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Predigten zu 2. Mose 20,4

"Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, noch irgend ein Gleichnis dessen, was oben im Himmel und was unten auf der Erde und was in den Wassern unter der Erde ist."

Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen."

Der Herr, der die Macht des Götzendienstes in den umliegenden Völkern kannte, wollte sein Eigentumsvolk davor bewahren, indem er ihm durchaus verbot, ein Abbild seines Gottes zu machen. Wie nötig es war, und wie gerade in diesem Punkte das Volk so furchtbar gesündigt hat, wissen wir aus der ganzen nachherigen Geschichte Israels. Immer und immer wieder fiel es in die schrecklichste Abgötterei, und erst die scharfe Zuchtrute der babylonischen Gefangenschaft hat dazu geholfen, es von dieser Neigung zu befreien.

Was haben wir aus diesem Gebot zu lernen? Klar tönt uns daraus des Heilands eigenes Wort entgegen: Gott ist Geist; und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Gott im Geist anbeten ist: in seine Gegenwart treten und ihn, den Lebendigen, Allwissenden, in unser innerstes Wesen hineinleuchten lassen mit seinem Licht und seiner Wahrheit. Vor ihm zerrinnt Schein und Lüge. Blosses Formenwesen ist kein Gottesdienst.

Manche machen sich in ihrer Phantasie ein Bild und ein Gleichnis eines Gottes, wie er ihnen gefallen würde, aber damit betrügen sie sich selbst. Der Weg zu ihm und zu der wahren Anbetung geht über Golgatha.

Herr, offenbare mir immer deutlicher Dein Wesen und Deine Wahrheit. Mache mich los von allem bloss äußeren Gottesdienst, los von allem Schein.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Sehen wollen wir, sehen! Und es ist eine ungeheuere Anfechtung für uns, dass der Glaube auf das Unsichtbare gehen soll. Das Neue Testament lehrt uns: „Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist." Und: „Wir sehen nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig."

Der Heilige Geist will uns durch das Wort Gottes die Augen öffnen für das Unsichtbare und Ewige. Und selig ist der, der sich die Augen des inwendigen Menschen öffnen lässt, dass er den „lieben lernt, den wir nicht sehen" (1. Petrus 1, 8). Und dass er sich wie Moses „an den hält, den er nicht sieht, als sähe er ihn". Aber da beginnt nun die Anfechtung. Ist es nicht viel einfacher, seinen Glauben auf sichtbare Dinge zu stellen? Ist es nicht viel nahe liegender, sichtbare Dinge und Ereignisse zu seinem Gott zu machen und sich ihnen von ganzem Herzen anzuvertrauen? Ja, ist es nicht viel klüger, weiser und verständiger, mit den sichtbaren Dingen allein zu rechnen?

Es gibt eine Stunde, wo es uns aufgeht, dass solch ein Denken töricht ist Das ist die Stunde unseres Todes. Da schließen sich die Pforten der sichtbaren Welt. Da tun sich die Tore der Ewigkeit auf. Wohl dem, der dann seinen Gott und Heiland kennt und sterbend sprechen kann: „Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde" (Psalm 17, 15). Amen.