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Predigten zu 2. Timotheus 4,5

"Du aber sei nüchtern in allem, leide Trübsal, tue das Werk eines Evangelisten, vollführe deinen Dienst."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Tue das Werk eines evangelischen Predigers."

Timotheus hat eine Aufgabe: Menschen die beglückende Kunde von der rettenden Gnade Gottes in Christus zu bringen. Wer das als Lebenswerk ergreift, muss selber ganz von dem Evangelium ergriffen sein. Das Evangelium ist nicht eine Lehre oder Erkenntnis oder Einsicht, sondern die beglückende Tat Gottes: "Im Glauben will ich mich mit dir verloben" (Hosea 2, 22). Es ist das Eingreifen Gottes in unser Dasein, die Rettung, Neugestaltung und Umwandlung, die durch die geistgeweckte Gottesgemeinschaft in uns geweckt wird. Wer das Werk eines evangelischen Predigers tun will, der dringe in die Schatzkammer des Wortes Gottes ein und hole das Gold der Treue und die Edelsteine der Geduld Gottes ans Licht, damit andere Menschen Lust bekommen, sich der rettenden Erbarmung Gottes rückhaltlos zu erschließen. - Ein rechter evangelischer Prediger kann nicht anders, als sein ganzes Leben dem Dienst am Worte Gottes zu weihen. - Paulus ließ sich bei all seinen Schritten leiten von dem Gedanken: "Dass wir nicht dem Evangelium Christi ein Hindernis werden." 1.Kor. 9, 12. Wenn jemand mit Menschen- und mit Engelszungen redete und würde nicht vermögen, von Christi Liebe ergriffen, andere zu dieser Liebe hinzuziehen, er wäre ein tönendes Erz und eine klingende Schelle. - Man spürt es einem Prediger an, wenn entweder Geiz, Herrschsucht und Fleischeslust, oder aber Gottes erbarmende Liebe in Christus ihn bestimmen! Wenn Gottes Gnade einen Prediger überwältigt, dann kann Gott ihm wie einst dem Philippus Auftrag geben: "Halte dich zu diesem Wagen"; es sitzt eine suchende Seele darin! - Solche Menschen sind wie die Hirten, die das Wort der Weihnachtsbotschaft mit jubelnder Freude weitersagen. Sie sind wie die Samariterin (Joh. 4), die ihr ganzes Dorf zu Jesu einlädt. Sie können, verjagt oder verfolgt wie die ersten Christen (Apg. 8, 4), nicht anders tun als diese, von denen es heißt: "Die aber zerstreut waren, gingen und predigten das Wort."


Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Leide mit."

So ruft Paulus seinem geliebten jungen Mitarbeiter Timotheus zu. Dessen Dienst brachte manche Leiden mit sich. Er musste dauernd im Ausland leben. Der ständige Reisedienst brachte Mühen, Strapazen und Gefahren mit sich. Entsagungen aller Art waren an der Tagesordnung. Dabei war Timotheus ein Mann mit schwächlichem Körper. Er war oft krank. Ein chronisches Magenleiden machte ihm viel Not. Als Begleiter des Paulus hatte er zu all diesen Plagen auch noch die Feindschaft der Juden wie der Heiden zu dulden. Hass, Wut und Verfolgung war das Los der Diener am Wort. - Vielen Leiden hätte Timotheus aus dem Weg gehen können, wenn er nicht der Weisung des Paulus gefolgt wäre, auf seinen Reisen immer zuerst die Synagogen aufzusuchen und dort das Evangelium zu verkündigen. Er hätte sich dann all die lästigen Auseinandersetzungen mit den jüdischen Fanatikern erspart. Paulus weiss um die ganze Bürde, die auf dem jungen Mann lastet. Er nimmt ihm aber nichts davon ab, sondern sagt: Leide mit ! Schrick nicht davor zurück, in den Synagogen das Todesurteil über die eigene Gerechtigkeit zu verkündigen. Bezeuge die Gerechtigkeit aus dem Glauben an den Herrn Jesus, den Gekreuzigten. - Wenn Gott einem Johannes befiehlt, den König Herodes wegen seines Ehebruchs zu strafen, so darf Johannes sich nicht aus Furcht vor dem Kerker dieser Aufgabe entziehen. - Wenn der Herr einen Nathan zu David schickt, damit er ihm den Abgrund zeigt, der sich vor ihm aufgetan hat, dann muss Nathan dem König das Schwert ins Herz stossen und sagen: "Du bist der Mann!" - Wehe dem Prediger, der nicht bereit ist, um seiner Botschaft willen auch Leidenswege zu gehen! Nie darf ein solcher dem Wort von der Rechtfertigung, Bekehrung und Wiedergeburt die Spitze abbrechen, damit der alte Mensch geschont werde und er sich selber keine Unruhe bereite. - Darum: "Leide mit!"


Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Richte dein Amt redlich aus!"

Paulus mahnt: Richte dein Amt aus! Das Wort "Amt" wird sehr oft falsch aufgefasst. Hochmut und Machthunger verbinden damit den Anspruch auf eine Art Gewaltherrschaft, wie sie im politischen Leben üblich ist. Das Gegenteil meint die Bibel. Amt heißt wörtlich Dienst. Amtsträger sind Diener, die im Auftrage der anderen tun, was unmöglich alle tun können. Sind sie rechte Diener, so schenkt Gott ihnen aus Gnaden Ansehen und Geltung vor dem Menschen. Wer aber auf sein Amt pocht, macht sich schuldig vor Gott und verächtlich vor den Menschen. - Richte dein Amt aus! Im Reich Gottes gibt es mannigfaltige Dienstleistungen. Wohl denen, die ihre Aufgabe erkennen und sich auf dieselbe beschränken. Im Reich Gottes geht es zu wie in einer Werkstatt. Da liegen viel Werkzeuge. Der Meister greift bald zu diesem, bald zu jenem. Das Werkzeug ist nichts; der Meister alles. Im Tempel wies Gott jedem Priester seine besondere Aufgabe zu. Unsere Aufgabe müssen wir klar erkennen und treulich ausrichten. Dann wird Gott mit uns wirken (Mk. 16, 20). - Richte dein Amt redlich aus! Nicht halbe Sache machen! Mit ganzem Herzen dabei sein! Als Johannes Markus von Paulus und Barnabas auf die erste Missionsreise mitgenommen wurde, erfüllte er sein Amt nicht redlich, nicht völlig. Angesichts der wildzerklüfteten Bergwelt mit den drohenden Gefahren machte er kehrt. Das war tadelnswert. Wieviel halber Dienst geschieht im Reich Gottes! - Die Urapostel haben Diakone eingesetzt, damit sie ihr Amt in Gebet und Wortverkündigung ganz ausrichten könnten. Sie spürten, dass ihre Kraft durch die Fürsorge für das äußere Wohl der Gemeinde zersplittert und die Wortverkündigung ihrer Schlagkraft beraubt würde. - Wir wollen alle Nebensachen lassen, damit wir die eine Hauptaufgabe redlich ausrichten können!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Der wahre Prediger: Ein Mann Gottes, der zu den Menschen spricht

Der christliche Prediger ist, wie jemand einmal sagte, nicht der Abkömmling der griechischen Redner, sondern der hebräischen Propheten! Der Unterschiede zwischen dem Redner und dem Propheten sind viele und grundsätzliche, vor allem aber spricht der Redner aus sich heraus, während der Prophet sagt, was Gott ihm geboten hat. Der Redner gestaltet seine Botschaft selbst und ist selbst für den Inhalt verantwortlich. Der Prophet gestaltet nichts, sondern richtet die empfangene Botschaft von Gott aus, und Gott allein trägt dafür die Verantwortung. Der Prophet ist nur Gott verantwortlich, alles richtig wiedergegeben zu haben. Der Prophet muss die Botschaft deutlich verstehen und sie treulich übermitteln, und das ist in der Tat eine schwere Verantwortung – aber nur Gott gegenüber, nicht vor den Menschen! Es ist ein zweifelhaftes Kompliment, wenn man einem Prediger sagt, er sei ein Original. Allein schon das Bemühen, originell zu sein, wird zur Falle, in die schon viele junge, frisch vom Seminar gekommene Männer geraten sind. Sie verwerfen den reinen Weizen des Wortes Gottes und versuchen, die Versammlung mit der Spreu aus eigener Herstellung zu nähren. Es mag goldene Spreu sein – aber es bleibt Spreu, die niemals die Seelen ernähren kann. Der wahre Prediger ist ein Mann Gottes, der zu den Menschen spricht. Er ist ein Mensch des Himmels, der Gottes Zeugnis auf die Erde bringt. Weil er ein Mann Gottes ist, kann er die vom Himmel empfangene Botschaft entziffern und in irdischer Sprache wiedergeben!


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Manchmal hat die Bibel Worte, vor denen man sich nur entsetzen kann. Da versteht man, daß ein Weltmensch sich mit dieser Bibel am liebsten gar nicht einläßt. Einem Christenmenschen aber ergeht es mit diesen Worten wie den Jüngern, als Jesus den Leidensweg einschlug. „Sie entsetzten sich, folgten ihm nach und fürchteten sich" (Mark. 10,32). Solch ein unheimliches Wort haben wir hier: „Sei willig, zu leiden." Oh, wir hassen doch das Leiden! Wir fürchten es. Wenn wir gute Tage haben, dann möchten wir mit Goethes „Faust" zum Augenblicke sagen: „Verweile doch, du bist so schön." Und im Leiden zappelt unser Gemüt und seufzt und sehnt sich heraus.

Wir halten es schon für etwas sehr Großes, wenn wir das Leiden erdulden, wenn wir stille und gelassen darin werden. Aber: „Sei willig, zu leiden!" Das ist doch noch etwas ganz anderes. Da sehen wir, wie die Bibel den Todesstoß führt gegen unser altes, natürliches Wesen, wie sie eine ganz andere Richtung hat als die, in die Fleisch und Blut uns treiben. Wer dieses Wort gehorsam hört, der wird dadurch recht beschämt. Denn es wird ihm daran klar, wie weit er noch entfernt ist von einem wirklich „himmlischen Sinn". „Sei willig, zu leiden." Ist das nicht eine völlig unmögliche Forderung? Das wird uns nicht anders möglich sein, als daß wir's machen wie die Jünger: „Sie folgten ihm nach." Und je mehr wir auf Ihn sehen, desto mehr verliert sich das Entsetzen, desto williger werden wir, wie Er durch Leiden zur Herrlichkeit zu gehen. Denn auf die Herrlichkeit geht alles Leiden hinaus. Amen.