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Predigten zu Johannes 3,8

"Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt, und wohin er geht; also ist jeder, der aus dem Geiste geboren ist."

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Der Wind weht, wo er will."

Der Geist Gottes ist souverän. Er bewegt sich, wie es Ihm gefällt. Wir versuchen, Ihn in unsere spezielle Form zu pressen, aber unsere Versuche sind unweigerlich zum Scheitern verurteilt.

Die meisten Symbole des Heiligen Geistes sind fließende Dinge - Wind, Feuer, Öl und Wasser. Wir können versuchen, sie mit der Hand zu fassen, aber sie machen uns deutlich: "Setze mir keine Grenzen."

Der Heilige Geist tut niemals etwas, was moralisch verkehrt wäre, aber in anderer Hinsicht behält Er sich das Recht vor, in außergewöhnlicher und unkonventioneller Weise zu wirken. Es ist beispielsweise so, dass Gott in der Schöpfungsordnung dem Mann die Führung anvertraut hat, aber wir können nicht behaupten, dass der Heilige Geist nicht eine Debora erwecken darf, um Sein Volk zu führen, wenn es Ihm gefällt.

In Zeiten des Verfalls erlaubt der Heilige Geist manchmal Verhaltensweisen, die normalerweise verboten wären. So war es David und seinen Männern gestattet, die Schaubrote zu essen, die ausschließlich für die Priester reserviert waren. Und die Jünger hatten das Recht, am Sabbath Ähren zu pflücken.

Manche sagen, dass wir in der Apostelgeschichte ein definitives, genau kalkuliertes Evangelisationsmuster vorfinden, aber das einzige Muster, das ich erkennen kann, ist die Souveränität des Heiligen Geistes.

Die Apostel und andere Gläubige folgten keinem Lehrbuch; sie folgten Seiner Führung, die sich oft ziemlich von dem unterschied, was ihnen ihr gesunder Menschenverstand geraten hätte.

Wir sehen zum Beispiel, wie der Geist Philippus führt, eine erfolgreiche Erweckung in Samaria zu verlassen, um einem einsamen äthiopischen Kämmerer auf der Straße nach Gaza Zeugnis zu geben.

Auch heutzutage müssen wir uns davor hüten, dem Heiligen Geist diktieren zu wollen, was Er tun und was Er zu lassen hat. Wir wissen, dass Er nie etwas Sündhaftes tun würde. Aber in anderer Hinsicht kann man damit rechnen, dass Er in außergewöhnlicher Weise wirkt. Er beschränkt sich nicht auf ein bestimmtes Arsenal von Methoden. Er ist nicht an unsere traditionellen Arbeitsweisen gebunden. Oft protestiert Er gegen Formalismus, Ritualismus und Erstarrung, indem Er neue Bewegungen mit belebender Kraft erweckt. Wir sollten deshalb offen für das souveräne Wirken des Heiligen Geistes sein und nicht voller Kritik im Abseits sitzen bleiben.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Es gibt in der Natur wohl nichts freieres, als der Wind in seiner Bewegung ist. Man kann den Wind nicht an Bande legen, man kann ihm nicht befehlen, dass er hier oder dorthin blase. Unabhängig ist er von allen Menschen und von all ihrem Tun. Was auch die Naturforscher erforscht haben mögen, sie können nicht sagen, wo der Wind herkommt, auch nicht, wo er hinfährt, noch den Ort angeben, wo er sich legen wird, wenn wir auch sein Sausen vernehmen. Das meinte aber der Herr von der Freimacht Gottes, von dem von allen Menschen und ihrem Tun unabhängigen Gott und seiner Gnade, wie auch Paulus Röm.9 bezeugt: So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmung, und wiederum: So erbarmt er sich, wessen er will. – Denn so ist die Freimacht der Gnade Gottes, sie macht lebendig, was sie will, und lässt sich durch menschliche Bestrebung oder Anmaßung nicht in Bande legen. Darum bezeugt auch der Apostel: Schaffet, dass ihr selig werdet mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen. Denn weil das Wollen und Vollbringen daher ist, dass es durch Gott und sein Vermögen kommt, weil er so gütig ist, so soll alle Anmaßung, Erhebung seiner selbst über andere oder der Dünkel, als seien wir etwas, wohl ferne von uns sein müssen; denn da gilt es: Was habt ihr, das euch nicht gegeben ist? Und wiederum: Wer hat ihm etwas zuvor gegeben?

Drum dank' ich dir vom Grunde meiner Seelen,
dass du nach deinem ewigen Erwählen
auch mich zu deiner Kreuzgemeinde brachtest
und selig machtest.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Es geht mit einem Menschen nicht gut, wenn er das Gesetz Gottes verachtet, wenn er dasselbe übertreten kann, ohne dass ihm das Herz dabei schlägt, ohne dass er hinwegschwindet vor Gottes Wort, ohne dass es ihm wahrhaftig geht um Befreiung von aller Sünde und Leidenschaft. Wer ein armer Sünder ist, dem geht es nicht um sich selbst, sondern um Gott und um seinen Nächsten. Wer den wahrhaftigen Glauben hat, glaubt, dass der Wind bläst, wo er will. Er kann sich nicht verlassen auf das, was er ist oder geworden sei, nicht darauf, dass er ein Christ, dass er bekehrt und begnadet ist, sondern tief gedemütigt seiner Grundverdorbenheit wegen kann er allein seine Ruhe darin haben, dass der Wind bläst, wo er will, dass die Freimacht der Gnade Gottes sich lagert und kräftig erzeigt, wo sie will. Eben in diesem unabhängigen, gnädigen Willen Gottes sieht er seine Seligkeit. Dass die Seligkeit lediglich bei Gott steht, ist eine schreckliche Wahrheit für alle, die durch etwas in sich Gott an sich gebunden wähnen, aber eine tröstliche Wahrheit für alle, die nichts in sich finden können, was Gott würde angenehm sein können. Aber eben deshalb, weil sie die Freimacht der Gnade Gottes glauben, hält es bei ihnen genau mit dem Gesetz Gottes, nicht um es selbst zu halten als aus sich selbst, sondern um damit vor Gott und ihrem Nächsten in Übereinstimmung zu sein. In Christo Jesu, in Vereinigung mit ihm suchen sie und finden sie die Frucht des Geistes. Gott ist ihnen das All.

Nichts kann ich vor Gott ja bringen
als nur dich, mein höchstes Gut;
Jesu, es muss mir gelingen
durch dein heil'ges, teures Blut.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Nur Diener der Wahrheit können die Wahrheit kennen

Nur die Diener der Wahrheit können jemals die Wahrheit erkennen. Man kann seinen Kopf mit Wissen füllen. Aber erst an dem Tag, an dem man beschließt, Gott zu gehorchen, wird es ins Herz rutschen. Dann wird man erkennen! Ich las einmal ein Buch über das Seelenleben eines Menschen, der über einen scharfen Intellekt verfügte. Nach seinem eigenen Eingeständnis stand er außerhalb und beobachtete geistliche Menschen von dort aus, und nichts drang zu ihm durch. Und das ist möglich! Man kann nicht drum herumreden. Lies deine Bibel – einerlei, welche Übersetzung –, und wenn du ehrlich bist, wirst du zugeben: Man ist entweder gehorsam, oder man bleibt innerlich blind. Man mag den Römerbrief Wort für Wort auswendig hersagen können und doch innerlich blind sein. Man kann die Lehre von der Rechtfertigung kennen und Luthers reformatorischen Standpunkt einnehmen und doch innerlich blind sein. Denn nicht der Inhalt der Wahrheit, sondern der Geist der Wahrheit erleuchtet uns. Wenn du dem Herrn Jesus gehorchen willst, wird Er deinen Geist, dich von innen erleuchten – und du wirst die dir bekannte Wahrheit geistlich begreifen, und Kraft wird anfangen, auf dich zu kommen und von dir auszugehen, und du wirst dich selbst verändert sehen – wundersam verändert. Es lohnt sich, an ein Christentum zu glauben, das tatsächlich Männer und Frauen verändert. An dem großen Tag der Wiederkunft Christi ist alles, was zählt, ob wir innerlich erleuchtet, innerlich erneuert, innerlich gereinigt wurden! Die Frage ist: Kennen wir Jesus wirklich auf diese Weise?


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Da Jesus vom Leben sprach, das aus Gott ist, gab er auch die Merkmale an, die den aus dem Geist Geborenen kennzeichnen. Das erste Kennzeichen ist: keiner wird durch seinen eigenen Willen des Lebens teilhaft, das durch den Geist entsteht. Was wir selber aus uns machen oder was wir andere aus uns machen lassen, bleibt von dem, was der Geist schafft, verschieden. Dort, wo er will, weht er, nicht da, wo wir wollen. Alles, was vom Geist stammt, erweist sich unzweideutig als empfangen. Das gibt unserer ganzen christlichen Arbeit die gebeugte Haltung, die unsere Abhängigkeit von Gott nie vergessen kann. Jeder Versuch, diese Abhängigkeit zu durchbrechen, indem wir durch irgendwelche Mittel unseren Einfluss auf die anderen so verstärken, dass sie ihm unterliegen müssen, hat die Leugnung des Geistes in sich und macht uns für sein Wirken verschlossen. Ein zweites Merkmal gibt uns Jesus damit an, dass er sagt: Du weißt nicht, woher er kommt, noch wohin er fährt. Göttliches Schaffen geschieht durch den Geist in unserem inwendigen Leben und darum ist es mit dem Geheimnis verhüllt, das alles Werden bedeckt. Ich kann den Finger Gottes nie beobachten, wenn er mein Inneres bewegt, und darum nie wirklich erklären, wie es im Menschen zum Glauben kommt. Was Gott schafft, ist in unseren Blick hineingestellt, nicht, wie er es schafft. Ebensowenig können wir gleich schon im Anfang den Endpunkt der Bewegung erkennen, die der Geist uns gibt, sondern müssen uns vorbehaltlos in seine Hand legen, damit er aus uns mache, was ihm gefällt. Allein neben dem, was wir nicht wissen und woran wir nicht mit vorwitzigen Gedanken rütteln dürfen, steht das, was in heller Deutlichkeit in unserer Wahrnehmung steht: du hörst die Stimme des Geistes wohl und kannst deshalb an seinem Dasein und an seiner Wirksamkeit nicht zweifeln. Denn er macht sich vernehmlich und seine Stimme ist von jeder anderen Stimme völlig verschieden. Ist nicht aber doch Seelisches und Geistliches oft schwer zu unterscheiden? Gibt sich nicht vieles als Geist aus, was nicht über die Natur, oft sogar nicht über kranke, verdorbene Natur hinausragt? Und wird nicht ebenso oft vieles als ungeistlich verachtet, was in Wahrheit das Werk des Geistes ist? So ist es freilich; aber das Kennzeichen des Geistes wird dadurch nicht undeutlich. Der Geist wendet mich zu dem, von dem er kommt. Der Geist spricht zu mir von Gott, bindet mich an Gott, macht mir Gottes Gebot deutlich und mich dem Willen Gottes untertan. Das tut der natürliche Wille nicht. Dieser spricht: Ich! Der Geist dagegen lehrt mich sagen: Gott. Das ist seine Stimme, an der du ihn erkennst.

Wer kann Leben schaffen und Ewiges wirken, Vater, als Deine heiligen und gnädigen Hände? Wir sind für Deine Lebensgabe nur ein irdisches Gerät. Du aber legst nach Deiner Gnade auch in unser irdenes Gerät Deinen wunderbaren Schatz, damit das, was Du aus uns machst, ein Zeugnis für die Herrlichkeit Deiner Gnade sei. Amen.