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Predigten zu Epheser 1,20

"in welcher er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte; (und er setzte ihn zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern,"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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"Er [Gott] setzte ihn [Christus] zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern"

Christus nimmt den höchsten Platz an Macht, Bedeutung, Herrschaft und Ehre ein.

Jemand erhöhen, heißt, die Würde, Macht und Ehre einer Person zu vergrössern. Als Gott besitzt Jesus alle Macht und Autorität, und Ihm gebührt alle Ehre und Herrlichkeit. Als Er aber auf Erden war, verweigerten Ihm die meisten Menschen die Ihm zukommende Verehrung. Stattdessen verspotteten sie Ihn und ermordeten Ihn schließlich.

Kurz vor Seinem Tode betete Jesus zu Seinem Vater: "Verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war" (Joh. 17,5). Der Vater reagierte auf dies Gebet, indem Er Ihm einen Namen und eine Stellung gab, die alles andere weit überragen.

Paulus schreibt: "Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters" (Phil. 2,9-10).

Hebräer 1,3 fügt dem noch hinzu, dass sich Christus, nachdem Er die Reinigung von den Sünden bewirkt hatte, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt hat. Die Priester des Alten Testaments setzten sich niemals hin, während sie ihren Dienst versahen, weil ihr Werk nie zu einem Abschluss kam. Immer neue Opfer waren nötig, sowohl wegen ihrer eigenen Sünden, als auch wegen der des Volkes. Christus dagegen hat sich hingesetzt, nachdem Er ein für alle Mal ein allgenugsames Opfer dargebracht hatte. Sein Erlösungswerk ist abgeschlossen. "Zur Rechten Gottes" bedeutet den höchsten Platz an Macht, Bedeutung, Herrschaft, Autorität und Ehre. Von diesem erhabenen Platz aus regiert Christus als souveräner Herr das ganze Weltall.

Es gibt nun einen Aspekt der Erhöhung Christi, an dem wir als Gläubige jetzt schon Anteil haben können. David sagt: "Erhebt den Herrn mit mir und lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen" (Ps. 34,3). Und Psalm 99,5 fügt hinzu: "Erhebt den Herrn, unseren Gott, und fallt nieder vor dem Schemel seiner Füße." Wir sollten auch heute nicht damit sparen, Ihn zu preisen. Er ist es wert!


Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Wer hätte beim Tode Christi Gott zu loben das Herz gehabt, und nach unserer Losung ausrufen mögen: „Lobe den HErrn meine Seele?“ Und doch ist in der Folge nichts so sehr der Gegenstand des Lobes Gottes geworden, als eben dieser Tod, der Opfertod des Lammes Gottes, das der Welt Sünde trug. Denn Er ist nicht unter den Toten geblieben, sondern ist wieder auferweckt worden. Es war, wie wenn Christus vorher, bereits siegesfroh, gesagt hätte: „Machet mit Mir, was ihr wollet, Ich bin doch Sieger.“ Wenn die Jünger völliger geglaubt hätten, würden sie haben ähnlich reden können: „Machet mit Ihm, was ihr wollt, ihr gewinnet's doch nicht über Ihn.“ Aber so weit hatten sie sich noch nicht in den Glauben an Seine alsbaldige Auferstehung erhoben. Doch ist Er auferstanden; und durch den heiligen Geist ist den Jüngern auch das gewiß geworden, daß Er nun der HErr ist, über alles gesetzt, sowohl in dieser, als in der zukünftigen Welt. Solches hatte der HErr schon vor Seiner Auferstehung gesagt, mit den Worten: „Alle Dinge sind mir übergeben von Meinem Vater“ (Matth.11,27); und vor Seiner Himmelfahrt sagte Er noch bestimmter: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Matth.28,18). Von da an glaubten's Seine Jünger; und sie freuten sich dessen unter allen Kämpfen und Anfechtungen.

Uns ist es alles auch gesagt; und da nun die Hoffnung uns offen steht, daß wir einst auch werden auferweckt werden, um zu sein, wo Er ist, und bei Ihm zu bleiben in Seiner Gemeinschaft und Herrlichkeit, wie können wir doch getrosten Mutes sein, und herzlich loben und danken, mit allem, was in uns ist, sei die Angst, die uns noch umgibt, noch so groß! Ist Er doch auch über alle Herrschaften gesetzt, also daß kein Feind uns schaden kann, und nichts uns aus Seiner Hand zu reißen im Stande ist! - Aber wohl denen, die im Glauben ausgekämpft und den rechten Weg gefunden haben! Die sind vieler Angst, Not und Sorge enthoben, davon wir hienieden noch so viel zu tragen haben. Gelobt sei Gott, der uns den Sieg gewiß gemacht hat!

Mel. Aus meines Herzens. Wir wissen nun vom Siege, Der unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, Will uns zurück nicht lassen; Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sich're Bahn.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Er hat ihn gesetzt zu seiner Rechten im Himmel, und hat alle Dinge unter seine Füße getan, und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeine über alles.

Der Heiland musste den beiden Jüngern, mit welchen er nach Emmaus ging, sagen: O, ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Wie muss er erst unsere Trägheit schelten, die wir die Offenbarung des neuen Bundes vor uns haben! Welche Fülle von Nahrung wird unserm Glauben geboten durch die Betrachtung des ganzen Erlösungswerkes des Herrn, wozu auch sein Sitzen zur Rechten Gottes im Himmel gehört! Und wie wenig entspricht der Glaube der meisten Christen der in Christo dargebotenen Gnadenfülle! Unser Erlöser, dessen Blut für unsere Sünden floss, sitzt nun als König zur Rechten der Majestät im Himmel. Alles hat der Vater unter seine Füße getan, alle Fürstentümer, Gewalt, Macht und Herrschaft in dieser und in der zukünftigen Welt. Und dieser Herr und König steht in so inniger Beziehung zu seiner Gemeinde, dass er unser Haupt genannt wird und wir sein Leib sind. Mit ihm im Glauben verbunden sein heißt demnach: sich täglich in innerster Glaubensüberzeugung so zu unserem erhöhten Haupt stellen, dass wir wissen, sein Herrlichkeitsleben gehört uns; als seine mit ihm geistlich verbundenen Glieder dürfen und sollen wir sein Leben anziehen, aus seiner Lebensfülle schöpfen. Nur dann können wir Mangel verspüren, wenn wir es aus irgend einem Grund an diesem Anziehen und Schöpfen fehlen lassen. Auf Seiten unseres Hauptes ist ja nie Mangel, nie Abgeneigtheit, sich uns mitzuteilen. Wenn unsere eigene Schwachheit und Sünde, oder die Macht der Finsternis; uns hindern wollen am Nehmen aus Jesu Fülle, so tritt unser zur Rechten des Vaters erhöhter Herr vor uns, als der, der alle Macht und Herrschaft hat, vor dem alles sich beugen muss, der also wohl im Stand ist, sein königliches Walten so für jedes Glied an seinem Leibe einzusetzen, dass wir es in Wahrheit erfahren dürfen: es darf sich keine Macht zwischen uns und unser Haupt stellen. Seine allmächtige Hand kann unsere Glaubensstellung so klar machen und erhalten, dass der Blick auf Jesu königliche Stellung im Himmel uns Überwinderskräfte mitteilt und wir mit ihm dastehen. Ach, man möchte sich verkriechen, wenn man im Worte sieht, was uns in unserm erhöhten Haupt geschenket ist, und wie seine Gemeinde so träge ist zum Einnehmen der sieghaften Glaubensstellung.

Herr, der Herrlichkeit! Du bist mein Haupt. Auch für mich ist Dir alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Bringe mich in die Glaubensgemeinschaft mit Dir, in der erfüllt wird: der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Amen