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Predigten zu Epheser 4,15

"sondern die Wahrheit festhaltend in Liebe, laßt uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wachsen in allen Stücken an Dem, der das Haupt ist, Christus."

Manche Christen bleiben unentwickelt und zwerghaft in geistlichen Dingen, so dass sie Jahr um Jahr denselben Zustand wahrnehmen lassen. Sie bleiben an Dem, doch sie "wachsen" nicht "in allen Stücken an Dem, der das Haupt ist." Aber sollten wir beim "Gras" stehen bleiben, wo wir könnten in "die Ähren" treiben, und vielleicht gar zum "vollen Weizen in den Ähren" heranreifen? Sollten wir's dabei bewenden lassen, dass wir an Christum glauben und sagen: "Ich bin geborgen," und nicht viel mehr wünschen, aus eigner Erfahrung mehr von der Fülle kennen zu lernen, die sich in Ihm vorfindet? Es soll allerdings nicht so sein, wir sollen als kluge Kaufleute auf dem himmlischen Markt danach streben, reich zu werden in der Erkenntnis Jesu Christi. Es ist ganz recht und gut, wenn man andrer Leute Weinberg hütet, aber nur dürfen wir darob nicht unser eignes geistiges Wachstum und die Förderung unsrer Reife vernachlässigen. Warum sollte es denn in unsern Herzen stets öder Winter bleiben? Wir müssen eine Saatzeit haben, das ist wohl wahr; aber, o, dass doch ein Frühling käme, ja, noch mehr, ein fruchtbarer Sommer, der uns eine reichliche und frühe Ernte verheißt! Wenn wir unter der Gnade reif werden wollen, so müssen wir zu Jesu kommen, in seine Gegenwart, müssen zeitigen in dem Sonnenschein seines milden Lächelns. Wir müssen liebliche Gemeinschaft mit Ihm pflegen. Wir müssen den Anblick seines Angesichts aus der Ferne aufgeben und nahe herzutreten, und wie Johannes das Haupt an seinen Busen schmiegen; alsdann werden wir erfahren, dass wir zunehmen in der Heiligung, in der Liebe, im Glauben, in der Hoffnung, ja, in jeder köstlichen Gabe. Gleichwie die Sonne zuerst nur den Gipfeln hoher Berge aufgeht, und sie mit ihren Strahlen vergoldet, und so dem Auge des Wanderers einen unvergleichlichen Anblick bereitet: so ist's eine der wonnevollsten Erfahrungen in der Welt, wenn man die feurige Glut vom Lichte des Geistes das Haupt eines Heiligen verklären sieht, der in geistlicher Gestalt, einem Paulus gleich, alle seine Genossen überragt, bis dass er gleich einem mächtigen, schneebedeckten Alpenriesen vor seinen Miterwählten die Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit wiederstrahlt, und den Schimmer seines Glanzes hoch aufleuchten lässt, dass alle es sehen und ihren Vater im Himmel preisen können.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DIE PRINZIPIEN ANWENDEN

W er geistlich wachsen will, muss einfach die geistlichen Prinzipien anwenden. Es gibt jedoch eine große Anzahl von Gläubigen, die meinen, dass Wachstum im Glauben einigen geistlichen Riesen vorbehalten sei.

Ich habe von Mystikern gelesen, die acht bis zehn Stunden beteten, ja, sie beteten so lange, bis ihre Knie Löcher in den Holzboden gescheuert hatten. Ich habe von Leuten wie Robert Murray McCheyne gelesen, die ihre Bibel und die Kanzel mit Tränen tränkten. Ich habe auch das Buch von E. M. Bounds, „Kraft durchs Gebet“, gelesen, wo berichtet wird, wie er Stunden im Gebet verbrachte. Als ich mich mit diesen Menschen befasste, jagte mich ein einziger Gedanke: „Ich werde diese Stufe nie erreichen.“ Aber Gott hat für jeden von uns einen ganz persönlichen Weg bereitet.

Geistliches Wachstum ist nicht das Vorrecht einiger Auserwählter, die einer höheren geistlichen „Kaste“ angehören. Genauso wenig ist es das Ergebnis mystischer Übungen und Anstrengungen. Es geht vielmehr darum, Gott zu verherrlichen, indem wir unsere Sünden bekennen, ihm vertrauen, Frucht bringen, ihn loben, ihm gehorchen und sein Wort verkünden, beten und andere zu Christus führen. Diese Charaktereigenschaften sind ein Muss für jeden reifen Christen. Wenn du dich auf diese Dinge konzentrierst, wird der Geist Gottes dich in sein Bild verwandeln, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Bei einem Kinde ist es ein schlimmes Zeichen, wenn es in seinem Wachstum einen Stillstand gibt, wenn Essen und Trinken nichts fruchten will zum Starkwerden; - dieser Stillstand ist ein Beweis, daß es siecht und kränkelt und an diesem oder jenem Übel leidet. So ist es auch mit dem inwendigen Menschen. Ein neugebornes Kind in Christo darf nicht immer ein Kind bleiben; es muß heranwachsen, es muß ein Jüngling, es muß ein Mann werden; sonst hat es seine Bestimmung nicht erfüllt. Aber da geht es oft gerade umgekehrt; bei vielen geht es den Krebsgang. - Man hat einen guten Anfang gemacht; der neue Mensch ist durch Gottes Hilfe geboren worden; aber nun kommt dies und das; man wird trag und schläfrig; man läßt dem Fleische Raum; man entfernt sich von der Gemeinschaft des Kreuzes Christi; man will es nicht mehr so streng mit der Sünde nehmen; man weiß es ja, daß man ein Kind Gottes ist; man hauset auf diese Ehre hinein; man erlaubt sich manches, was man sich vor einem Jahr noch nicht erlaubt hätte; man geht leichtsinnig mit der Gnade um, und so gibt es im Wachstum einen Stillstand. Ja, man bleibt nicht nur stehen, sondern man kommt zurück; man wird schwach, matt, krank; das innere Leben bekommt einen Stoß nach dem andern, und endlich stirbt ein solcher neuer Mensch ab wie ein verdorrter Baum, und mit demselben Menschen wird es dann ärger, denn es zuvor gewesen ist. Das ist aber noch das Traurigste; ein solcher Mensch weiß dies oft nicht einmal; er redet von seinem Christentume fort, spricht von seinen Erfahrungen, die er gemacht, wie wenn der innere Mensch noch lebendig wäre, betrügt sich selbst, und geht als ein Betrogener der Ewigkeit entgegen. Ein trauriger Zustand! Ich will lieben und mich üben, meinem König wert zu sein; ihm vor allen zu gefallen, der mein Herz nicht ließ allein; der sein Leben hingegeben für mich in des Todes Pein.

Ich will lieben und mich üben, daß ich heilig werd und neu, also strebe, leb und webe, daß es Gott zur Ehre sei; daß man sehe, Jesu Nähe mache mich durch Liebe treu.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Der wahre Christ: Immer noch ein Rätsel für die Welt

Heute wie zu allen Zeiten sind die wahren Christen ein Rätsel für die Welt, ein Dorn in Adams Fleisch, ein Wunder für die Engel, eine Freude für Gott und eine Wohnung für den Heiligen Geist! Unsere Gemeinschaft sollte alle wahren Kinder Gottes einschließen, ungeachtet des Wer und Wo und Was, wenn sie im Blut gewaschen sind, wiedergeboren sind im Geist, mit Gott dem Vater wandeln, eine lebendige Hoffnung in ihnen lebt durch die Auferstehung Jesu Christi und sie sich des zukünftigen Heils rühmen! Der wahre Christ fürchtet Gott mit zitternder Ehrfurcht, und doch fürchtet er Gott überhaupt nicht. Er naht sich Ihm in völliger Sicherheit des Glaubens und siegesgewiss, und doch zittert er vor heiliger Ehrfurcht. Die Welt wird es nie begreifen, dass der Christ, obwohl auf Erden geboren, ein Himmelsbürger ist! Einige unserer Kritiker sagen: »Ihr Christen redet über euch und eure Beziehung zu Gott so, als seiet ihr Gottes beste Freunde!« Darauf habe ich eine gute Antwort: Derselbe Christ, der glaubt, der Augapfel Gottes zu sein, ist gleichzeitig der selbstlose Christ, der bereit ist, sein Geld zu opfern und seine Söhne und Töchter als Boten des Evangeliums auszusenden oder selbst zu den verachtetsten und armseligsten Völkern der Erde zu gehen.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Alles, was in der Christenheit Wert hat und Frucht schafft, hängt an Christus; das ist das eine, was uns Paulus sagt. Zum Bestehen und Gedeihen der Kirche ist die Arbeit aller unentbehrlich; das ist das andere, was uns Paulus sagt. Vom Haupt aus wächst der Leib, nicht gelöst von ihm, nicht in eigener Kraft, sondern durch das, was er vom Christus empfängt. Er gelangt aber dadurch zum Wachstum, dass er ineinander gefügt und zum gemeinsamen Leben verbunden ist. Jeder Lebenslauf ist mit dem der anderen verschlungen. Vor Christus steht jeder als ein Glied des Ganzen und wird als solches von Ihm behandelt. Die Gabe, die Ihm dargereicht wird, erhält Er nicht für sich allein, sondern als ein Teil des Leibes, als ein Glied der Gemeinde. In der engen Verbundenheit, in der wir alle miteinander stehen, die uns alle wechselseitig zu Gebern und Empfängern der göttlichen Gabe macht, wird die Gemeinde Jesu zum Ort der Liebe. Das wäre nicht so, wenn der eine nur regierte, der andere gehorchte, der eine die Arbeit täte, der anderen nur in der Ruhe bliebe. Nun aber, weil Christus jeden als Glied seiner Gemeinde in Seine Gnade aufnimmt und jeden dazu begabt, dass alle durch ihn gesegnet werden, und jedem die ihm zugeteilte Arbeit gibt, jetzt hat die Liebe auf unserer friedlosen Erde eine Heimat gefunden.

Gepriesen bist Du, unerschöpflicher reicher Gott, dass Du uns den einzigen Sohn Deiner Liebe zum Haupt gegeben hast, der über dem ganzen Leibe steht und für alle seine Glieder sorgt. Gepriesen bist Du, Gott der Geduld, dass Du allen, auch uns Kleinen, an Deinem Werk einen Anteil gibst, dass auch wir am Wachstum Deines Leibes teilhaben dürfen und empfangen und geben, hören und reden, Liebe erhalten und Liebe spenden nach Deinem Willen, der uns reich und selig macht. Amen.