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Predigten zu Jakobus 3,6

"Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge ist unter unseren Gliedern gesetzt, als die den ganzen Leib befleckt und den Lauf der Natur anzündet und von der Hölle angezündet wird."

Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Ich will es in einem Gleichnis darstellen: Denket euch einmal einen Topf, der über einer Flamme steht; er ist voll Unreinigkeit; nun wird er heißer und immer heißer, endlich kocht er; da steigt die Unreinigkeit immer weiter empor; endlich braust sie heraus und in das Feuer hinein. - Nun denket euch den Menschen mit seinem Herzen, daraus die argen Gedanken hervorgehen; der Zorngeist wütet in ihm und schwellt ihm das Herz auf; jetzt macht er demselben durch Reden Luft; seine Gebärde verstellt sich wie Kains, es blickt etwas Satanisches aus seinem Auge, und was strömt nun aus diesem Munde hervor? Lauter höllische Ausgeburten! Dadurch zieht er sich selbst immer tiefer in die höllische Art hinein; die Hölle macht ihn beredt, die Worte, die er ausstößt, bringen neues Feuer in das Rad seiner Natur, d.h. in sein Temperament, in seinen Geblütsumlauf, und so steigert er sich immer weiter, bis er ganz ein Werkzeug der Hölle und des Argen ist. Sehet, das tut die Zunge.

Wäre er still gewesen, hätte er nur innerlich geseufzt: Ach Herr, hilf mir, ich bin schwach, der satanische Zorngeist plagt mich; wäre er geflohen vor der Gelegenheit, die ihm Anlaß zum Zorn gab, so hätte er überwunden und von der ganzen Sache nichts als Segen davongetragen; weil er aber redet, was die Leidenschaft ihm eingibt, so wird Satan Herr über ihn. Seine Sünde begann mit dem Reden. So entzündet die Zunge bei jeder Leidenschaft unsere Natur, unser Temperament, und führt den Mensehen, der ihr nachgibt, immer tiefer in die Finsternis. Ach, wer ist weise und klug unter uns? Er erzeige mit gutem Wandel seine Werke, in Sanftmut und Weisheit!

Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, und lass die lieben Engel dein mein' Wächter und Gefährten sein.
Hilf, dass ich zu regieren wiss, mein' Augen, Ohren, Hand und Fuß, mein' Lippen, Mund und ganzen Leib, all bös Begierden von mir treib. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, die sichtbar und unsichtbar sind!