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Predigten zu Psalm 113,6

"Der sich herabneigt, um auf die Himmel und auf die Erde zu schauen?"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Der HERR wohnt so weit in der Höhe, dass Er sich selbst zur Betrachtung himmlischer Dinge tief herablassen muss. Er muss sich neigen, um die Himmel anzusehen, und sich beugen, um den Engeln zuzuschauen. Wie weit muss Er sich dann herablassen, wenn Er Acht hat auf die geringsten Seiner Knechte auf Erden! Das lässt sie vor Freude zu singen beginnen wie Maria, die sagte: »Er hat hingeblickt auf die Niedrigkeit Seiner Magd.« Wie wunderbar sind Jesajas Worte: »So spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist. In der Höhe und im Heiligen wohne Ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen. « Heidnische Philosophen konnten nicht glauben, dass der große Gott die kleinen Ereignisse in der menschlichen Geschichte wahrnimmt; sie stellten Ihn so dar, als lebe Er fortwährend in heiterer Gelassenheit und stehe den Wünschen und Leiden Seiner Geschöpfe völlig gleichgültig gegenüber. »Unser Fels ist nicht ihr Fels«; wir haben einen Gott, der hoch über allen Göttern steht und doch unser Vater ist, der weiß, was wir brauchen, bevor wir Ihn bitten. Er ist unser Hirte, der uns versorgt, unser Wächter, der die Haare auf unserem Haupt gezählt hat, unser rücksichtsvoller und aufmerksamer Freund, der mitfühlt, wenn wir Schmerzen haben. Wahrlich, der Name unseres sich erniedrigenden Gottes sollte überall gepriesen werden, wo man Ihn kennt.

Der HERR tut nichts Halbes. Wenn Er Menschen aus dem Staub erhebt, ist Er nicht zufrieden, bis Er sie zwischen die Edlen Seines Reiches setzt. Wir wurden unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und wir sollen bis in Ewigkeit regieren. Statt Armut gibt Er uns fürstlichen Reichtum, und statt Schande erhebt Er uns in einen Rang, der den der Großen der Erde übertrifft. Alle Seine Leute sind Fürsten, und so lehrt uns der Text, dass Er bedürftige Seelen zu Fürsten unter Fürsten erhebt. Oft befähigt Er die am tiefsten Verzweifelten dazu, die höchsten geistlichen Höhen zu erreichen und Ihm am ähnlichsten zu werden; denn die einst Letzten sollen Erste werden. Obwohl Paulus geringer als der geringste Heilige war, wurde er in keiner Weise geringer geschätzt als der höchste der Apostel. Und in unseren Tagen wurde der spottende Kesselflicker Bunyan zu einem zweiten Johannes erhoben, dessen »Traum« beinahe an die Apokalypse heranreicht. Solche Verse wie diese sollten diejenigen sehr ermutigen, die sich selbst für die Geringsten halten. Der HERR schüttet Verachtung über die Fürsten aus; aber auf solche, die im Staub und in der Asche liegen, blickt Er voller Mitgefühl herab, handelt an ihnen in Gnaden und offenbart in ihrem Leben den Reichtum Seiner Herrlichkeit durch Christus Jesus. Wer solch erstaunliche Gunst erfahren hat, sollte dem Gott seiner Rettung ununterbrochen »Halleluja« singen.