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Predigten zu Judas 1,24

"Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit tadellos darzustellen vermag mit Frohlocken,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Der euch kann behüten ohne Fehler."

In gewissem Sinne ist der Weg zum Himmel sehr sicher und gefahrlos, aber in andrer Beziehung ist kein Pfad so voller Gefahren und Beschwerden. Er ist mit Hindernissen und Anstössen übersäet. Ein einziger falscher Tritt (und wie leicht ist der geschehen, wenn die Gnade den Fuß nicht leitet), so stürzen wir in den schauerlichen Abgrund. Wie oft müssen wir mit dem Psalmisten ausrufen: "Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, mein Tritt hätte beinahe geglitten." Wären wir starke Bergbesteiger mit sicherm Tritt und schwindelfreiem Blick, so hätte es nicht so viel auf sich; aber wenn wir uns wollten auf die eigne Kraft verlassen, wie müssten wir da erfahren, wie schwach wir sind! Auf den ebensten Straßen straucheln wir bald, auf den lieblichsten Pfaden fallen wir leicht. Diese unsre wankenden Kniee vermögen kaum die schwankende Last unsers Körpers zu tragen. Ein Strohhalm kann uns zu Fall bringen, und ein Kieselsteinchen uns verwunden; wir sind wie kleine Kinder, die mit Zittern die ersten Fußtritte im Wandel des Glaubens wagen, und unser himmlischer Vater hält uns an unsern Armen, denn sonst liegen wir bald danieder. Ach, wenn wir vor dem Falle bewahrt werden, wie müssen wir da die geduldige Macht segnen, die Tag für Tag über uns wacht! Bedenkt, wie schnell wir sind zur Sünde, wie unüberlegt wir uns der Gefahr außetzen, wie sehr wir geneigt sind, uns zu überstürzen; und diese Betrachtungen legen uns lieblichere Lieder auf die Lippen, als wir je denken konnten: "Dem aber, der euch kann behüten ohne Fehler, dem Gott, der allein weise ist, unserm Heilande, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht, nun und zu aller Ewigkeit! Wir haben viele Feinde, die uns zu Falle bringen möchten. Der Weg ist rauh und wir sind schwach, aber überdies lauern Feinde im Hinterhalt und brechen hervor, wenn wir es uns am wenigsten versehen, und suchen uns niederzuwerfen oder über den nächsten Abgrund hinunter zu stürzen. Nur ein allmächtiger Arm kann uns bewahren vor diesen unsichtbaren Feinden, die uns zu verderben suchen. Ein solcher Arm hat sich unser angenommen und will uns verteidigen. Er ist treu, der es verheißen hat, und Er kann uns behüten vor dem Falle, also dass wir bei allem tiefen Gefühl unsrer großen Schwachheit uns mit einem festen Glauben freuen dürfen über unsre vollkommene Sicherheit.


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Er vermag euch vor Fehltritten zu bewahren und mit Frohlocken vor seine Herrlichkeit zu stellen."

Dies ist eine wunderbare Verheißung für uns, die wir unser Leben in Gottes Hand gegeben haben. Denn unser Weg zu "seiner Herrlichkeit" ist mit heimlichen Fallgruben besät, und er nimmt es auf sich, uns vor ihnen zu bewahren. Wann straucheln wir? Wenn wir, obwohl wir auf unserem Pfad keinerlei Hindernis gewahren, mit dem Fuß an etwas stossen, was dort verborgen ist. Dieser Vers versichert uns: Gerade da, jenseits des Bereichs des Bewussten, wirkt Gottes wahre Gnade. Wenn wir uns rückhaltlos seiner Fürsorge anheimgeben, brauchen wir keine Angst vor dem Unbekannten zu haben. Mit Staunen werden wir feststellen, wie Gott uns wieder und wieder vor Gefahren behütet, von denen wir im jeweiligen Augenblick gar keine Ahnung hatten.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Er kann euch darstellen vor das Angesicht seiner Herrlichkeit unsträflich mit Freuden."

Angenehm gemacht in dem Geliebten, angenommen sein von Gott, das ist der heilige, verborgene Anfang des Glaubenslaufes. Dargestellt werden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit unsträflich mit Freuden, das ist das selige Ende. Meine Seele, kannst du dieses große Wort fassen? Ist es möglich, dass ein armes, sündiges Menschenkind, so voll Elend und Schwachheit, einst dargestellt werden kann vor das Angesicht der Herrlichkeit unsträflich mit Freuden? Dieses Wunder auszuführen, hat der Sohn Gottes übernommen. Seine teuer erworbene Brautgemeinde will er dem Vater vorstellen, heilig und unsträflich.

Unsträflich! Gewaschen in dem Blut, das rein macht von aller Sünde; erneuert durch den Geist des lebendigen Gottes; bewahrt durch seine Macht; geläutert durch seine Zucht.

Unsträflich! Herr, lass dieses Wort in meiner Seele klingen in der Stunde der Versuchung, damit ich siege in Deiner Kraft.

Unsträflich! Lass mich daran denken am Tag der Prüfung und des Leides, damit ich still halte Deiner Zucht.

Unsträflich! O großer Meister, tue das Wunder Deiner Allmacht auch an mir, und lass mich aus Gnaden mit dabei sein, wenn Du die Deinen darstellst vor das Angesicht der Herrlichkeit unsträflich mit Freuden. Amen.