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Predigten zu 1. Korinther 11,24

"und als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Solches tut zu meinem Gedächtnis."

Es scheint hieraus beinahe, als ob Christen könnten Christum vergessen! Es wäre ja diese liebevolle Ermahnung nicht vonnöten gewesen, wenn nicht die schreckliche Voraussetzung vorhanden wäre, dass unser Gedächtnis uns untreu werden könnte. Und das ist keine grundlose Voraussetzung; sie ist, leider! in unsrer Erfahrung zu tief begründet, nicht als eine Möglichkeit, sondern als eine beklagenswerte Wirklichkeit. Es scheint beinahe unmöglich, dass diejenigen, die versöhnt worden sind durch das Blut des geschlachteten Lammes, und geliebt mit einer ewigen Liebe vom Sohne Gottes, sollten ihren gnädigen Heiland vergessen können; aber, wie befremdend es auch dem Ohre klingt, so fällt es, ach! zu deutlich in die Augen, als dass wir uns erlauben könnten, das Verbrechen abzuleugnen. "Wie könnt' ich sein vergessen, Der mein noch nie vergass!" Ihn vergessen, der sein teures Blut für unsre Sünden vergoss! Ihn vergessen, der uns liebte bis in den Tod! Wär's möglich? Ja, es ist nicht nur möglich, sondern das Gewissen bekennt, wie es bei uns allen ein allzutrauriger Fehler ist, dass wir Ihn wie einen fremden Wanderer nur gelegentlich einmal bei uns übernachten lassen. Er, den wir zum bleibenden Inwohner unsres Gedächtnisses machen sollten, ist nur ein flüchtiger Besucher darin. Das Kreuz, bei dem das Gedächtnis aller Wahrscheinlichkeit nach verweilen müsste, und wo die Gleichgüligkeit ein unbekannter Fremdling bleiben sollte, wird entweiht von den Fußtritten undankbarer Vergesslichkeit. Bezeugt euch nicht euer Gewissen, dass dem also ist? Müsst ihr nicht bekennen, dass ihr Jesum oft vergesst? Manches Geschöpf stiehlt euch das Herz, und ihr seid Dessen uneingedenk, auf den all eure Zärtlichkeit gerichtet sein sollte. Die oder jene irdische Beschäftigung nimmt eure Gedanken in Anspruch, wo ihr eure Augen unverwandt solltet aufs Kreuz lassen gerichtet sein. Es ist das unablässige Weltgetümmel, die beständige Aufmerksamkeit aufs Vergängliche, was die Seele von Christo abzieht. Während das Gedächtnis nur allzuwillig ein giftiges Unkraut beherbergt, lässt es die Rose von Saron verwelken. Wir wollen es uns zur Pflicht machen, ein himmlisches Vergissmeinnicht für Jesum, unsern Freund, auf unsre Herzen zu heften, und was wir auch sonst fahren lassen: Ihn wollen wir festhalten.


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Dies ist mein Leib, der für euch ist."

Amy Carmichael führt vier Dinge an, die in der Bibel zerbrochen werden und eine ganz bestimmte Wirkung haben:

Zerbrochene Krüge (s. Richter 7,19.20) - und das Licht darin schien hell auf. Ein zerbrochenes Fläschchen (Markus 14,3) - und das kostbare Salböl wurde ausgegossen. Fünf gebrochene Brote (Matthäus 14,19) - und die Hungrigen wurden satt. Ein gebrochener Leib (1. Korinther 11,24) - und die Welt wurde erlöst.

Nun haben wir das Vorrecht, noch ein fünftes dieser Reihe hinzuzufügen, nämlich unseren zerbrochenen Willen, und das Ergebnis wird ein Leben sein, das von Frieden und Erfüllung durchflutet ist.

Viele, die zum Kreuz gekommen sind, um dort ihr Heil zu suchen, waren noch nie da, um auch ihren Willen zerbrechen zu lassen. Sie mögen vielleicht eine sanfte, milde Art haben; sie reden möglicherweise immer nur im Flüsterton; sie machen nach außen hin vielleicht einen sehr frommen Eindruck; und doch können sie einen eisernen Willen haben, der sie von dem Besten, was Gott uns im Leben schenken kann, noch trennt.

Manchmal geschieht etwas Ähnliches mit jungen Leuten, die ineinander verliebt sind und unbedingt heiraten wollen. Eltern und Freunde, die aus ihrer Reife und Weisheit heraus urteilen, können schon absehen, dass das nie gut gehen kann. Doch das halsstarrige junge Paar lehnt jeden Ratschlag ab, den es nicht hören will. Und derselbe unbeugsame Wille, der sie erst zum Traualtar geführt hat, bringt sie schon bald vor den Scheidungsrichter.

Wir haben das auch schon bei Christen beobachtet, die entschlossen waren, in einen bestimmten Geschäftszweig einzusteigen, obwohl sie offenbar keine Erfahrungen darin und auch nicht das nötige Wissen dazu hatten. Gegen den Rat von verständigen Bekannten stecken sie dann ihr eigenes Geld und oft auch noch das, was sie von wohlmeinenden Freunden geliehen haben, in diese Sache. Und das Unvermeidliche passiert: Das Geschäft schlägt fehl, und die Gläubiger schreiten ein, um wenigstens die Scherben noch aufzusammeln.

Es kommt auch vor, dass die verheerenden Auswirkungen eines ungebrochenen Willens im christlichen Dienst sichtbar werden. So reist ein Mann mit seiner Familie in ein Missionsgebiet aus, nur um schon ein Jahr später wieder zurückzukehren, was große Kosten für die außendende Gemeinde verursacht. Da werden erhebliche Geldmittel gutgläubiger Christen dazu verwendet, ein Projekt zu finanzieren, das die Erfindung von Menschen war, aber nicht die Idee Gottes, ein Plan, der sich als völlig unergiebig herausstellt. Es verursacht Zank und Verdruss, weil ein Mensch sich weigert, mit anderen gedeihlich zusammenzuarbeiten; er will unbedingt seinen eigenen Willen durchsetzen.

Wir alle haben es nötig, dass wir zerbrochen werden, dass wir all unsere Hartnäckigkeit, unseren Starrsinn, unseren Eigenwillen nehmen und ihn am Fuß des Kreuzes niederlegen. Dieser eiserne Wille muss auf dem Altar geopfert werden. Wir müssen alle mit Amy Carmichael sagen:

Du wurdest, o mein großer Herr, für mich zerbrochen, Lass mich durch deine Liebe auch zerbrochen sein.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches tut, so oft ihr es trinket zu meinem Gedächtnis.

Durch den Genuss des heiligen Abendmahls verkündigt der gläubige Christ den Tod des Herrn; er bekennt vor Gott und seiner Gemeinde, dass er in Jesu Versöhnungstod sein Heil gefunden habe; er bekennt sich zu dem, der ihn mit seinem Blut erkauft hat, und weiht ihm sein Leben aufs Neue, als sein ewiges Eigentum. Doch ist nicht das, was ich bei dem Genuss des heiligen Abendmahles tue die Hauptsache, sondern was der Herr tut, was er mir schenkt. Viele Christen meinen, dass das Höchste, was uns der Herr in seinem Mahle schenke, sei Versicherung der Vergebung der Sünden. Haben wir diese Anschauung, so entleeren wir das Sakrament seines höchsten Inhalts. Der Herr hat das heilige Abendmahl eingesetzt für seine Gemeine; sie ist seine Gemeine, weil sie Vergebung der Sünden hat. Damit soll keineswegs gesagt sein, dass nicht schon Unzählige im Genuss des heiligen Abendmahls Vergebung der Sünden gefunden haben und finden werden; aber der Herr schenkt mehr; wir genießen seinen Leib und sein Blut; er speist und tränkt uns zum ewigen Leben; er vereinigt uns auf das innigste mit ihm und vereinigt uns unter einander zu einem Leib, zu einer heiligen Gemeine, deren Leben er ist. Er, der Gekreuzigte, Auferstandene und verklärte Heiland teilt uns sein Auferstehungsleben mit und bereitet uns, wie schon die alte Kirche lehrte, vor, auf den Tag der Auferstehung. Darum komme zu seinem Mahl mit innigem Verlangen, nicht mit gesetzlicher Angst.

Herr, ich danke Dir für allen Segen, den Du mir schon in Deinem Mahle geschenkt hast. Lehre mich immer tiefer hineinschauen in das Geheimnis Deiner Liebe. Amen