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Predigten zu Johannes 2,11

"Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn."

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an Ihn."

"Füllet die Krüge mit Wasser!"Schöpfet und bringet es dem Speisemeister!" Dieses waren Worte Jesu an seine Jünger. Durch sie zog Jesus seine Jünger mit hinein in seine Stunde, in der Er etwas von der verborgenen Gottesherrlichkeit auf der damaligen Hochzeit offenbaren wollte. Gottes Aktivität, Gottes Handeln vermählte sich stets mit unserer Kraft und unserem Gehorsam, wenn sie sich zu unserem Heil zu offenbaren suchte. Wir müssen das Wasser schöpfen, das sie in Wein verwandelt. So handelt die Herrlichkeit Gottes in ihrer Offenbarung nicht ohne uns. Sie wirkt in Verbindung mit uns.

Wahrlich, wir kommen zwar bei aller unserer Dienstleistung und bei all unserem Glaubensgehorsam nie über das Krügefüllen und Wasserschöpfen hinaus. Er offenbart aber gerade darin seine Vollmacht vom Vater, dass Er diesen unseren menschlichen Dienst in Segen zu verwandeln vermag. Wir schöpften Wasser, als es aber zum Segen und zur Freude anderer weitergegeben werden konnte, da wurde aus Wasser Wein, aus Schwachheit Kraft, aus dem schlichten Handeln ein Dienst der Liebe für andere. Gerade große Persönlichkeiten innerhalb des Reiches Gottes waren sich in besonderer Weise ihrer Schwachheit bewusst. Sie wunderten sich, wie ihr schlichtes Handeln so große Fußspuren Gottes zurücklassen konnte. Sie waren sich bewusst, nichts Außergewöhnliches getan zu haben. Sie hatten Wasser geschöpft. Der Herr und Meister ihres Lebens verwandelte für andere jedoch das Wasser in Wein.

So wird in unserem schwachen Handeln Seine Kraft offenbar. Er gibt unserem Zusammensein eine Weihe, dass es zu einer Gemeinschaft der Heiligen wird. Er verleiht unseren Worten einen Ewigkeitsgehalt, durch den Menschen sich in seine Gemeinschaft berufen fühlen. Er heiligt selbst unsere Leiden, dass sie uns zu einem Mittel unseres Dienstes werden, durch welches wir andere segnen. Selbst unser Sterben vermag Er so zu verklären, dass der Tod seinen Stachel verliert, und es uns zum Heimgang ins obere Vaterhaus wird. "Grüsset mir die Sterbenden in Wernigerode, ich gehe heim zu den Lebenden", war der letzte Gruss einer teuren Magd des Herrn, den sie uns vor Jahren von ihrem Sterbebett in Halle sandte.

Paulus hat einmal die große Hoffnung und Erwartung ausgesprochen: "Dass ich in nichts zu Schanden werde, sondern dass in aller Freudigkeit, wie allzeit, also auch jetzt, Christus hoch gepriesen werde an meinem Leibe, sei es durch Leben oder durch Tod." Wahrlich, gibt es für uns Schöneres, Höheres, Gewaltigeres, als dass auch unser Leben und unser Sterben zu einer Gelegenheit für Christus wird, die Herrlichkeit des Vaters zu offenbaren?


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Bis in sein dreißigstes Jahr hatte er dieselbe vor der Welt verborgen; nur einmal, in seinem zwölften Jahr, schimmerte etwas davon durch. Da aber seine Stunde gekommen war, da machte er sie sichtbar, da stellte er sie heraus, und ließ bald dieses, bald jenes Stück davon sehen; da ließ er seine Jünger und die Welt bald in diesen, bald in jenen Abgrund seiner Herrlichkeit und Kräfte blicken, damit sie glauben und durch den Glauben das Leben haben möchten. Denn glaubet sicher, wenn es nicht notwendig gewesen wäre zum Heil der Menschheit, der Heiland hätte seine Herrlichkeit nicht geoffenbaret; es geschah aus keiner eigennützigen, ruhmsüchtigen Absicht; o! - er wäre wohl sein Leben lang dahingegangen in der Stille und Verborgenheit, unbekannt und unerkannt; denn er hatte ein gar demütiges Herz, welches von eigener Ehre nichts wußte und nichts wollte: aber die Menschen sollten an ihn glauben, und durch solchen Glauben das Leben haben, und um nun diesen Glauben zu erwecken und ihn lebendig zu machen, darum offenbarte er seine Herrlichkeit. Aber welche Herrlichkeit hat er denn geoffenbart? Welche Gotteskräfte und Gottesherrlichkeiten sind denn an ihm sichtbar geworden? In den Reden, die wir von ihm haben, hat er sich oft als die vollkommenste Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe dargestellt: aber wir fragen jetzt nach den Werken. Und da hat er sich allenthalten in seinem ganzen Wirken als der Lebendige gezeigt, als die Quelle des Lebens, mit andern Worten: er hat seine Schöpfermacht geoffenbart, seine Schöpfermacht, sage ich, gepaart mit seiner unendlichen Liebe und Erbarmung. Diese zwei Seiten sehen wir allenthalben in seinen Werken an ihm hervortreten, und so auch dort zu Kana.

Dir sei Lob, Preis und Ehre, erhabner König, Herr und Gott! Beschäme und bekehre die stolze und verwegne Rott, die deine Krone raubet und frech mit Füßen tritt, die deinem Wort nicht glaubet! Teil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen, und die, so dich erkannt, laß dir in Liebe brennen! Dein Ruhm füll Meer und Land!