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Predigten zu 2. Könige 5,18

"In diesem Stücke wolle Jehova deinem Knechte vergeben: Wenn mein Herr in das Haus Rimmons geht, um sich daselbst niederzubeugen, - denn er lehnt sich auf meine Hand, und ich beuge mich nieder im Hause Rimmons - ja, wenn ich mich niederbeuge im Hause Rimmons, so möge doch Jehova deinem Knechte in diesem Stücke vergeben!"

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Nur das wolle Jehova deinem Knechte zugute halten: wenn mein Herr in das Haus Rimmons geht, daselbst anzubeten, und er sich auf meine Hand lehnt und ich in dem Hause Rimmons niederfalle, so wolle Jehova dieses mein Niederknien im Hause Rimmons deinem Knechte aus diesem Grunde vergeben! Er sprach zu ihm: Geh' hin in Frieden!" 2.Kön. 5,18-19

Die Antwort, die Elisa dem Naeman gab, zeigt uns den Gottesknecht auch hier in seiner wahren Seelengrösse. Er überschüttete das zur Erkenntnis und Gemeinschaft des lebendigen Gottes hindurchgedrungene Leben nicht mit israelitischen Kultus- und Opferregeln, sondern sprach zu ihm das große Wort: "Gehe hin in Frieden!"

Das Wort Schalom, mit dem der Prophet den Syrer entließ, besagte jedoch weit mehr als unser Wort Friede zum Ausdruck bringt. In dem hebräischen Ausdruck wird das ganze Wohlergehen an Leib und Seele wiedergegeben, das ganze Heil zusammengefasst, das allen Mangel und jede Not ausschließt. In diesem Heile seines Gottes sollte Naeman seine Straße ziehen. Er sollte sich sein Glück und seine Freude nicht durch die Sorge trüben lassen, wie er sich durch neue Formen von Kultübungen die Gunst des anerkannten lebendigen Gottes würde erhalten können. Denn wahre Gottesgemeinschaft soll die Seele nicht in eine neue Form von Furcht und Knechtschaft bringen, sondern sie die Luft eines für die Freiheit des Geistes berufenen Kind es im Vaterhaus atmen lassen. Elisa belastete daher das junge zarte Gewissen nicht mit einer Menge religiöser Verordnungen. Er entlastete es vielmehr von seiner Furcht. Er stellte es von vornherein auf den Boden, wo man lernt, von Gott sich von Fall zu Fall den Weg zeigen zu lassen, den man ohne Beschwerung seines Gewissens gehen kann.

Das ist bezeichnend für den Dienst wirklich großer Seelen im Reich Gottes. Sie binden nicht, sondern lösen und machen das Leben des Nächsten frei für einen unmittelbaren Verkehr mit Gott. Selbst abhängig von Gott, führen sie auch ihre Brüder in dieselbe Abhängigkeit. Sie sehen ihre Bewahrung und Leitung weniger in den Mitteln, die Gott braucht, sie finden sie vielmehr in Gott, der die Mittel wählt. Daher gibt es für sie keine höhere Garantie für alle Zukunft, als den unmittelbaren Verkehr der Seele mit Gott. Auf diesen verwies auch Elisa den Naeman, als er ihm das große Wort sagte: "Ziehe hin in Frieden!" War Gott groß genug gewesen, ihn zu retten, Er wird auch groß genug sein, ihn zu bewahren.