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Predigten zu Johannes 5,44

"Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre, welche von Gott allein ist, nicht suchet?"

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre, welche von Gott allein ist, nicht suchet?"

Mit diesen Worten weist der Herr darauf hin, dass wir nicht gleichzeitig nach dem Beifall der Menschen und nach der Anerkennung Gottes streben können. Er macht auch deutlich, dass wir, wenn wir uns einmal auf die Suche nach menschlicher Anerkennung gemacht haben, dem Leben des Glaubens einen Tiefschlag versetzt haben.

In ähnlicher Weise drückt der Apostel die moralische Unvereinbarkeit des Strebens nach dem Lob der Menschen mit dem Streben nach dem Lob Gottes aus: "Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht nicht" (Galater 1,10b).

Ich will das einmal praktisch illustrieren. Stellen wir uns einen jungen Gläubigen vor, der einen fortgeschrittenen akademischen Grad auf irgendeinem Gebiet der Theologie erwerben möchte. Aber er möchte den Grad an einer berühmten Universität, von einer anerkannten Institution bekommen. Nun sind aber leider alle berühmten und anerkannten Universitäten, die diesen Grad anbieten, solche, die die großen grundlegenden Glaubenswahrheiten leugnen. Diesen akademischen Grad hinter seinen Namen setzen zu können bedeutet aber soviel für unseren jungen Gläubigen, dass er bereit ist, ihn aus der Hand von Männern zu empfangen, die - obwohl bekannte Gelehrte - Feinde des Kreuzes Christi sind. Fast unvermeidlich wird der Gläubige im Verlauf seiner Studien verdorben. Er hat seinen Titel, spricht aber nie mehr mit derselben tiefen Überzeugung wie vorher.

Die Sehnsucht, in der Welt als Gelehrter oder Wissenschaftler bekannt zu werden, hat eingebaute Risiken. Es besteht die tückische Gefahr, Kompromisse einzugehen, biblische Grundsätze zugunsten einer liberaleren Einstellung aufzugeben, und schließlich die Fundamentalisten mehr zu kritisieren als die Modernisten.

Christliche Bibel- und andere Schulen stehen vor einer qualvollen Wahl - nämlich ob sie sich um Anerkennung durch eine offizielle Instanz im Bildungswesen bemühen sollen oder nicht. Die Gier nach offizieller "Anerkennung" endet oft in einer Verwässerung ihrer biblischen Grundsätze und der Übernahme von fleischlichen Prinzipien, die von Männern aufgestellt wurden, die den Geist nicht haben.

Wonach wir mit aller Kraft streben sollten, ist "Gott bewährt" und von Ihm "anerkannt" zu sein. Die Alternative ist zu teuer, denn "auf dem Geldstück, für das wir die Wahrheit verkaufen, ist immer, wie wenig sichtbar es auch sein mag, das Bild des Antichristen aufgeprägt" (F.W. Grant).


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Die Sucht, Menschen zu gefallen, ist die Wurzel des Unglaubens

So wird der ganze Lebenslauf durch das Versagen gekennzeichnet, Gott den Platz zu geben, der Ihm zukommt. Wir machen uns groß, anstatt Gott, und der Fluch folgt unweigerlich! Sehen wir uns doch einmal diese aufwühlende Frage an, die Jesus den Menschen stellte, als Er auf Erden war: »Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt?« Wenn ich es richtig verstehe, offenbart Christus hier die alarmierende Lehre, dass der Wunsch nach Ehre bei den Menschen das Glauben unmöglich macht! Ist diese Sünde die Wurzel des Unglaubens? Könnte es sein, dass jene »intellektuellen Schwierigkeiten«, denen wir die Schuld an unserem Nicht-glauben-können geben, nur die Vernebelung des wahren Grundes sind, der dahinter liegt? War es nicht dieses gierige Verlangen nach Menschenehre, das aus Menschen Pharisäer und aus Pharisäern Gottesmörder machte? Ist dies das Geheimnis hinter aller religiösen Selbstgerechtigkeit und hohlen Frömmelei? Ich nehme an, dass dies so ist. Menschen, die sich aufrichtig und ein für alle Mal dafür entscheiden, Gott zu erhöhen und Ihm und Seinem Christus über allem anderen die Ehre zu geben, sind auch Gott kostbarer als alle irdischen Schätze – denn Er hat gesagt: »Die mich ehren, werde auch ich ehren«, und: »An den Heiligen … an den Herrlichen ist all mein Wohlgefallen!«


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Wo hast du deine Ehre? Fragt mich Jesus. Wer soll sie mir geben, wenn nicht die anderen? In der Gesellschaft entsteht die Ehre. Der eine reicht sie dem anderen dar, und ihr Wert besteht darin, dass sie mir in der Gesellschaft meinen Platz sichert. Je größer meine Ehre wird, um so größer sind die Gewinne, die mir die Gemeinschaft verschafft. Geht sie mir verloren, so bin ich aus ihr ausgestoßen und all der unentbehrlichen Hilfen beraubt, die mir einzig die Gemeinschaft geben kann. Wie soll ich also anderswo die Ehre suchen, da sie im Verkehr mit den Menschen ihren Grund und ihren Wert besitzt? So kannst du nicht glauben, sagt mir der Herr. Da, wo du deine Ehre suchst, liegt das Ziel deines Lebens. Suchst du sie bei den Menschen, so lebst du für die Menschen, machst ihre Meinung zu deinem Gesetz und ihren Willen zu deinem Herrn, und das wird nicht anders, auch wenn du die Menschen verachtest und ihre Meinungen als Narrheit schiltst. Solange du ihre Ehrung nicht entbehren kannst, bist du ihnen untertan. Du kannst aber nur dann für die Menschen leben, wenn du für dich selber lebst. Wo ist nun dein Gott? Du hast ihn vergessen und verloren. Trätest du zu ihm, wie könntest du dann noch nach der Ehre bei den Menschen greifen? Dann gäbe es für dich ein anderes Anliegen, ein höheres Ziel, nämlich Gottes Ehre, die Ehre, die Gott dir gibt und die du ihm darbringen darfst, indem du ihm dienst. Das ist klar, dass ich nicht glauben kann, wenn ich Gott verachte. Das Wort Jesu geht nur dann in mich hinein und wird nur dann mein Eigentum, wenn es die Gewissheit Gottes in mir erweckt und mich zu ihm hin wendet. Ich kann nur Gott ein Ja darbringen, das keinen Riss in sich hat, das über allen Dunkelheiten als Gewissheit steht und mein ganzes Denken und Tun durchdringt. Wenn die Ehre der Menschen mein Maßstab ist, ist nie Gott der, an den ich mich halte, ist es nicht die Wahrheit, mit der ich mich einige, weil sie wahr ist, ist es nicht die Gerechtigkeit, die ich liebe, weil sie gerecht ist. Dies alles hat ja nur so weit für mich Wert, als es mir bei den Menschen Ehrung erwirbt. Denn ich habe mein Leben auf das gestellt, was ihre Gemeinschaft mir gibt. Wenn mir aber Gottes Gabe in ihrer Herrlichkeit und Fülle sichtbar geworden ist, dann habe ich einen Besitz und eine Ehre empfangen, die alles Menschliche weit überragt. Bin ich nun einsam geworden und aus der Gemeinschaft mit den anderen herausgerissen? Nein; ich bleibe in sie hineingestellt, nun aber als ein freier Mann. Immer hat das Wort Jesu dieselbe Entschiedenheit, die auf die letzte alles erfassende Entschließung drängt. Ihr könnt nicht zwei Herren dienen, sagt er uns. Ihr dient entweder eurem Besitz oder ihr dient Gott; ihr sucht entweder die Ehre der Menschen oder die Gottes. Begehre das, was Gottes ist, sagt er mir, nicht mit halbem Herzen, sondern ganz.

Menschendienst, lieber Gott, ist ein harter Dienst und Menschenehre eine schwere Kette. Gepriesen sei Deine Gnade, die uns in die Freiheit führt. Sammle meine Seele in ein einziges Verlangen, das nach dem begehrt, was Deine Herrlichkeit offenbart. Amen.