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Predigten zu 2. Könige 5,5

"Da sprach der König von Syrien: Geh, ziehe hin, und ich will an den König von Israel einen Brief senden. Und er ging hin und nahm mit sich zehn Talente Silber und sechstausend Sekel Gold und zehn Wechselkleider."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Naeman, — sollen wir dich beneiden oder bedauern? Du bist so reich, so unvorstellbar reich! Und doch — so arm! So arm bist du, du aussätziger Mann. Du bist so mächtig, du stolzer, ruhmgekrönter Feldhauptmann. Und doch — so ohnmächtig bist du deiner eigenen Not gegenüber. Du prunkst so großartig daher. Und doch — wer dir ins Gesicht sieht, findet hier das Siegel des Todes, der dich gezeichnet hat.

Naeman! Du bist so recht das Urbild eines Menschen ohne den Heiland. — Aber es ist noch gar nicht alles von dir gesagt, Naeman! Du dünkst dich so klug. Und doch — du bist ein großer Tor! Du glaubst das nicht? Wir wollen es dir beweisen: Was hast du denn dahinten auf deinem Gepäckwagen? Zehn Zentner Silber! Sechstausend Goldgulden! Zehn Feierkleider! Was willst du denn damit? Oh, wir wissen es: Du willst dir mit diesen Schätzen die Hilfe des lebendigen Gottes erkaufen. Du törichter Naeman! Du kennst Gott nicht. Du weißt nicht, daß Er sagt: „Die ganze Erde ist mein." Was soll Ihm da dein Gold und Silber? Aber Naeman, du bist nicht allein in dieser Torheit. So denkt der Mensch immer: „Ich muß Gott etwas geben, dann ist Er mir gnädig." Und wie du deine Schätze, so schleppt er seine Verdienste herbei und seine Tugenden. Und nun meint er, es müsse ihm gelingen bei Gott. Nein, Naeman! Gott läßt sich nichts „abkaufen". Bei Ihm geht alles nur durch Gnade. Ist das deinem stolzen Sinn zuwider, mußt du ungetröstet wieder abziehen. Bei Ihm heißt es: „Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommet h e r . . . und kauft ohne Geld und umsonst" (Jes. 55,1). Amen.