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Predigten zu Matthäus 20,26

"Unter euch soll es nicht also sein; sondern wer irgend unter euch groß werden will, soll euer Diener sein,"

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"... sondern wer irgend unter euch groß sein will, soll euer Diener sein, und wer irgend unter euch der Erste sein will, soll euer Knecht sein."

Was ist wahre Grösse?

Im Reich dieser Welt ist ein Großer derjenige, der sich eine vom Reichtum und Macht geprägte Position erworben hat. Er besitzt ein Gefolge von Helfern und Assistenten, die darauf getrimmt sind, seine Befehle auszuführen. Er wird als V.I.P. betrachtet und erfährt bevorzugte Behandlung, wohin immer er kommt. Die Menschen schauen aufgrund seiner Stellung respektvoll und ehrfürchtig zu ihm auf. Nie muss er sich beugen, um eine niedrige Arbeit zu verrichten; es gibt immer andere, die das für ihn erledigen.

Aber im Reich unseres Herrn sind die Dinge ganz anders. Hier wird Grösse mit dem Maß gemessen, mit dem wir dienen, nicht wie wir uns bedienen lassen. Der Große ist derjenige, der sich beugt, um Sklave für die anderen zu werden. Kein Dienst ist ihm zu niedrig. Er erwartet keine Sonderbehandlung oder Dank. Als einer von George Washingtons Leuten ihn eine Dienstbotenarbeit verrichten sah, wandte er sich mit den Worten dagegen: "General, Sie sind ein zu großer Mann, um so etwas zu tun." Washington antwortete: "O nein, ich habe genau die richtige Länge dafür."

Im Hinblick auf Lukas 17,7-10 erinnert uns Roy Hession daran, dass es "fünf Kennzeichen des Sklaven gibt:

1. Er muss bereit sein, dass ihm eine Last nach der anderen auferlegt wird ohne jede Rücksicht auf ihn selbst.

2. Er darf dabei keinen Dank erwarten.

3. Wenn er all das getan hat, darf er seinen Herrn nicht der Selbstsucht bezichtigen.

4. Er muss bekennen, dass er im Grunde ein unnützer Knecht ist.

5. Er muss zugeben, dass, wenn er alles ihm Auferlegte in Sanftmut und Demut trägt und tut, er dabei keinen Millimeter mehr als allein seine Pflicht getan hat."

Als unser Herr die erhabene Herrlichkeit des Himmels verließ, um auf diesem Planeten Mensch zu werden, "nahm er Knechtsgestalt an" (Philipper 2,7). Er war unter uns als der Dienende (Lukas 22,27). Er sagte: "Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele" (Matthäus 20,28). Er umgürtete sich mit einem Tuch, der Schürze des Sklaven, und wusch seinen Jüngern die Füße (Johannes 13,1-17).

"Ein Knecht ist nicht grösser als sein Herr" (Johannes 13,16). Wenn Er sich so tief herabgebeugt hat, um uns zu dienen, warum halten wir es für unter unserer Würde, anderen zu dienen?


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Der Schlüssel zur Größe: Unterwerfung und Dienst

Das Entscheidende in der christlichen Lehre über das Großsein ist dies: Wahre Größe unter den Menschen muss sich im Charakter, nicht in den Fähigkeiten oder in der Stellung zeigen. Während nur wenige Philosophen und Religionslehrer in vorchristlicher Zeit auf die Fragwürdigkeit der menschlichen Vorstellungen über Macht und Status hingewiesen haben, hat Christus wahre Größe definiert und ausgelebt. »Er wird euer Diener sein, er wird euer Sklave sein.« So einfach und schlicht ist das – und so schwierig! Wir haben nur Christus in Seinem Dienst am Menschengeschlecht zu folgen, in Seinem selbstlosen Dienst, der nur zu dienen suchte, und schon sind wir groß! Das ist alles. Aber es ist zu viel, weil es allem zuwiderläuft, was in uns den alten Adam ausmacht. Adam hat immer noch den Machtinstinkt. Er hört tief in sich den Befehl: »Füllt die Erde und macht sie euch untertan.« Darum nimmt er den Auftrag zum Dienen übel. Die Sünde muss verschwinden, und Adam muss Christus weichen, das bedeutet der Auftrag des Herrn. Durch die Sünde haben die Menschen die Herrschaft verloren, ja, selbst das Anrecht darauf, bis sie es durch Demut und Dienst wiedergewinnen. Obwohl von Tod und Hölle durch den schrecklichen Kampf Christi am Kreuz erlöst, muss das Recht auf Herrschaft von jedem Menschen für sich allein gewonnen werden. Jeder muss lange Lehrjahre als Diener ableisten, bevor er zum Herrschen fähig ist. Nachdem Christus gedient hatte (und zu Seinem Dienst gehörte das Sterben), hat Gott Ihn hoch erhoben und Ihm einen Namen über alle Namen gegeben. Als Mensch hat Er gedient und Sein Recht auf die Herrschaft gewonnen. Er wusste, wo wahre Größe zu finden ist – und wir nicht.