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Predigten zu 2. Mose 14,13

"Und Mose sprach zu dem Volke: Fürchtet euch nicht! stehet und sehet die Rettung Jehovas, die er euch heute schaffen wird; denn die Ägypter, die ihr heute sehet, die werdet ihr hinfort nicht mehr sehen ewiglich."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Stehet still, und sehet zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird."

In diesen Worten ist Gottes Befehl an den Gläubigen enthalten, wenn er in schwere Kämpfe verflochten wird und in außerordentlich schwierige Lagen gerät. Er kann nicht zurück, er kann nicht vorwärts, links und rechts ist er eingeschlossen; was soll er nun machen? Des Meisters Wort an ihn lautet: "Stehe still." Es ist gut für ihn, wenn er in solchen Zeiten nur auf seines Meisters Worte hört, denn es kommen andre und schlimme Ratgeber genug mit ihren eiteln Anschlägen. Die Verzweiflung flüstert ihm zu: "Leg' dich hin und stirb; gib alles verloren." Aber Gott will, dass wir fröhlichen Mut fassen, und uns auch in den schlimmsten Zeiten seiner Liebe und Treue freuen. Die Feigheit redet uns ein: "Kehre um; du kannst doch dein Glaubensleben nicht durchführen, es fällt dir zu schwer." Aber wie sehr auch der Satan dich mit seinem fluchwürdigen Beginnen in die Enge treibt, so kannst du ihm doch nicht folgen, wenn du ein wahres Gotteskind bist. Deines Gottes göttliches "Werde" heißt dich täglich zunehmen in seiner Kraft, und du erhältst auch einen Sieg nach dem andern, und weder Tod noch Hölle darf dich von deinem Siegeslauf abwendig machen. Und ob du auch eine kleine Weile berufen wirst stille zu stehen, so geschieht dies nur, damit du gestärkt und mit neuen Kräften ausgerüstet werdest, auf dass du seiner Zeit aufs neue siegreich fortfahrest in deinem Lauf. Die Übereilung ruft dir zu: "Tue doch etwas. Nimm einen rechten Anlauf; stille stehen und warten ist ein unnützer Verlust." Wir müssen einmal etwas tun, und wir müssen die Hand regen, meinen wir; statt dass wir auf den Herrn sehen, der nicht nur etwas, sondern der alles tun will. Die eitle Einbildung prahlt: "Wenn das Meer vor dir ist, so gehe nur mutig hinein, und harre auf das Wunder, das geschehen wird." Aber der Glaube hört weder auf die Einbildung, noch auf die Verzweiflung, weder auf die Feigheit, noch auf die Übereilung, sondern hört auf Gottes Wort und Befehl: "Stehe still;" und bleibt unbeweglich wie ein Fels. "Stehe still;" halte dich aufrecht wie ein Mann, zur Tat bereit, der weiterer Winke gewärtig ist, und geduldig und getrost auf die leitende Stimme achtet; und es geht nicht mehr lange, so wird Gott zu dir sprechen, wie einst Moses sprach zum Volke Israel: "Ziehe weiter."


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Mose sprach zu dem Volk: Fürchtet euch nicht! Haltet stand und seht die Rettung, die der Herr heute für euch wirken wird."

Es ist immer gut, rechts und links hohe Berge zu haben, hinter sich einen Feind und vor sich das Meer, denn dann hat der Glaube Gelegenheit, sich zu entfalten. Eines der großen Hindernisse für den Glauben ist das Nichtvorhandensein von Bedrängnis. Wenn Gott dich mit Bedrängnissen segnet, wird er dich auch mit Glauben segnen, und am besten kann sich der Glaube entfalten, wenn die Not geradezu hoffnungslos ist. Der Glaube, heißt es, kann Berge versetzen. Von Ameisenhaufen ist nicht die Rede! In der Schrift wirst du nirgends einen Bericht finden, der Herr habe leichte Kopfschmerzen geheilt. Nein, er befasst sich mit denjenigen Fällen, die aussichtslos sind. Das Schlimme ist nur, wenn Gott uns eine Gelegenheit gibt, unseren Glauben auch zu betätigen, dann schieben wir sie sehr oft beiseite.

Glauben zu haben hat wenig Sinn, wenn man sich für den Fall, dass Gott doch nicht eingreifen sollte, einen eigenen Ausweg zurechtmacht. Am überzeugendsten kommt der Glaube zur Auswirkung, wenn kein Ausweg vorhanden ist. Deshalb bete furchtlos darum, dass du blockiert wirst wie die Israeliten am Schilfmeer. Wenn dann der Unglaube fragt: "Kann Gott?", darfst du es wagen, in Bekennung deines Glaubens zu versichern: "Ja, er vermag es."


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird. Denn diese Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen ewiglich.

Die Errettung Israels aus Ägypten war eine Tat Gottes, die für das neutestamentliche Bundesvolk in jedem einzelnen Zuge wichtig und lehrreich ist. Der Herr kann Israel nicht auf dem kürzesten Wege nach Kanaan führen, sondern nur auf einem Umwege. Sie wären auf dem direkten Wege bald mit den Philistern zusammen gestoßen und mutlos geworden. So muss Gott seine neutestamentliche Gemeinde auch einen langen Weg führen, entgegen der Zukunft unseres Herrn Jesu Christi, um unseres Unglaubens willen; aber auf diesem langen Wege, auf dem die menschliche Untreue offenbar wird, sieht man Gottes Treue, die sich das Ziel nicht verrücken lässt, nur um so heller glänzen. So auch bei Israel. Der Herr führt sie scheinbar in eine Sackgasse, indem er sie den Weg zum roten Meer führt, um dort seine Macht und Herrlichkeit und Israels Ohnmacht zu offenbaren. Da steht nun das Volk vor dem roten Meer, und hinter ihnen ist Pharaos Heer, das ihnen nachjagt. Israel ist ratlos und voll Furcht. Mose schreit zum Herrn, und im Namen des Herrn darf er das Volk ermuntern: fürchtet euch nicht, stehet fest! Menschlich geredet musste sich Israel fürchten, weil sie vor sich das rote Meer und hinter sich den überlegenen Feind hatten. Aber gerade jetzt galt es, verstehen zu lernen, was Glauben sei. Glauben heißt: absehen von allen uns umgebenden Schwierigkeiten und allein auf den Herrn schauen, dessen Hand nie verkürzt ist. Der Blick auf die uns umgebenden Schwierigkeiten macht das Herz furchtsam und wankend; wir verlieren den Boden unter den Füßen. Der Glaubensblick auf den Herrn, seine Macht, seine Treue, vertreibt die Furcht, macht getrost und fest. Das hat Israel erfahren durch die Vernichtung der Ägypter. Blicken wir auf die Lage der Gemeinde des Herrn in unsern Tagen, so ist viel Ursache zur Furcht. Da erblicken wir viel Schwachheit und Uneinigkeit bei den Besseren; auch noch viel Vertrauen auf menschliches Unterfangen ist da. Andere weichen zurück, und Tausende sind Feinde des Herrn. In dieser traurigen Lage ruft uns der Herr zu: Fürchtet euch nicht, stehet fest! Wie ich Abrahams Samen mit mächtiger Hand errettete, so werde ich euch erretten, ich der Herr!

Ja, Dir sei Dank und Anbetung, dass Deine Gemeine sich an Dich halten darf und auch die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden. Amen