen alemannischen Schriftsprache verfasst; unsere neuhochdeutsche Fassung stammt aus der Straßburger liturgischen Erneuerungsbewegung um 1900, die sich intensiv mit dem süddeutsch-schweizerischen Erbe der Reformation befasst hat. (Andreas Marti)

Text: (1525), (1897)
Melodie: (1529)
CCLI-Nr.: 5219135
Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Herr,_nun_selbst_den_Wagen_halt

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