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Predigten zu Johannes 18,38

"Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er dies gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und spricht zu ihnen: Ich finde keinerlei Schuld an ihm;"

Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Warum will die Welt Jesum Christum nicht als König und Herrn anerkennen? Er ist doch ein König! Unser Jesus ist ein König aller Könige und ein Herr aller Herren, und er bleibt es; Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Zepter deines Reichs ist ein richtiges Zepter (Hebr 1,8). -Der Heiland nennt selber den Grund: Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Es mochte freilich dem Römer wunderbar vorkommen, daß ein gebundener Jude, der die Spuren seiner erlittenen Mißhandlungen an sich herumtrug, ihm mit großem Ernst versicherte, er sei ein König; aber daß er gar nicht weiter nach der Wahrheit fragte, sondern stolz und wegwerfend, vielleicht auch aus Furcht, die Wahrheit möchte beschämend und demütigend für ihn sein, nur sagte: Was ist Wahrheit? Und dann wegging, damit hat er doch bezeugt, daß er nicht aus der Wahrheit sei, sondern die Finsternis lieber habe als das Licht. Und das ist auch der Grund, warum so viele noch immer Christum als ihren König, Gott und Herrn nicht anerkennen wollen. Sie sind nicht aus der Wahrheit. Sie lassen sich gern vom Schein des Sichtbaren täuschen, sie stoßen sich an der armen Gestalt, in welcher er auftrat, an der Gestalt seines Reichs, welches ein Kreuzreich ist, sie halten sich an der Schale auf und wollen den Kern nicht, sie wollen die innere Herrlichkeit Christi und seiner Kirche wegen ihres armen Gewandes nicht erkennen, sie lassen sich von ihrer Sinnlichkeit täuschen, ja sie sind stolz und wollen sich nicht unter den Sohn Gottes demütigen. Daß die Welt in ihm nicht sogleich ihren König und Gott findet, ist kein Wunder, die Schrift selbst bezeugt's, daß ihr die Dinge des Geistes unbekannt sind, aber sie fragen nicht einmal nach der Wahrheit, sie forschen gar nicht weiter, weil sie die Wahrheit zu besitzen meinen oder weil ihnen nichts an der Wahrheit gelegen ist oder weil sie fürchten, die Wahrheit möchte sie an ihrer Sündenliebe und Sinnengenuß stören, und sprechen darum mit Pilatus: was ist Wahrheit? Und das ist ihre Schuld.

Gott will den Menschen nicht gnädig sein, als nur in Christo Jesu allein, der für unsre Sünden am Kreuz gehangen und für die Sünder hat Gnad empfangen zur Seligkeit. Betrachtet man Gottes eingen Sohn, so ist ja das der verdiente Lohn, daß man unterm Zorn muß liegen bleiben; denn denen nur, die an Jesum glauben, ist Heil bereit. Jesu, wir bitten von Herzensgrund (du bist der Stifter vom neuen Bund) für die Gottesherden: ach laß uns finden Gnade, uns alle auf dich zu gründen, als einen Mann.