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Predigten zu Markus 9,19

"Er aber antwortet ihnen und spricht: O ungläubiges Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringet ihn zu mir."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Bringt ihn her zu mir."

Verzweifelnd wendete sich der getäuschte unglückliche Vater von den Jüngern hinweg zum göttlichen Meister. Sein Sohn war in einem höchst elenden Zustande, und alle Mittel und Versuche hatten fehlgeschlagen; aber das unglückliche Kind ward bald vom Bösen befreit, als der Vater im gläubigen Gehorsam auf des Herrn Wort vertraute: "Bringt ihn her zu mir." Kinder sind eine köstliche Gabe Gottes, aber sie machen viel Angst und Sorge. Sie können ihren Eltern eine große Lust oder eine schwere Schmerzenslast werden; sie können erfüllt werden mit dem Geist Gottes, oder besessen von einem bösen Geist. In allen Fällen gibt uns das Wort Gottes ein Mittel an, wie sie von allen ihren Übeln können geheilt werden: "Bringt ihn her zu mir." Ach, wieviel inbrünstiger und eindringlicher sollten wir für sie beten, schon während sie noch kleine Kindlein sind! Schon da ist die Sünde in ihnen, und mit unsern Gebeten müssen wir gegen dieselbe ankämpfen. Unser Schreien für unsre Kindlein sollte schon beginnen, ehe sie noch hineingeboren sind in diese Welt der Sünde. In den Tagen ihrer Kindheit werden wir schon genug traurige Anzeichen jenes taubstummen Geistes gewahr, der dem Gebet widerstrebt, und nicht hören will auf die Stimme Gottes in ihrer Seele; aber der Herr Jesus spricht: "Bringt ihn her zu mir." Sind sie dann groß geworden, so wallen sie vielleicht auf in Sünde, schäumen und schnauben in Feindschaft wider Gott; und wenn dann unsre Herzen vor Schmerz und Gram brechen, wollen wir uns der Worte des großen Arztes erinnern: "Bringt ihn her zu mir." Wir dürfen nimmer aufhören zu beten, bis dass sie aufhören zu atmen. Keine Krankheit ist hoffnungslos, so lange Jesus lebt. Der Herr lässt's manchmal geschehen, dass die Seinen in die Enge getrieben werden, damit sie aus Erfahrung kennen lernen, wie nötig sie Ihn haben. Gottlose Kinder, die uns unsre Ohnmacht an ihren entarteten Herzen zu Gemüte führen, treiben uns hin zu dem Mächtigen um Beistand, und das gereicht uns zu großem Segen. Welches aber auch unser heutiges Anliegen sei, so soll es uns wie ein gewaltiger Strom hinaustragen ins endlose Meer der göttlichen Liebe. Jesus kann unsre Sorge bald hinwegnehmen, es ist seine Wonne, uns zu trösten. Eilen wir zu Ihm, denn Er harrt auf uns und wünscht, dass wir zu Ihm kommen.