10.799 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther ...

Predigten zu Kolosser 3,9

"Belüget einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen"

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

Ziehet aus - ziehet an."

Für die Vorgänge des inneren Lebens gibt es im Neuen Testament eine solche Menge bildlicher Ausdrücke, die verschiedene feine Unterschiede beleuchten, dass man bei ihrer Deutung leicht in Widersprüche kommt. Ausziehen - anziehen, das passt auf einen Rock. Denken wir dabei an Heiligung, so müssen wir andere Stellen ausschalten, wo von einem Wachstum die Rede ist; hier ist eine Willenstat gemeint, ein Abtun des Alten und Annehmen des Neuen. Wie wichtig auf anderen Gebieten des Fortschritts das Wachstum ist - hier wird betont: durch Wachsen verändert sich der Rock nicht - der muss gewechselt werden. An anderer Stelle wird das Waschen betont (durch Wachsen wird man nicht gewaschen), aber das Waschen hilft beim alten Rock nichts; es muss ein anderer Rock angelegt werden. Also ist hier einmal nicht von Gottes Tun, nicht von fortschreitender Helligkeit, nicht vom Blute Jesu die Rede, sondern von etwas, was wir täglich unter Beistand des Geistes zu tun haben: ein Entschluss, den durch Fehler, Staub, Stoffwechsel und Schlaf altgewordenen Rock abzulegen und jeden Tag ein ganz reines, neues Gewand von dem anzulegen, des Güte alle Morgen neu ist.

Herr Jesus, deine Güte reicht uns die Mittel dar - lass uns nicht sparsamer sein als du es willst. Hilf uns täglich, das Verbrauchte, Befleckte ablegen und den neuen Anfang machen, der deinem Umgang entspricht. Wir danken dir für die vielen neuen Kleider! Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
Zitate von Wilhelm Busch anzeigen

Es ist merkwürdig, dass Paulus diese Mahnung einer Gemeinde schreibt, der er im selben Brief sagt: „Gott hat uns errettet von der Obrigkeit der Finsternis und versetzt in das Reich seines lieben Sohnes." Da wird deutlich, wie zäh die Lüge in unserem Wesen verwurzelt ist.

Überall wird gelogen: Der Schüler mogelt, um eine gute Note zu erhaschen. Das gesellschaftliche Leben ist von Höflichkeitslügen umsponnen. Und im Geschäftsleben! Ja, bis ins Familienleben hinein drängt sich die Lüge. Kinder belügen ihre Eltern, um der Strafe zu entgehen. Eheleute belügen einander, um Schwierigkeiten zu umgehen.

Und am allermeisten belügen wir uns selbst – und Gott. Wie schwer hat es der Heilige Geist, einem Menschen seinen verlorenen Zustand aufzudecken! Und wie schwer ist es, dass ein wiedergeborener Christ seine Fehler wirklich erkennt! Die Lüge aber ist das eigentliche Werkzeug Satans. Jesus nennt ihn einen „Lügner von Anfang". Und wo bei uns Lüge und Unwahrhaftigkeit ist, da ist Herrschaft der Finsternis. Das ist so, auch wenn wir unsere Lüge bemänteln und sie „Schlauheit" oder „Notlüge" nennen.

Wir wollen uns entschlossen von aller Lüge lossagen und dem Heiligen Geiste, der ein Geist der Wahrheit ist, allein gehorchen! Amen.