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Predigten zu Epheser 4,10

"Der hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, auf dass er alles erfüllte."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es gibt ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff mit dem Titel „Himmelfahrt". Das beginnt:

„Er war ihr eigen dreiunddreißig Jahr. Die Zeit ist hin, ist hin! Wie ist sie doch nun alles Glanzes bar, Die öde Erd', auf der ich atm' und bin . . . "

Wenn es wirklich so wäre, dann könnte man eines in den evangelischen Berichten nicht verstehen: nämlich die Freude, die nach der Himmelfahrt die Herzen der Jünger erfüllte. So sehen doch die Leute nicht aus, die Abschied genommen haben. Nein! Diese Apostel hatten nicht von Jesus Abschied genommen. Er war ihnen nun auf ewig geschenkt. Es ist ein eigenartiges Wort, in dem Paulus diese Tatsache den Ephesern schreibt: „Er ist aufgefahren über alle Himmel, auf daß er alles erfüllte." Damit ist gesagt: „Nun ist die Welt voll Jesus." Der Satz klingt wohl merkwürdig. Aber so bezeugt es Paulus durch den Heiligen Geist. Und so verstanden es alle Apostel: „Die Welt ist voll Jesus."

Und wenn nun die Menschen auf all das graue Elend sehen, wenn sie uns sagen: „Die Welt ist voll Tränen, voll Jammer, voll Ungerechtigkeit, voll Schuld, voll Not", dann wollen wir ihnen im fröhlichen Glauben antworten: „Ja, aber die Welt ist auch voll Jesus." Sie ist nicht „alles Glanzes bar, die öde Erd', auf der ich atm' und bin." Sie ist voll Jesus. Und das ist Trost, Leben, Gnade und Hoffnung. Amen.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Der hinuntergefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf dass er alle erfüllte.

Das ganze wunderbare Gebilde dessen, das uns überwallt, all der Herrlichkeit, die sich über uns Zeitgeborenen wölbt, all die Sternenpracht und all die Himmelsfernen haben sich ihm erschlossen: er ist durch sie eingezogen und ist daheim. Nun ist kein Raum mehr, der uns von ihm scheiden könnte: er hat ihn erschlossen. Nun ist keine Ferne mehr, die mein armes, heimwehkrankes Herz von ihm entfernte: er hat die Fernen ausgetan und ist mir nahe. Nun ist auch die nächste Nähe verklärt, und er ist mir nahe, und wir können mit dem alten Vater sprechen: Da du mir nahe warst, warst du mir ferne, nun du mir ferne bist, bist du mir nahe.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Der hinunter gefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf dass Er alles erfüllete.

Unsere herrlichen christlichen Feste sind lebendige Zeugen. Sie stehen da in der Gemeinde Gottes als Pfeiler der Wahrheit, die seit Jahrhunderten den Stürmen des Unglaubens getrotzt haben. Jesus Christus der Gekreuzigte, Auferstandene und erhöhte Heiland ist es, von dem unsere Feste zeugen. Heute beugt sich Seine streitende Gemeinde mit der triumphierenden Gemeinde vor Ihm, dem Herrn der Herrlichkeit, der vom Vater mit Preis und Ehre gekrönet ist. Wie viel haben wir Ihm zu danken! Er ist hingegangen zum Vater als der Erstgeborene von den Toten, als der Weg zum Vater und hat uns den Zugang zum Gnadenthron eröffnet. Ohne Seinen Hingang zum Vater gäbe es für uns kein Nahen zum Gnadenthron, kein Abbarufen. – Er ist hingegangen, um uns den Tröster, den heiligen Geist zu senden, dass Er bei uns bleibe ewiglich. Ohne den heiligen Geist gäbe es keinen Trost der Vergebung der Sünden, kein Leben, keine Freude, keine Gemeinschaft mit Gott. Er ist hingegangen zum Vater, um dort im obern Heiligtum zu walten als unser Hoherpriester, als unser Fürsprecher. Welch' große Gnade ist es, Ihn als den Sachwalter der Gemeinde beim Vater zu wissen, der auf uns sieht, für uns betet, und auf allerlei Weise sich unserer annimmt. Er ist hingegangen, um auch uns in des Vaters Haus eine Stätte zu bereiten und nach unserer Pilgerschaft hienieden uns zu sich zu nehmen, auf dass wir da seien, wo Er ist. Wenn wir das alles bedenken, so verstehen wir das Wort an Seine Jünger: „es ist euch gut, dass Ich hingehe.“

Wenn Paulus sagt: Er ist aufgefahren über alle Himmel, auf dass Er alles erfüllte, so gibt er uns das Ziel des Hohenpriesteramtes Jesu an: „alles zu erfüllen.“ Alles soll voll werden Seiner Herrlichkeit, so dass alle Kreatur, die im Himmel ist, und auf Erden, und unter der Erde, und im Meer und alles was darinnen ist sagen wird zu dem, der auf dem Stuhl saß und zu dem Lamm: Lob, und Ehre, und Preis, und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Offenb. 5,18. So wollen wir denn im Glauben hinauf blicken am heutigen Festtag als solche, deren Herz droben ist, wo unser Schatz ist.

Lob und Dank sei Dir, erhöhter Heiland! für all den Segen, den Du mir und Deiner ganzen Gemeinde erworben hast durch Deinen Hingang zum Vater. Bringe mich dahin, wo du bist. Amen