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Predigten zu Offenbarung 21,23

"Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, auf dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Die Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes, dass sie ihr scheinen."

In jener bessern Welt dort oben sind die Bewohner der ewigen Wohnungen unabhängig von allen zeitlichen Bedürfnissen. Sie bedürfen keiner Erneuerung ihrer Kleidung; das weiße Kleid von der reinen Seide der gottgewirkten Gerechtigkeit trägt sich nie ab, noch wird es je befleckt. Sie bedürfen keiner Arznei zur Heilung von Krankheiten, denn "kein Einwohner wird sagen: Ich bin schwach." Sie bedürfen keines Schlafs, um ihrem Körper Erholung und Stärkung zu gönnen; sie ruhen weder Tag noch Nacht, sondern loben Ihn unermüdlich in seinem Tempel. Sie bedürfen keiner geselligen Kreise zu ihrem Trost und ihrer Erquickung; und alles Glück und alle Freuden, die aus dem Umgang mit ihresgleichen herfließen mögen, machen keinen wesentlichen Teil ihrer Seligkeit aus, denn die Gemeinschaft mit ihrem Herrn ist auch für ihre höchste Sehnsucht vollgenügend. Sie bedürfen keiner Lehrer; ganz ohne allen Zweifel unterhalten sie sich miteinander von göttlichen Dingen, aber sie bedürfen dessen nicht zu ihrer Belehrung; noch müssen sie dazu Unterricht empfangen; sie werden alle von Gott gelehret sein. Uns fallen die Almosen zu an des Königs Tor, sie aber sitzen bei seinem Abendmahl. Hier lehnen wir uns auf eines treuen Freundes Arm, dort aber lehnen sie sich auf ihren Geliebten, ganz und allein auf Ihn. Hier sind wir angewiesen auf die Hilfe unsrer Mitgenossen, aber dort finden sie in Christo alles, was sie brauchen. Hier wendet sich unser Blick der Speise zu, die verdirbt, und dem Kleid, das veraltet und mottenfressig wird; dort aber wird ihnen in Gott alles geschenkt. Hier nehmen wir den Eimer und füllen ihn mit Wasser aus dem Brunnen, dort aber trinken sie sich an der Quelle satt, und feuchten ihre Lippen mit lebendigem Wasser. Hier bringen uns Engel Heilsbotschaft, dort aber sind uns keine Engel vom Himmel mehr vonnöten. Sie haben dort nicht nötig, dass ein Gabriel ihnen Gottes Liebesbeweise überbringe, denn sie werden Ihn sehen von Angesicht zu Angesicht. O! welch eine selige Zeit wird's sein, wenn wir hinweggehoben sein werden über alle Vermittelung und uns unmittelbar auf den Arm Gottes stützen dürfen! Welch eine herrliche Stunde, wenn Gott, und nicht seine Geschöpfe, wenn der Herr, und nicht seine Werke, unsre tägliche Freude und Wonne sein wird in der ewigen Seligkeit!


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Ihre Leuchte ist das Lamm."

Betrachte das Lamm getrost als das Licht des Himmels. Licht ist in der Heiligen Schrift das Sinnbild der Freude. Aber die Freude der Heiligen im Himmel lässt sich in diese Gedanken zusammenfassen: Jesus hat uns erwählt, geliebt, erkauft, gereiniget, gekleidet, bewahrt und verherrlicht; wir haben die Freude und Herrlichkeit ganz und allein dem Herrn Jesus zu verdanken. Jeder dieser Gedanken erquickt die Verklärten wie der Saft von den Trauben zu Eskol. Das Licht ist auch die Quelle der Schönheit. Von der Schönheit bleibt nichts, wenn das Licht fehlt. Ohne Licht strahlt kein Glanz vom himmelblauen Saphir, ohne Licht liebkost kein milder Schimmer vom Rund der Perle den Blick; und so geht alle Schönheit der Heiligen dort oben aus Jesu hervor. Den Planeten gleich senden sie das Licht der Sonne der Gerechtigkeit zurück; sie leben ein Leben der Strahlen, die von dem alles erleuchtenden Ball inmitten wandernder Welten ausströmen. Wenn Er sich den Seinen entzieht, so müssen sie sterben; wenn seine Herrlichkeit sich verhüllt, so muss ihr Glanz verwelken. Licht ist auch das Sinnbild der Erkenntnis. Im Himmel wird unsre Erkenntnis vollkommen sein, aber der Herr Jesus selbst ist ihre Quelle. Dunkle Führungen, die wir vorher nie zu fassen vermochten, werden dann in klarem Lichte erscheinen, und alles, was uns jetzt noch betroffen macht, wird uns im Lichte des Lammes befriedigen und unser freudiges Staunen erregen. O, wie wird sich dann so manches aufklären und den Gott der Liebe verherrlichen! Licht ist auch ein Sinnbild der Offenbarung. Das Licht offenbart. Hienieden erscheint noch nicht, was wir sein werden. Das Volk Gottes ist ein verborgenes Volk, wenn aber Christus sein Volk zu sich in den Himmel nimmt, wird Er sie anrühren mit dem Stab seiner Liebe und sie verwandeln in das Bild seiner geoffenbarten Herrlichkeit. Sie waren arm und elend; aber welch eine Umwandlung! Sie waren mit Sünde befleckt, aber Er berührt sie nur mit seinem Finger, so sind sie glänzend wie die Sonne und klar wie ein Kristall. O, welch eine Offenbarung! Das alles geht vom Lamme aus, das erhöhet ist. Jesus ist Mittelpunkt und Seele im alles überwältigenden Strahlenglanz. O! was wird das sein, wenn wir einst bei Ihm sein dürfen und Ihn schauen in seinem Licht, als den König aller Könige und Herrn aller Herren!