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Predigten zu 3. Mose 6,6

"Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar in Brand erhalten werden, es soll nicht erlöschen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Ewig soll das Feuer auf dem Altar brennen, und nimmer verlöschen."

Erhaltet den Altar des Gebets im Kämmerlein in der Glut; das ist das wahre Leben aller Gottseligkeit. Hier entlehnt das Heiligtum und der Altar der Familien-Andacht seine feurigen Kohlen, darum soll jene Glut allezeit wohl geschürt und in Flammen erhalten werden. Das Gebet im Verborgenen ist das Wesen, das Wahrzeichen und der Wärmemesser des lebendigen und tätigen Christentums. Hier verbrennt das Fett eurer Opfer. Euer Gebet im Kämmerlein sei so viel als möglich regelmässig, häufig, und fern von aller Zerstreuung. Ernstliches Gebet vermag viel. Hast du um nichts zu bitten? Siehe, die Gemeinde, ihre Hirten, deine Seele, deine Kinder, deine Verwandten, deine Nachbarn, dein Vaterland und die Sache Gottes und die Verbreitung seiner Wahrheit in der Welt fordern dich zum Gebet auf. Sind wir in unserm Gebetskämmerlein vielleicht weder warm noch kalt? Brennt das Feuer der Andacht in unsern Herzen nur matt? Drehen sich die Räder des feurigen Wagens nur mühsam? Wenn das ist, dann schrecke uns dies Zeichen des Verfalls auf aus dem Schlummer. Gehen wir weinend hin und flehen um den Geist der Gnade und des Gebets. Denn wenn dies Feuer unter der Asche der Verweltlichung einschlummern und ersticken sollte, so dämpft dies auch das Feuer auf dem Altar des Familiengottesdienstes, und beeinträchtigt unsre Wirksamkeit in der Gemeinde und in der Welt. Unsre Schriftstelle findet auch ihre Anwendung auf den Altar des Herzens. Das ist der rechte goldene Räuchaltar. Gott siehet es gern, wenn die Herzen seiner Kinder Ihm entgegenlodern. Wir wollen Gott unsre Herzen schenken, die vor Liebe glühen, und seine Gnade suchen, damit das Feuer nimmermehr verlösche; denn es brennt nicht, wenn der Herr es nicht in der Glut erhält. Viele Feinde suchen es zu dämpfen und auszulöschen; wenn aber die unsichtbare Hand im Verborgenen das heilige Öl der Salbung darauf giesst, dann flammt es höher und höher auf. Wir wollen die Worte der Heiligen Schrift als Brennstoff auf das Feuer unsers Herzens legen, denn sie sind lebendige Kohlen; wir wollen die Verkündigung des Evangeliums uns zur Aufmunterung geschenkt sein lassen, vor allem aber wollen wir recht oft mit unserm Jesus in der Stille bleiben.


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Die Bilder des Alten Testaments sind reich an Lehren für das Christenleben und die Unterweisung der Gemeinde.

Das Feuer auf dem Altar mußte beständig brennen und durfte nie erlöschen. Das ist der Wunsch im tiefsten Herzen vieler Gläubigen, in denen Gott Sein Feuer des Neuen Bundes angezündet hat. Die segensreiche Erfahrung, daß Gottes Geist ein Leben in Besitz nimmt, so daß das Feuer Seiner Gegenwart das Eis der Unfruchtbarkeit und des Formenwesens schmilzt, läßt sich nicht beschreiben. Wer könnte das ehrfurchtgebietende Wirken des Heiligen Geistes in Worte kleiden, der uns überführt von unserer Sünde und uns zur völligen Hingabe an Gott leitet? Dann wird die Liebe Gottes zu einer lebendigen Wirklichkeit, zu einem brennenden Feuer. Dann endlich beginnen wir zu begreifen, was die herrliche Freiheit der Kinder Gottes im Gebet, im Loben, Danken und Zeugnisgeben bedeutet.

Wenn wir durch Gottes Gnade diese Erfahrung gemacht haben, wollen wir hören auf das, was unser Text sagt: «Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar in Brand gehalten werden, es soll nie erlöschen!» Was Gott begonnen hat, will Er weiterführen. Was Er uns gegeben hat, will Er vervollkommnen. Was in uns entzündet wurde, soll auch andere gewinnen. Das Feuer breitet sich aus … oder es erlischt. Welches von beiden wählen wir?

Damit das Feuer beständig brennen kann, mu es genährt werden. Nur wenn das Holz des Kreuzes der Mittelpunkt unseres Lebens ist, dann brennt das Feuer. Darum wollen wir nie den Boden von Golgatha verlassen. Unser Schutz, unsere Sicherheit besteht darin, daß wir dort mit unserem Herrn sind. Möge es doch so sein, daß das Kreuz beständig sein Reinigungswerk in unseren Herzen vollbringt, daß das Feuer des Heiligen Geistes bis auf den Grund unseres Wesens alle Sünde, alles Eigenleben und Widerstreben verzehren kann. In dem Maß, wie es in uns wirken kann, wird es auch andere erfassen. Wenn das Kreuz täglich in unser Leben eingepflanzt wird, können weder Gegenwinde noch die Hitze des Tages noch die Ermüdung durch langwierige Prüfungen dieses Feuer löschen; das Wehen des Geistes oder der Sturm der Widerwärtigkeiten wird es weitertreiben. Gott mache uns treu, standhaft und wachsam, damit das Feuer nie erlischt!