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Predigten zu 2. Timotheus 2,8

"Halte im Gedächtnis Jesum Christum, auferweckt aus den Toten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelium,"

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"Halte im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten."

Was man fest im Gedächtnis hat und behält, das ist einem jeden Augenblick gegenwärtig, bereit zum Gebrauch. Dabei braucht es keine auswendig gelernte Sache zu sein, sondern das Gedächtnis ist hier als die immer mit uns gehende Vorratskammer von Gedanken verstanden. Der Braut braucht man das nicht erst groß in die Seele zu binden: Vergiss deinen Bräutigam nicht! Wenn man es müsste, stünde es schlecht um ihre Liebe bestellt. Warum denn die Mahnung, Jesum Christum, der von den Toten auferstanden ist, immer in Gedanken behalten? Vielleicht liegt hier der Nachdruck auf dem Nachsatz: Dass er der Lebendige ist! Wenn man an einen Toten denkt, springt aus solchem Gedenken keine Kraft; höchstens treue Anhänglichkeit, ein längeres Durchwintern von Gefühlen. Aber der Lebendige! Das ist eine Kraftquelle. Bin ich in meinen Gedanken eine Stosskraft, eine treibende, drängende Macht für mein Leben. Werde ich mit solchen Gedanken verzagt, gedrückt, untreu, jämmerlich am Boden liegen bleiben? Oder reißen sie mich empor? Spricht er dann nicht stets zu mir: Ich lebe, und du sollst auch leben mit mir und durch mich?

Seit du mich gelehrt hast, Herr Jesus, an dich als Lebendigen, Gegenwärtigen denken, ward manches in meiner Gedankenwelt anders. Lass das noch stärker, lebendiger, wirksamer werden. Zeige mir, dass du an mich gedenkst. Sei du mit mir! Amen.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Timotheus als Mensch Gottes sollte des eingedenk sein und bleiben. Hatte er es denn vergessen? O gewiss, und die Worte mögen ihm wohl zur rechten Zeit zugekommen sein. Denn in unserm Gedächtnis bleiben Tod und Sünde, Leiden und Gefahr, und hundert Bedenken fleischlicher Überlegung, wie auch des Unmutes und des Unglaubens hängen. Was uns Pein verursacht, was uns Not macht, das beschäftigt uns; aber des Mittels, durch welches wir der Not, der vielfachen Schwachheit und des Unvermögens überhoben werden, bleiben wir nie eingedenk. Darum brachte Paulus seinem Timotheus dieses Mittel, darum den Mittler in Erinnerung; darum bringt auch uns das Wort denselben in Erinnerung. Und was hat dies für eine Wirkung? Wenn wir, die wir geistlich, die wir an Gott gläubig geworden sind, nur an diese Tatsache denken, dass Jesus Christus von den Toten auf erweckt ist, so reizt uns solches Gedenken alsbald zur Liebe und von der Liebe zur Hoffnung und von der Hoffnung zum Glauben.

Das ist also die Frucht, wenn wir dieser Tatsache eingedenk bleiben, dass Gott Jesum von den Toten auferweckt hat: dass wir uns an solche Tatsache, als wahr und gewiss geschehen, halten, das will sagen, dass wir glauben dürfen: wir seien in solcher Auferweckung aus Toten mit ihm auferweckt.

Halt im Gedächtnis Jesum Christ,
der auch am dritten Tage
siegreich vom Tod erstanden ist,
befreit von Not und Plage.
Bedenke, dass er Fried gemacht
und dir das Leben wiederbracht:
dank ihm für diese Liebe.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Was das zerstreute Wesen betrifft, über das man so viele bei sich selbst klagen hört, so liegt die Ursache davon allerdings oft in einem gesetzlichen Wesen, oft aber auch im Mangel an Ernst. Was aber alles dies aufheben kann, das ist nur eines, nämlich, wenn es uns also wird, wie jener Vers sagt: In meines Herzens Grunde dein Nam' und Kreuz allein funkelt all' Zeit und Stunde. Darum sollten wir immer bitten um Verklärung und Offenbarung der Wunden Jesu in unserem Herzen durch den heiligen Geist. Nicht daß ich es schon ergriffen hätte, ich jage ihm aber nach, ob ich's ergreifen möchte, nachdem ich von Christo ergriffen bin. Wo Liebe zum Heilande ist, Liebe aus dem Grunde, daß er uns zuerst geliebt hat, da schafft man sich weder in einen solchen Zauberkreis hinein, noch tritt man heraus, sondern man liebt eben den ungesehenen Freund. Ich möchte keinem raten, wenn er zu diesem Ziele gelangen will, daß er seine Sünden ängstlich aufsucht und dieselben größer sich vormale, als sie ihm scheinen, um der Vergebung teilhaftig zu werden. Der Geist der Wahrheit läßt gewiß nichts dahinten und unentdeckt, auch ohne unser vergebliches Geschäft. Aber das möchte ich jedem raten: Weine, wenn du kannst, so lange um Offenbarung des Jesusnamens in deinem Herzen, der eine ausgeschüttete Narde ist, um Verklärung seiner Versöhnung, bis du etwas spürst, so wirst du ein armer, bußfertiger, begnadigter Liebhaber Jesu werden, ehe du selbst dich dessen versiehst; du wirst dich wundern des, was der Geist der Wahrheit in deinem Herzen ergründen wird.

Eines wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät; selig läßt's im Tränental sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank.


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Hier zeigt der Apostel, daß ein direkter Zusammenhang besteht zwischen seinen Leiden, seinen Ketten, und der Tatsache, daß Gottes Wort nicht gekettet ist, sondern sich ungehindert in der Welt ausbreiten kann. Nicht nur seine Schriften waren von Gott inspiriert, sondern auch sein ganzes Leben, ein Leben, das in bis dahin unbekannten Maß die Gemeinschaft der Leiden Christi kennenlernte. Und seine Leiden standen in direktem Zusammenhang mit der Ausbreitung der göttlichen Botschaft. Er war im Gefängnis mit Ketten gebunden, aber Gottes Wort, das er verkündigt hatte, wurde losgebunden. Gottes Wort wird deshalb in der Welt losgebunden, weil es Menschenleben gibt, die für Christus gebunden, «in Ketten» sind. Wenn es sich nicht verbreitet, gibt es an irgendeiner Stelle Menschen, die sich weigern, von Christus gebunden zu werden.

Sind wir willig, uns selbst zu verleugnen, uns mit den Ketten Christi binden zu lassen? Wenn ja, dann binden wir auf irgendeine Art das Wort Gottes in der Welt los und verbreiten Segen. Wenn wir aber «unsere Freiheit bewahren» wollen, die Freiheit unseres eigenen Lebens, wenn wir vermeiden, Schmach zu tragen und in den Kampf zu ziehen, dann ketten wir das Wort Gottes und verhindern, daß es ausrichtet, wozu Gott es gesandt hat.

In Ketten liegen bedeutet praktisch, daß wir eine Zielscheibe für Angriffe der Feinde des Evangeliums werden, daß wir uns nicht weigern, ganz zu unserem Herrn zu stehen, auch wenn wir Verfolgung leiden müssen. Es bedeutet, daß wir verworfen werden und um unserer Mitmenschen willen alles ertragen.

«Glaubwürdig ist das Wort: Wenn wir mitgestorben sind, so werden wir auch mitleben; wenn wir standhaft ausharren, so werden wir mitherrschen; wenn wir verleugnen, so wird er uns auch verleugnen; wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich selbst nicht verleugnen» (2. Timotheus 2,11-13). Wie weit geht unsere Teilhaberschaft an den Leiden Christi? Wie weit wird unsere Freiheit um Seinetwillen eingeschränkt? Die Märtyrer und treuen Zeugen Jesu Christi ließen sich Ketten anlegen, weil sie wußten, daß sich Gottes Wort infolgedessen immer mehr ausbreitete. Sind wir bereit, ihrem Beispiel zu folgen?


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Halte im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Samen Davids nach meinem Evangelium.

Der Apostel sagte seinem treuen Schüler Timotheus schon im ersten Kapitel: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft. Damit wollte er ihn als jüngeren Arbeiter ermutigen. Im zweiten Kapitel tut er Letzteres noch mehr. Er ermahnt ihn, stark zu sein zum Leiden und Streiten für Christum, und im Zusammenhang damit sagt er ihm: halte im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten. Offenbar sieht der Apostel im beständigen Schauen auf den Auferstandenen eine Quelle der Kraft zum Leiden und Streiten im Dienste des Herrn. Schon die Tatsache, dass wir zu leiden und zu streiten haben, zeigt die Schwierigkeit unserer Stellung an. Es gibt nicht nur im Leben der Diener des Herrn, sondern im Leben jedes einzelnen Christen gar vieles, was entmutigen, herabstimmen und drücken kann, so dass wir nicht stehen können, wenn wir nicht täglich neue Stärkung und Ermunterung erfahren. Vielleicht hat es die heutige christliche Gemeinde zu sehr vergessen, dass wir unsern auferstandenen Heiland nicht hinter den Gekreuzigten zurückstellen dürfen. Durch die Auferstehung des Herrn erhält sein Opfer auf Golgatha das göttliche Siegel. Im auferstandenen Heiland sehen wir lauter Sieg, Sieg für uns. Er hat die Feinde, die unsere Feinde sind, von denen all unsere Leiden und all unsere Kämpfe herkommen, für ewig überwunden. Wir stehen also, sobald uns Jesu Sieg im Glauben eine täglich gegenwärtige Tatsache ist, auf Siegesboden, sowohl in Bezug auf unsere persönlichen Schwierigkeiten, als auf alle die Nöten, durch die die ganze Gemeinde des Herrn noch zu gehen hat. Wenn daher Paulus als ergrauter Streiter Jesu Christi den Timotheus ermahnt: halte im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten, so will er nichts anderes sagen, als: vergiss keine Stunde, dass Jesus Christus der Auferstandene Sünde, Tod, Teufel und Hölle überwunden hat. Stelle dich nie so, als hättest du diese Mächte erst zu überwinden, sondern stehe im Glauben mit dem Auferstandenen da, der auf Grund seines Sieges dich und seine ganze Gemeinde durch alle Leiden und Kämpfe zu seiner Herrlichkeit führen wird.

Auferstandener Siegesfürst! Präge Dich mir so tief ein, dass mir Dein Sieg täglich gegenwärtig bleibt und hilf mir Glauben halten durch alles hindurch. Amen