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Predigten zu 2. Korinther 13,5

"so prüfet euch selbst, ob ihr im Glauben seid, untersuchet euch selbst; oder erkennet ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? es sei denn, dass ihr etwa unbewährt seid."

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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GEISTLICHE SELBSTPRÜFUNG

Viele Menschen, die vorgeben, Christen zu sein, gehen durchs Leben mit einer Haltung der Gleichgültigkeit gegenüber ihren Sünden. Doch der Herr fordert uns auf, uns jedes Mal zu prüfen, wenn wir zum Tisch des Herrn kommen (1Kor 11,28). Der Apostel Paulus ermahnte die Gemeinde in Korinth: „Prüft euch, ob ihr im Glauben seid, untersucht euch“ (2Kor 13,5). Wenn du das regelmäßig und mit der richtigen inneren Einstellung tust, kannst du deine Motivation und dein Verlangen, Gott zu gefallen, immer wieder neu auf ihn ausrichten, auch wenn du seinem Maßstab oft nicht gerecht wirst (s. Röm 7,14-25).


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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»Denn ihr seid gestorben,...« sagt der Apostel (Kol 3,3). Dies ist so eigentlich der hochzeitliche Schmuck der Gäste, daß man durch den Glauben der Rechte des Todes Jesu teilhaftig wird und erfährt, man sei mit Christo gestorben, von allen Ansprüchen und Folgen der Sünde losgekauft. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.

So heißt es in jenem Lied, und damit ist eben das hochzeitliche Kleid beschrieben. Aber dieser herrliche und kostbare Schmuck darf doch nicht über den befleckten Rock des Fleisches hineingezogen werden. »So tötet nun« - heißt es im nämlichen Kapitel des Briefes an die Kolosser - »die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit« usw. Das gehört auch zum rechten Anziehen des Schmucks, der Christi Blut und Gerechtigkeit heißt, daß man beflissen ist, im Licht Gottes den alten Menschen je mehr und mehr zu erkennen und abzulegen, und in das Ebenbild des Sohnes Gottes erneuert, gereinigt zu werden, wie er rein ist, so zu werden auf dieser Welt, wie er war. Anders ist keine Gemeinschaft des Todes und der Auferstehung Jesu Christi denkbar. O, da hat man viel zu flehen um Licht und Kraft von oben; da hat man sich oft in das Licht jenes Tages hineinzustellen und zu untersuchen, ob man auch dort werde bestehen können, ob der Grund, den man in sich trägt, auch werde die prüfenden, feuerflammenden Augen des Königs aushalten können; da kann man sich nicht zufrieden geben mit einem oberflächlichen Trost aus dem Evangelium, sondern man trägt es darauf an, aller von Christo den Sündern erworbenen Rechte, des ganzen Jesus teilhaft und ein ganzes Gefäß der Gnade zu werden. Dies geht durch manchen Seufzer, durch manche Entbehrung, Demütigung und Schmerz, aber auch durch manche wesentliche Erquickung, mit einem Wort: dies ist der schmale Weg, der zum Leben führt.

Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein, richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege! Amen.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Keine leeren Aufforderungen!

Von der Kanzel aus über das »tiefere Leben« des Christen zu predigen führt nicht automatisch zu einem tieferen Gemeindeleben. Männer und Frauen dazu zu bringen, an »das tiefere Christenleben« zu glauben, bringt nicht die Gewähr mit sich, dass ihre Gemeinschaft tatsächlich ein tieferes Gemeindeleben bekommen wird. Das tiefere geistliche Leben, das sich viele Christen wünschen, ist keine Botschaft, ist nicht der Inhalt einer Predigt oder eines Aufrufs.

Ich bin Pastor, und ich meine, meine Hauptaufgabe ist es, die Wahrheit zu sagen. Es ist wahr, dass es nun an der Zeit ist, Gemeindeversammlungen nicht länger zu verhätscheln und zu entschuldigen, die aufgerufen sind, Gemeinden mit tieferem geistlichen Leben zu sein. Das tiefere geistliche Leben sollte nicht nur Gesprächsthema sein - es ist ein stilles Sich-Freuen am Segen, am Frieden und am Sieg, das Tag für Tag gelebt wird, und zwar weit über alle leeren Aufforderungen hinaus und ohne zweifelhafte Begleitumstände!


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid: prüfet euch selbst!

So gewiss der Glaube innerlich und so gewiss er geheim ist, so gewiss tritt er auch hervor in Kraft. Von einem gläubigen Menschen geht auf alle, die mit ihm verkehren, eine geheime Beeinflussung aus. Man weiß sich in seiner Nähe geborgen, er hat den Kampf durchlitten und überwunden, er ist durch Sündentiefen gegangen und hat Vergebung erlangt, er ist in der Irre gewesen und hat den Weg gefunden. Von einem solchen Menschen, er heiße wie er wolle, geht eine Kräftigung aus. Man weiß, er versteht den Kampf, kennt die Waffen und hat den Sieg errungen. Der Glaube muss andere stärken können, sonst ist er tot. Erkenntnis lässt den Nächsten kalt, Systeme bieten ihm keine Förderung, alles, was äußerlich und verständnismäßig angeeignet ist, wirkt auf den Suchenden, Fragenden, Kämpfenden so kühl, so fremd, so hart, aber aus dem Leben heraus ersprießt das Leben, und das Erkämpfte allein hat kräftigenden Wert.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid, prüfet euch selbst.

Bei den verschiedenen Schäden, die in der korinthischen Gemeinde hervortraten, war eine Aufforderung zur Selbstprüfung und besonders zur Prüfung des persönlichen Glaubensstandes sehr nötig. Es handelte sich dort um die Fragen: soll Christus dem Glauben alles sein, oder soll Apollo und andere neben Christo stehen? Soll das heilige Vorbild eines Paulus in der Gemeinde maßgebend sein, oder dürfen allerlei Sünden geduldet werden? Nach diesen Gesichtspunkten ist Selbstprüfung und Glaubensprüfung immer nötig. Hänge ich mit meinem Glauben ganz an meinem Heiland? Vertraue ich ihm in allen Dingen, für alle meine Bedürfnisse? Oder hänge ich auch noch an Menschen, so dass ich bei ihnen suche, was Christus allein geben kann? Es ist ein köstlich Ding, wenn unser Glaubensblick soweit klar geworden ist, dass er auf Jesum, auf Jesum allein gerichtet ist und wir uns mit allen, auch den höchsten Anliegen an ihn halten. Wie unumgänglich nötig ist es, dass unser Auge auch bei der Bitte um den heiligen Geist ganz auf den Herrn Jesum gerichtet ist und bleibt. Wo anders sollen wir stehen auch mit dieser Bitte, als auf Golgatha. Dort sind wir versöhnt worden mit dem Vater; dort ist uns der Weg zum Heiligtum wieder eröffnet worden, so dass wir ein Gnadenrecht für all unsere Bitten haben. – Und wie wir unsern Glauben prüfen sollen, ob wir für alles dem Herrn vertrauen, so sollen wir auch unsern Wandel prüfen, ob des Herrn und seiner Apostel Vorbild uns allein maßgebend sei. Da macht man große Fehler: wie oft redet man von den Aposteln in den Evangelien, als wären sie maßgebend für unser christliches Leben! Das ist verhängnisvoll. Die Apostel vor Jesu Tod sind nicht unser Vorbild, sondern die Apostel nach Pfingsten, die Apostel, in denen Christus lebte. Wir werden ihnen in soweit nachfolgen können, als auch in uns Christi Geist wohnt. Über diesen Punkt müssen wir völlige Klarheit haben; wie soll er heilige Geist sein Werk an mir vollenden, wenn der Petrus der Evangelien mein Vorbild ist, anstatt der Petrus nach Pfingsten?

Herr! Binde mich ganz an Dich mit völligem Vertrauen, Du mein Leben. Amen