10.800 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther uvm.

Predigten zu Johannes 5,39

"Ihr erforschet die Schriften, denn ihr meinet, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
Zitate von Charles Haddon Spurgeon anzeigen

"Suchet in der Schrift."

Das griechische Wort, das hier durch "suchen" wiedergegeben ist, bezeichnet ein aufmerksames, eifriges, begieriges, angestrengtes Suchen, wie wenn Menschen Gold suchen, oder Jäger dem Wild nachspüren. Wir dürfen uns nicht damit begnügen, dass wir ein oder mehrere Kapitel mit flüchtiger Aufmerksamkeit durchlesen, sondern wir müssen mit dem Leuchter des Heiligen Geistes den verborgenen Sinn des Wortes mit allem Fleiß erforschen. Die Heilige Schrift will erforscht sein; vieles in derselben lernt man nur durch sorgfältige Betrachtung verstehen. Sie enthält Milch für die jetzt gebornen Kindlein, aber auch starke Speise für die Vollkommenen. Die jüdischen Schriftgelehrten sagen, dass jedes Wort, ja, jeder Buchstabe einen Berg von Inhalt umfasst. Der Kirchenvater Tertullian ruft aus: "Ich erstaune über die Fülle des Inhaltes der Schrift!" Niemand, der im Buch der Bücher bloss blättert, kann daraus Belehrung empfangen; wir müssen graben und bohren, bis wir die verborgenen Schätze finden. Die Tür des Worts öffnet sich nur dem Schlüssel des Fleißes. Die Heiligen Schriften verlangen ernstes Forschen. Sie sind die Schriften Gottes und tragen das göttliche Siegel der Echtheit, wer darf sie mit Geringschätzung behandeln? Wer sie verachtet, verachtet Gott, der sie geschrieben hat. Gott verhüte, dass einer von uns sich von dem teuren göttlichen Wort abwende und es gegen sich Zeugnis ablegen lasse am großen Tag der Rechenschaft. Aber das Wort Gottes belohnt ein fleißiges Suchen. Gott heißt uns nicht einen Berg von Spreu sichten, um hier und da ein Körnchen Weizen darin zu finden, sondern die Heilige Schrift ist geworfeltes Korn; wir brauchen nur die Vorratskammer aufzutun, so finden wir's. Die Heilige Schrift wächst unter der Betrachtung. Sie ist voll Überraschungen. Unter des Heiligen Geistes Belehrung leuchtet sie dem suchenden Auge mit dem Glanz der Offenbarung entgegen, wie ein weiter Tempel, der mit gewirktem Golde bekleidet, mit Rubinen Smaragden und allerlei Edelsteinen geschmückt ist. Keine Kaufmannsgüter gleichen an Wert der Schriftwahrheit. Endlich offenbart uns die Schrift den Heiland. "Sie ist's, die von mir zeuget." Wer Jesum findet, findet das Leben, den Himmel, alles. Selig, wer in der Schrift den Heiland findet.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
Zitate von Charles Haddon Spurgeon anzeigen

"Sie ist es, die von mir zeuget."

Jesus Christus ist das A und das O, der Anfang und das Ende der Heiligen Schrift. Er ist der immer wiederkehrende Gegenstand ihrer heiligen Blätter; von der ersten bis zur letzten Seite zeugt sie von Ihm. Bei der Schöpfungsgeschichte begegnen wir Ihm sogleich als einer der heiligen Personen der Dreieinigkeit; wir sehen einen Strahl von Ihm in der Verheißung des Weibessamens, wir sehen sein Vorbild in der Arche Noah; wir wandeln mit Abraham, wenn er den Tag des Messias erblickt; wir wohnen in den Hütten Isaaks und Jakobs und sättigen uns an der gnädigen Verheißung; wir hören den ehrwürdigen Israel von Ihm reden; und in den vielen Vorbildern des Gesetzes finden wir den Erlöser reichlich und mannigfaltig abgeschattet. Propheten und Könige, Priester und Prediger, alle sehen nach einem Punkt, sie alle wenden wie die Cherubim ihren Blick dem Gnadenstuhl zu und wünschen, hineinzuschauen und das Geheimnis von der großen Versöhnung Gottes zu lesen. Aber noch weit mehr tritt uns im Neuen Testament unser Herr als der Hauptgegenstand vor die Augen. Hier findet ihr nicht da und dort ein Stückchen edles Metall, oder stellenweise dünne Vergoldung, sondern hier steht ihr auf einem Boden von gediegenem Golde; denn der ganze Inhalt des Neuen Testaments ist der gekreuzigte Jesus, und selbst der letzte, herrliche Schlusssatz ist mit dem Kleinod des Jesusnamens geschmückt. Wir sollten die Heilige Schrift immer in diesem Sinne lesen; wir sollten das Wort betrachten als einen Spiegel, in welchen Christus vom Himmel herab blickt; und dann sehen wir sein Antlitz aus diesem Spiegel zurückgestrahlt in unser betrachtendes Auge; dunkel zwar, aber doch noch deutlich genug, um uns damit vorzubereiten auf das selige Schauen von Angesicht zu Angesicht. Dieser zweite Teil der Heiligen enthält die Worte Jesu Christi an uns, die von seiner Liebe durchduftet sind. Diese Seiten sind die Kleider unsers Königs, und ihr Geruch ist wie der Geruch von Myrrhen, Aloe und Kezia. Das Wort Gottes ist die königliche Sänfte, in welcher Jesus getragen wird, ihr Boden mitten inne ist lieblich gepflastert um der Töchter willen zu Jerusalem. Die Heilige Schrift ist das Wickelband des Heiligen Kindes Jesus; löse es auf, so findest du deinen Heiland.


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
Zitate von Watchman Nee anzeigen

"Ihr durch forscht die Schriften..., und sie sind es, die von mir Zeugnis ablegen."

Im Alten Testament finden wir nicht nur das Gesetz, geistliche Gesänge und Prophezeiungen, sondern auch Christus. Aber in welcher Weise ist er dort gegenwärtig? Wir haben in den alttestamentlichen Schriften Abbilder von Christus, Prophezeiungen, die ihn voraussagen, messianische Psalmen; aber steht nur dort von ihm geschrieben, oder finden wir noch etwas darüber Hinausgehendes?

Abraham, so sagt Jesus selbst, "frohlockte, dass er Meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn" (Johannes 8,56). In einem entscheidenden Augenblick seines Lebens verzichtete Moses auf den Wohlstand Ägyptens, weil er die "Schmach Christi für grösseren Reichtum erachtete" (Hebräer 11,23ff.). Im 16. Psalm spricht David von seiner Gewissheit, dass Gott seine "Seele nicht im Totenreich lassen" werde; indem David von seinem eigenen Fortleben sprach, hat er "geredet über die Auferstehung Christi" (Apostelgeschichte 2,31). Und auch Jesaja gab nicht einfach Berichte weiter, die ihm gegeben worden waren, sondern er selbst sah die Herrlichkeit Christi und redete von ihr (Johannes 12,41). Man kann Gott nicht von seinen Dienern abtrennen. Christus lebte in ihnen, und deshalb machten sie bestimmte Erfahrungen und berichteten davon. So offenbarte sich Christus in all diesen Männern schon viele Jahrhunderte vor seiner Menschwerdung.