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Predigten zu Epheser 4,16

"aus welchem der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, nach der Wirksamkeit in dem Maße jedes einzelnen Teiles, für sich das Wachstum des Leibes bewirkt zu seiner Selbstauferbauung in Liebe."

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Von welchem (nämlich Christus) aus der ganze Leib - zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maße der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, - das Wachstum des Leibes vollbringt, zu seiner Erbauung in Liebe."

Ihrem innersten Wesen entsprechend nennt der Apostel die Gemeinde auch den Leib Christi, und zwar auf Grund der Lebenseinheit und der Geistesgemeinschaft mit ihrem Haupte. So oft Paulus auch in seinen Briefen auf die Kirche Christi zu sprechen kommt, sie steht ihm in ihrem Wesen und Wachsen aufs tiefste verankert in der Aktivität Gottes und Seines Christus. Sie ist ihm Gottes Bau- und Ackerfeld, auf dem er oder Apollos oder Kephas oder sonst einer der Apostel zwar pflanzen, begiessen, bauen oder sonst einen Hilfsdienst tun können, wo aber jedes Wachstum und Gedeihen von Gott herkommt. Um zu zeigen, wie tief die Christuskirche mit ihrem Leben in der Welt ihres Retters und Heilandes wurzelt, benutzt er als Gleichnis den menschlichen Organismus.

Obwohl in der Welt, sind dem Apostel die Glaubenden als Menschen "in Christo" doch nicht mehr von der Welt. Durch den Empfang der Sohnschaft wurden sie in die Lebenssphäre des Sohnes und in die Kraftwirkungen der Reichs-Gottes-Welt versetzt. Durch ihr Eintreten in die Christusgemeinschaft ist ihr Leben der Welt gekreuzigt und die Welt ist ihnen gekreuzigt. Ihre Kraftquellen liegen hinfort in dem Einen, den Gott in besonderem Sinne als das Haupt aller Dinge gesetzt hat zum Haupte seiner Gemeinde.

Dieses Haupt ist ihr nicht nur der historische Christus, sondern der gegenwärtige "Herr". Ihn haben Einzelne zu ihrem Heil nicht nur einst in den Tagen seines Fleisches als rettende Kraft Gottes erlebt, sondern Ihn erlebt auch sie als dieselbe Kraft mit demselben Heil. Nicht nur der Glaube an den geschichtlichen Jesus, sondern die Gemeinschaft mit ihrem gegenwärtigen, wenn auch unsichtbaren Herrn und das Erleben seiner täglichen Kraftquellen lässt sie mit Paulus sprechen: "Nicht aber ich lebe, sondern Christus lebt in mir!"

Unsere Not in der kirchlichen Gegenwart besteht vielfach darin, dass auch auf unsern Kanzeln und Kathedern wieder weit mehr das Wissen über Christus als die Kraft des Christus herrscht. Wir sind reich an theologischen Ansichten über Christus, aber vielfach unnennbar arm an der Gegenwart und an der rettenden Kraft des Christus. Unsere allertiefste Not ist daher nicht, dass große Massen nicht die Kirche suchen, sondern dass unseren Kirchen vielfach Der fehlt, der in seiner Kraft der Schöpfer, mit seinem Leben der Inhalt und mit seiner Herrlichkeit die Zukunft der Kirche sein will.