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Predigten zu Epheser 5,19

"redend zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, singend und spielend dem Herrn in eurem Herzen,"

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"... indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn in eurem Herzen singt und spielt."

Singen ist hier eng verbunden mit dem Erfülltsein vom Heiligen Geist, so als ob das Lied eine der zwangsläufigen Folgen des Erfülltseins ist. Vielleicht liegt es daran, dass fast alle großen Erweckungsbewegungen der Geschichte auch immer vom Singen begleitet gewesen sind.

Keine andere Gruppe von Menschen hat soviel zu besingen wie die Christen, und kein Volk der Erde hat ein so reiches Erbe an Psalmen, Chorälen und geistlichen Liedern zur Verfügung. Unsere Choräle drücken in majestätischer Sprache aus, was wir so oft empfinden, aber nicht in Worte fassen können. Manche Lieder enthalten auch Gedanken, die unsere eigenen Erfahrungen weit übersteigen, Choräle der völligen Hingabe wie beispielsweise "Alles übergeb' ich Jesus." Doch solche Lieder können wir als das Ziel und die Hoffnung unseres Herzens genauso mitsingen.

Bei geistlichen Liedern kommt es nicht auf den Rhythmus oder die Melodie oder die Harmonien an. Das Wichtige daran ist, dass ihre Botschaft aus dem Herzen heraus kommt und in der Kraft des Heiligen Geistes zu Gott emporsteigt. Mary Bowley hat diese Erkenntnis gut zum Ausdruck gebracht:

O Herr, es kommt nicht darauf an, Wie schön wir Lieder singen; Nur das vom Geist bewegte Herz Kann wirklich etwas vor Dich bringen.

Der Geist Gottes kann Gesang genauso einsetzen wie die Predigt des Wortes. Die Mutter von Grattan Guinness hörte eines Tages einen Bauern beim Pflügen singen, und dadurch besann sie sich noch einmal und ging nicht in den Fluss, wo sie sich eigentlich das Leben nehmen wollte. Dr. Guinness sagte später: "Alles, was ich für Gott bin, das schulde ich im Grunde einem einfachen christlichen Landmann, der zum Lob Gottes sang, während er seine schwere Arbeit verrichtete."

Diejenigen, die im Dienst der christlichen Musik stehen, müssen sich aber auch immer gegen zwei Gefahren wehren. Die eine ist die, dass das eigene Ich sich unversehens wichtig machen kann. Wie auch bei anderen Formen des öffentlichen Dienstes ist es hier sehr leicht, sich selbst groß in den Vordergrund zu stellen. Es gibt immer die Versuchung, die Leute mit dem eigenen Talent beeindrucken zu wollen, anstatt zur Ehre des Herrn zu singen und ein Segen für Gottes Volk zu sein.

Die andere Gefahr besteht darin, eher zu unterhalten als zu erbauen. Es ist durchaus möglich, Worte mit großer musikalischer Fertigkeit zu singen und dabei doch nicht die Botschaft in die Herzen der Zuhörer zu bringen. Und man kann auch Menschen begeistern mit Liedern, die von ihrem Sinn her wertlos und albern und dadurch des Herrn, den wir lieben, unwürdig sind.

Verschiedene Kulturen haben auch einen unterschiedlichen Geschmack in der Musik, aber überall sollten die Lieder von der Lehre her solide, Gott gegenüber ehrerbietig und geistlich aufbauend sein.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Unbesungen, aber singend: Der unbeachtete Christ

Wenn man die Wertschätzung der Menschen gesucht hat und diese dann um Christi willen verwirft, so ist das eine Art der Kreuzigung, die viele wahre Christen seit den Tagen der Apostel erduldeten. Es kann nicht geleugnet werden: Der Weg des Kreuzes ist wenig populär und bringt denen, die ihn gehen, manche Widrigkeiten ein. Die gelehrten Historiker berichten von Konzilien und Verfolgungen und Religionskriegen. Aber mitten in all dem Theater gab es einige, die einen vollen Blick auf die ewige Stadt geworfen hatten und es fertigbrachten, hier auf Erden so zu wandeln, als seien sie schon im Himmel. Dies waren die Glücklichen, die von der Welt und dem institutionalisierten Christentum wenig beachtet wurden und vielleicht ganz und gar unbemerkt dahingegangen wären, hätten sie nicht gesungen. Unbesungen, aber singend: Das ist die kurze und einfache Geschichte so mancher auch heute, deren Namen außerhalb ihres kleinen Kreises unbekannt sind. Sie haben nicht viele und keine großen Gaben. Aber ihr Gesang ist schön und hell! John Milton verlor sein Augenlicht und beklagte diesen Verlust in seinem dritten Band von Paradise Lost. Trotz dieser Anfechtung wollte er nicht verzagen. Wenn er nicht sehen konnte, so konnte er doch noch denken und er konnte noch beten. Der Nachtigall gleich vermochte er im Dunkeln zu singen:

»Wie der wachsame Vogel im Dunkel singt und im tiefen Schatten versteckt sein nächtliches Lied erschallen lässt.«

Wir wissen nie, wo wir einen wahren Christen finden – und die geschäftige Welt mag tatsächlich gar nicht wissen, dass es welche gibt –, bis wir einen singen hören!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Ohne Gefühl?

Ich weiß etwas davon, was in einem Menschen gefühlsmäßig vor sich geht, der eine Bekehrung zu Jesus Christus erlebt. Auch ich kam in das Reich Gottes mit großer Freude, denn ich wusste, dass meine Schuld vergeben ist. Ich bin Menschen begegnet, die mir »dogmatisch korrekt « erklärt haben, sie würden es nie zulassen, dass »Gefühle « in ihrem geistlichen Leben und ihrer Glaubenserfahrung eine Rolle spielten.

»Schade für euch!«, antworte ich dann. Ich sage das, weil ich eine sehr gute Definition für das gefunden habe, was meiner Meinung nach wahre Anbetung ist: »Anbetung ist im Herzen zu spüren!« Wir Christen sollten in der Lage sein, das Wort »Gefühl « kühn und ohne sich zu entschuldigen zu verwenden. Was kann von uns als christlicher Gemeinde Schlimmeres behauptet werden, als wir seien gefühllose Menschen? Ich denke, wir stimmen darin überein, dass diejenigen von uns, die in ihrem Inneren gesegnet worden sind, nie- mals einfach ihren Gefühlen nur folgen. Aber wenn wir in unserem Herzen kein Gefühl mehr haben, sind wir tot!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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»Ein fröhliches Herz«

Ein dankbarer Christ wird sich mit echter Freude dem zuwenden, was Joseph Addison in seinem Danklied »Wenn all Deine Gnade, mein Gott« zum Ausdruck bringt. Addison benutzt hier ein Bild, das man eigentlich nur musikalisch richtig ausdrücken kann:

Für Tausende und Abertausende kostbarer Geschenke bin ich jeden Tag voll Dank. Und nicht das Kleinste davon ist ein fröhliches Herz, das diese Gaben voll Freude schmeckt!

Dies ist der Geist des Dankens. Hier ist verstanden worden, wie es Gott erfreut, wenn wir Seine Gaben annehmen und gebrauchen.»... ein fröhliches Herz, das diese Gaben voll Freude schmeckt« - das ist die einzige Art von Menschenherz, das Gottes Gaben unbekümmert und sicher genießen kann.

Obwohl Addison bei dieser Liedstrophe vor allem an jene Gaben Gottes denkt, die Er über uns hier unten ausschüttet, war er zu sehr Christ, um anzunehmen, Gottes Gaben würden mit unserem Tode wieder verschwinden. Darum sang er:

Zu jeder Zeit meines Lebens werde ich Deiner Güte gedenken und nach dem Tod in anderen Welten dieses herrliche Thema weiter verfolgen!