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Predigten zu Psalm 106,1

"{Lobet Jehova! } Preiset Jehova! denn er ist gut, denn seine Güte währt ewiglich."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Hier wird Israels Geschichte im Hinblick auf die Sünde der Menschen beschrieben, so wie der vorherige Psalm gedichtet wurde, um die Güte Gottes zu erheben. In Wirklichkeit ist es ein nationales Bekenntnis und umfasst die Anerkennung der Übertretungen Israels in Ägypten, in der Wüste und in Kanaan mit so demütigen Bitten um Vergebung, dass sich dieser Psalm für alle folgenden Geschlechter als angemessenes Bußgebet erweist, besonders in Zeiten, in denen das Volk gefangen weggeführt wurde. Während wir diesen Psalm betrachten, sollten wir uns selbst in dem alten Volk des Herrn sehen und es beklagen, dass wir selbst den Höchsten so oft gereizt haben, gleichzeitig aber auch Seine unendliche Geduld bewundern und Ihn dafür anbeten. Möge der Heilige Geist unser Nachdenken heiligen, dass Demut und Dankbarkeit dadurch gefördert werden.

Dieses Lied gilt dem versammelten Volk, und sie werden alle ermahnt, in das Lob des HERRN einzustimmen. Es reichte nicht aus, wenn ein paar lobten und der Rest schwieg; sondern alle sollten sich beteiligen. Käme der Psalmist in Gemeinden, wo Quartette und Chöre alles Singen bestreiten, würde er sich der Versammlung zuwenden und rufen: »Preist den HERRN!« Wer den Herrn preist, hat ein Thema ohne Ende, ein Thema, das sich auch für die Klügsten in alle Ewigkeit nicht erschöpft, auch nicht für die ganze Menge der Erlösten, die kein Mensch zählen kann.

Sündenbekenntnis ist die wirksamste Weise, Gebetserhörungen zu erleben; Gott kommt mit Seiner Errettung zu jeder Seele, die bekennt, einen Retter nötig zu haben.

Von den Menschen kann man sagen, sie hätten samt ihren Vätern gesündigt, wenn sie diese nachahmen, wenn sie denselben Zielen nachjagen und wenn ihr Leben nichts als die Fortsetzung der Torheiten ihrer Vorfahren ist. Darüber hinaus war Israel die ganze Zeit über ein Volk, und das folgende Bekenntnis betrifft viel mehr die nationalen als die persönlichen Sünden des Volkes Gottes. Alle genossen nationale Vorrechte und hatten deshalb teil an der nationalen Schuld. Das Bekenntnis wird dreimal wiederholt, als Zeichen, dass sie es aufrichtig und von Herzen meinten. Sünden der Unterlassung, der Tat und der Rebellion sollten wir bei dem Bekenntnis deutlich unterscheiden, damit wir zeigen, dass wir gut begriffen haben, wie zahlreich und abscheulich unsere Vergehen waren. Der Herr wacht eifernd über Seine und Seines Namens Ehre. Niemals soll von Ihm gesagt werden, Er könne oder wolle Sein Volk nicht retten oder Er könne den Hochmut Seiner grimmigen Feinde nicht dämpfen. Diese Rücksichtnahme auf Seine eigene Ehre führt Ihn stets zu Taten des Erbarmens, und darum können wir sehr froh sein, einen eifersüchtigen Gott zu haben.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Blindheit und Undank haben in der Welt so sehr die Oberhand gewonnen, dass niemand mehr zufrieden ist, weder mit Frau und Kind noch mit Haus und Hof, weder mit Mund oder Nase noch mit der eigenen Kraft oder Gesundheit. All das achtet man nicht, aber was ein anderer besitzt, das liebt man viel mehr als das Eigene, wo doch Gott jedem das Seine zugeteilt hat. Wenn aber eine kleine Armut über uns kommt, oder Gott schickt eine Krankheit oder ein anderes Unglück, dann schreit man alsbald: »Hilf, lieber Gott, lieber Gott, hilf doch!« Sieh einmal an, nun weißt du plötzlich, was zu tun ist! Weil unser lieber Gott und Vater so barmherzig ist und wir so blind sind, dass wir seine Güter und Wohltaten nicht sehen noch ihm dafür danken, gibt er uns oft einen kleinen Denkanstoß, damit wir Grund haben, ihn anzurufen. Daran seht ihr, was für Leute wir sind und wer Gott ist und wie sich Welt und Fleisch und Blut gegen Gott verhalten. Die Welt ist eben halsstarrig und ganz böse. Gott aber ist freundlich und gnädig, wohltätig und von großer Güte, wie sein Wort, die Heilige Schrift, auch lehrt.