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Predigten zu Epheser 6,15

"und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens,"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Um im Streit fest stehen zu können, bedarf es des richtigen geistlichen Schuhwerks.

"So steht nun ... beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft [zur Verkündigung] des Evangeliums des Friedens"

Nie werde ich ein Fußballspiel vergessen, das ich während meiner Collegezeit in Rose Bowl erlebte. Es war Winter und die Fußballsaison ging dem Ende zu. Das Spielfeld befand sich durch tagelangen Regen und weil die ganze Saison darüber hingegangen war, in schlechtem Zustand. Allerdings hatten die Platzherren das Spielfeld grün übersprüht, so sah es besser aus, als es tatsächlich war. Ich hatte zwei Paar Fußballschuhe - eins mit langen Spikes für weichen Boden und eins mit kurzen Spikes für guten Boden. Weil ich nun das Spielfeld für ziemlich in Ordnung hielt, entschied ich mich für die kurzen Spikes.

Ich bekam den Anstoss, machte zwei Schritte - und sass auf meinem Hinterteil. Das geschieht häufiger, wenn man angerempelt wird; aber diesmal war kein Gegner in der Nähe. Ich war im Schlamm ausgerutscht. Meine Schuhe hatten mir einen Streich gespielt.

Die richtigen Schuhe sind im Sport sehr wichtig. Noch wichtiger sind sie, wenn du um dein Leben kämpfst. Die römischen Legionäre legten großen Wert auf das richtige Schuhwerk. Gewöhnlich trugen sie Halbschuhe mit dicken Sohlen, die mit Riemen an den Waden befestigt waren. Die Sohlen waren mit Nägeln versehen, die wie die Stollen der Baseball-Schuhe wirkten. Die dicken Sohlen schützten die Füße vor Verletzungen und die Schuhnägel sorgten für Bodenhaftung.

Das Schuhwerk der Christen ist das "Evangelium des Friedens" (Eph. 6,15). In Römer 5,1 heißt es: "Da wir nun gerechtfertigt sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus." Gott versöhnte dich mit sich selbst durch den Tod Seines Sohnes (Vers 10). Früher warst du Sein Feind, jetzt bis du Sein Kind. Einst war Er gegen dich, jetzt steht Er auf deiner Seite.

Einerlei, wie schwierig alles ist oder wie viele Feinde gegen dich stehen, mache dir immer klar, dass der unüberwindliche Gott des Universums zu dir hält. Er führt den Krieg gegen Seine Feinde (Offb. 2,16) und Ihm kann niemand widerstehen. So stehe nun fest in diesem Vertrauen. Richte deinen Blick viel mehr auf deinen großen Verbündeten als auf deine schwachen Feinde.


Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Die Kampfesrüstung (III)

" An den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens."

Ein drittes Stück der Rüstung ist die Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zu verkünden. Aber sind dazu nicht die Prediger bestimmt? Leider hat man sich in der christlichen Kirche daran gewöhnt, zu schweigen, und überlässt es dem Geistlichen, die Sache des Evangeliums zu vertreten. Nach Jesu und seiner Apostel Meinung ist aber jeder Christ, der selbst Frieden gefunden hat, berufen, ein Bote des Friedens zu sein und den Mund aufzutun zu einem Zeugnis von Jesu, der uns allein den Frieden gibt. Selbstverständlich ist nicht jeder zur öffentlichen Wortverkündigung ausersehen. Vor allem die Frauen sollen nicht in öffentlichen Versammlungen als Rednerinnen auftreten. Aber jeder Christ soll nach dem Willen des Herrn den Mund auftun zu einem Bekenntnis seines Heilandes. - Die Fähigkeit besitzt er, weil er selbst Frieden in Jesu gefunden hat. Die Bereitschaft dazu muss er sich immer neu von oben schenken lassen. Es ist eine Gnade, wenn man freimütig und getrost ein Zeugnis ablegen kann von der Kraft des Evangeliums. Ein solcher Zeuge kann fest und sicher auftreten, wie ein Kämpfer, der mit Stiefeln angetan ist. Wem Gott ein freudiges Auftun des Mundes schenkt, der braucht sich nicht schüchtern und verlegen zu drücken. Haben doch Gotteskinder etwas, was der Welt fehlt: eben den köstlichen Frieden. Mögen die Weltmenschen noch so viel Geld, Macht und Ehre besitzen, Frieden haben sie nicht, sondern sie sind wie ein unruhiges Meer, dessen Wellen Kot und Unflat auswerfen. Wie bitter nötig braucht's die Welt, dass ihr der Weg zum Frieden gezeigt wird! "Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden predigen, die das Gute verkündigen!" Sie schleichen nicht unsicher einher, gehen nicht vorsichtig auf den Fußspitzen. Leicht und doch fest sind ihre Schritte. Man sieht sie über die Achsel an, man belächelt und verspottet sie. Aber sie haben keinen Grund, sich scheu in den Winkel zurückzuziehen. Wenn von oben die Bereitschaft, der Mut und die Entschlossenheit zum Zeugnis verliehen werden, denn treten auch schwache Frauen, kleine und ungelehrte Leute mit einer Sicherheit auf, welche die Welt verblüffen macht. So lesen wir Apg. 4, 13: "Sie sahen aber an die Freudigkeit der Apostel und wunderten sich; denn sie wussten, dass es ungelehrte Leute und Laien waren." Wieviel schneller würde die Botschaft des Friedens die Welt durchlaufen, wenn die Christen nicht so furchtsam und stumm wären! Siehe zu, dass dich nicht manch einer verklagt, mit dem du häufig Berührung hattest oder gar täglich beisammen warst, und dem du nie ein Wort von Jesu gesagt hast! Doch muss unser ganzes Wesen Frieden atmen, so dass auch ohne Worte ein Hauch des Friedens von uns ausgeht. Dann wird unser Zeugnis vom Frieden, der an Jesu Kreuz zustande gekommen ist, gesegnet sein.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"An den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens."

Nach dem Grundtext bedeutet dieses Stück unserer Waffenrüstung genauer: "Gestiefelt mit Bereitwilligkeit zum Evangelium des Friedens." Alle Streiter sind berufen, bei der wichtigen Angelegenheit ihres Herrn, nämlich dem Ausbreiten des Evangeliums des Friedens zu helfen. Der Herr Jesus spricht: "Wer nicht mit Mir ist, der ist wider Mich, und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut." Und der Apostel Petrus schreibt nicht an die Prediger, sondern an die Christen im allgemeinen: "Ihr sollt verkündigen die Tugenden dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu Seinem wunderbaren Licht." Wirst du aber eifrig und treu im Zeugen von deinem Heiland, so setzt du dich dadurch vielen Unannehmlichkeiten und Beschwerden aus, ja, du bekommst das ganze Reich des Teufels gegen dich, inwendig viel zahlreichere und schärfere feurige Pfeile und von außen die Feindschaft und Bitterkeit seiner treuen Dienerin, der Welt, die dann nach immer neuen Gelegenheiten sucht, dir etwas anzuhaben.

Verstehe darum recht, was es heißt "an den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens". Gleichwie es dem Krieger notwendig ist, an seinen Füßen bekleidet zu sein, wenn er über ein ungebahntes Feld voll scharfer Dornen, spitzer Steine und giftiger Schlangen vorwärtseilen muss, so müssen auch wir gut gerüstet sein gegen all jene bitteren Erfahrungen und Versuchungen zur Ungeduld, die sich auf unserem Wege häufen, wenn wir wirklich treu für das Evangelium Christi eifern wollen. Wir haben uns dann gleichsam durch ein Dickicht hindurchzuarbeiten, in dem viele scharfe Zacken und giftige Tiere uns verwunden, reißen, stechen und vergiften werden, wenn wir nicht recht gerüstet und darauf vorbereitet sind.

Und was soll dann unsere Fußbekleidung sein? Womit sollen wir gestiefelt sein? Der Apostel sagt: "Mit Bereitwilligkeit zum Evangelium des Friedens". Diese Bereitwilligkeit besteht zuerst in einer inneren Willigkeit, einer herzlichen Lust und Liebe, die gerade im Evangelium des Friedens wurzelt. Hierin liegt das Geheimnis. Geübte Christen kennen es aus Erfahrung. Alle noch so guten Ermahnungen, Vorstellungen, Aufforderungen oder Trostgründe sind ganz ohne Kraft, uns zu einem lebendigen Bekennen des Evangeliums zu bringen, wenn wir nicht von demselben Evangelium warm, belebt und willig im Geist geworden sind. Ist das Herz noch kalt und tot, wird man immer einige Entschuldigungen für sein geistliches Stummsein finden; oder auch, man fasst viele Vorsätze, es wird aber doch nichts daraus, sofern nicht die Form eines äußeren Berufes uns antreibt. Wenn das eigene Herz aber durch die Gnade erwärmt und selig ist, wenn der Herr mit mir geredet und mich der Vergebung meiner Sünden und Seiner Freundschaft versichert hat, dann bekomme ich einen eigenen, inneren Trieb, so dass ich nicht schweigen kann, sondern mit David sagen muss: Ich glaube, darum rede ich"und wiederum:"Wenn Du mein Herz tröstest, dann laufe ich den Weg Deiner Gebote."

Das Wort für Bereitwilligkeit deutet eigentlich an, dass man bereit ist, und die Bedeckung der Füße bewirkt, dass man gegen das Steinige nicht so empfindlich ist. Dieses deutet auf Geduld. So gehört es vor allem zu unserer geistlichen Fußbekleidung, dass wir uns mit einer beharrlichen Geduld ausrüsten und uns ernstlich mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir mit Christus leiden sollen und wollen, wie auch der Apostel Petrus sagt: "Weil nun Christus im Fleisch für uns gelitten hat, so wappnet euch mit demselben Sinn," nämlich um Seinetwillen leiden zu wollen. Sind wir nicht mit diesem Sinn gewappnet, dann geht es uns so wie denen, die mit großer Lust und Freimütigkeit den geistlichen Streit anfangen, wenn dieser dann aber ernster wird, so dass es wirklich etwas zu leiden gilt, dann machen sie schnell eine Wendung zur Seite, dann ändern sie den Ton und den Kurs - und das nur, um den Leiden zu entgehen. Solche taugen nichts in diesem Streit. Wer ein wirklicher Christ sein will, wer "der Sekte" des Gekreuzigten und des Verachteten angehören und sich ernstlich um Seine Sache und Sein Evangelium kümmern will, der muss, wie Luther sagt, "allerlei Widerstand, Gewalt, böse Tücke, Verachtung, Undank, Hohn und Schmach erwarten, ob er gleich jedermann alles Gute tut".

Um so geschickt zu sein, musst du auf vertrautem Fuße mit Gott stehen und Ihn als deinen versöhnten, liebevollen Vater kennen. Auch musst du dir die teure Wahrheit tief einprägen, dass Er in allen Dingen für dich sorgen und aufs zärtlichste über alles wachen wird, was dir geschieht, so dass kein Haar von deinem Haupt fallen kann ohne Seinen Willen. Viele sprechen dies mit dem Mund nach, wenige aber sind derer, die es ernstlich glauben. Es lohnt sich darum, die altbekannten Worte unseres Herrn nicht zu vergessen: "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um Meinetwillen schmähen und verfolgen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind." An dieser Ehre der Propheten sollen auch wir Unwürdige teilhaben! Gott helfe uns zu erwachen!

Pilgervolk, du Zeugenvolk, Gesegnet sei dein Wanderstab! Kam Er doch, der Welten Herr, Vom Himmel hoch zu uns herab, Dass er uns die Bahnen wies, Durch das Kreuz zum Paradies; Schmach und Armut war Sein Weg, Und doch war's ein sel'ger Steg.


Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Der ganze Spruch, und wörtlich, heißt: „Seid an den Beinen gestiefelt, in der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens.“ Der Apostel schildert den Christen als einen Kriegsmann und legt dessen gewöhnliche Kriegskleider geistlich aus. Zu diesen Kriegskleidern gehört auch der Beinharnisch, der den Apostel zugleich an die Beinbekleidung erinnert, wie sie Boten - etwa Friedensboten - tragen. Und so wird derselbe ihm zu einem Bild des Eifers für die Verkündigung des Friedens - wie denn auch der Kriegsmann nur dazu ins Feld rückt, um Frieden unter dem Unfrieden zu schaffen. Kehrt nun der Kriegsmann vom Felde zurück, so legt er gewöhnlich die Kriegskleider wieder ab. Der Christ aber soll seine „Kriegskleider“ nie ausziehen; er soll auch den „Beinharnisch“ beständig tragen, d. h. stets zum Kampf gerüstet stehen wider den Unfrieden, um Frieden zu erwirken.

Darf ein Christ sich ja überhaupt nicht gehen lassen oder sorglos ruhen - um nicht unversehens Schlappen zu bekommen und Einbußen zu erleiden -, so hat er am meisten aufzumerken in dem, was zur Erhaltung des Friedens gehört: sei es nun, daß er in sich den Frieden zu bewahren hat, oder sei es, daß er mit andern Frieden halten muß. Denn der Feind legt es auf nichts mehr an, als auf Störung des Friedens bei dem Christen selbst und bei andern; gegen diesen Feind braucht er denn auch die Rüstung.

Der Spruch aber sagt zweierlei. Einmal sollen wir bereit sein, das Evangelium des Friedens zu treiben, auszubreiten, auch an andere zu bringen, die es noch nicht haben. Das wird aber zu allen Ephesern gesagt, weil es die Schuldigkeit aller Christen ist, den Mund aufzutun und die Botschaft des Friedens, die ihnen selbst so wohlgetan hat, andern anzupreisen. Alle, die den Frieden haben, sollen auch Evangelisten des Friedens, Verkündiger des Worts in ihrem Teile sein. Und sie sollen darin eine solche Fertigkeit bekommen, daß es ihnen wie zur andern Natur wird, von dem zu reden und zu zeugen, was ihrer Seele Frieden gebracht hat.

Wer aber das Evangelium des Friedens treiben will, soll es - und das ist das zweite, was der Spruch sagt - nicht bloß mit dem Munde tun, daß er davon redet, sondern er soll es der Tat nach auch allenthalben auf den Frieden abheben und an sich den Beweis geben, daß das Evangelium Frieden schaffe wie im Herzen so auch im Leben und Umgang mit andern. Wer den Frieden nicht selber sucht - also etwa sich selbst nicht verleugnen kann um des Friedens willen -; wer es eigensinnig, betreffe es, was es wolle, bis zu Streit und Zank bringen kann, der treibt nicht das Evangelium des Friedens, wenn er es auch treiben will. Aber dann ist's nur äußerlich; er steht nicht im rechten Geist des Evangeliums, weil aus ihm kein Friedensgeist weht. Denn wer Christus kennt und von Ihm zeugt, muß auch wirklich als Friedensbringer dastehen. Er muß also selbst auch sonst, soviel an ihm liegt, Frieden haben mit allen Menschen und unter den Menschen den Frieden zu erhalten suchen. Unfrieden zu machen, das versteht die Welt trefflich. Und ihrer Art entgegen soll alles, was den Christen charakterisiert, Frieden sein. Dem Frieden zulieb darf er keine Mühe und keine Opfer scheuen; und ihm zulieb soll er gleichsam kampfgerüstet mit dem Beinharnisch als Friedenswirker dastehen.

Aber wie oft eifert man in lauter Unfrieden hinein! Des erbarme sich der HErr! Wie lieblich ist das Wort des HErrn (Mat. 5, 8): „Selig sind die Friedfertigen, denn sie sollen Gottes Kinder heißen“ !

Die nicht friedfertig sind - können sie das gleiche Recht an die Kindschaft Gottes haben?


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Dieser Satz bedeutet: «Seid so gestiefelt, daß ihr einsatzbereite Boten der frohen Botschaft des Friedens seid.» Der Apostel fordert uns also auf, rasch einsatzbereit zu sein, sofort die richtige Antwort bereit zu haben und ohne Zögern Zeugnis zu geben. «Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen: überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung!» (2. Timotheus 4,2). Wie oft haben wir dem Herrn mit Schweigen Schande gemacht, weil wir in unserem Geist schlaff und kraftlos oder beschwert waren! Wir können die besten Theorien haben und hinter dem Rücken der Leute schnell das Wort ergreifen – wenn wir ihnen aber gegenüberstehen, schweigen wir! Und wenn Gottes Ehre und Herrlichkeit verhöhnt wird, protestieren wir nicht, oder lassen Tage und Wochen vergehen, ehe wir etwas dagegen sagen und tun.

Kurz, es fehlt uns ein wichtiger Teil der Waffenrüstung Gottes, die Stiefel der Bereitschaft, die uns Geistesgegenwart zum Zeugnis verleihen und uns so schnell machen wie den Stein, der in Goliaths Stirn eindrang. Jedesmal, wenn wir nicht Stellung bezogen und unsere Flagge gezeigt haben, haben wir den Gegner in seiner Stellung bestärkt und eine Gelegenheit zum Zeugendienst versäumt.

Gott schenke uns Lenkbarkeit und ständige Einsatzbereitschaft, daß wir jede Gelegenheit ausnützen, um eine Seele zu Christus zu führen, jemandem in seiner Not zu helfen, oder für die Wahrheit Zeugnis zu geben! Wir wollen nicht sagen, wir hätten keine Gelegenheit zum Zeugendienst! Jeder Tag ist aus solchen Gelegenheiten zusammengesetzt. Wenn unser Leben keine Frucht bringt, liegt es nicht an mangelnden Gelegenheiten, sondern am Fehlen der Liebe Gottes in unseren Herzen! Es fehlt uns einfach an der Bereitwilligkeit, die Gelegenheiten zu ergreifen, wenn sie sich ergeben.

Darum wollen wir Gott bitten, uns aus unserem Schlaf herauszureißen, uns wach zu machen für die Wirklichkeit und uns von unserer Selbstsucht zu befreien. Wir wollen uns als lebendiges, Gott wohlgefälliges und der Welt nützliches Opfer hingeben; wir wollen aufrecht stehen, eifrig sein, an den Füßen immer gestiefelt mit der Bereitschaft zur Weitergabe des Evangeliums des Friedens.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Und an den Beinen gestiefelt als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens.

Der Friede, zu dem wir berufen sind, den zu erwerben uns das Herz treibt und den der Herr Christus uns verheißen hat, muss durch die volle Willigkeit des Lebens erstritten werden. Man tritt fest auf, wenn man etwas Großes begehrt, man tut gewisse Schritte, wenn man das Ewige will. Nur die Zeitlichen haben den schwanken und haltlosen Schritt, nur die Durchschnittsmenschen trippeln ängstlich einher. Wer aber weiß, dass er über die Erde schreiten muss, und die Heimat noch ferne ist, der tut gewisse Schritte dem Evangelium des Friedens nach, fertig „zu treiben das Evangelium des Friedens.“ Der Feind lockert immer wieder das Gewand, fasst immer wieder den edlen, festen Schild, lockt uns immer wieder auf abschüssige Bahn, damit der Glaube ermatte und der Fuß strauchle und wir aus der Wahrheit fallen. Haltet an und haltet aus!