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Predigten zu Psalm 119,25

"Am Staube klebt meine Seele; belebe mich nach deinem Worte!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Hier kommt es mir vor, als sei der Psalmist in Schwierigkeiten; er beklagt seine Bindung an irdische Dinge, in denen er seinen Geist gefangen sieht. In diesen Versen sehen wir den Einfluss des göttlichen Wortes auf ein Herz, welches bejammert, dass es sich so nach unten gezogen fühlt, und von Klagen erfüllt ist über seine todbringende Umgebung. Das Wort des Herrn treibt offensichtlich zum Gebet (Verse 25-29), stärkt die Entscheidung (Vers 30) und inspiriert zu erneutem Entschluss (Vers 32); es ist in jeder Notsituation die sicherste Hilfsquelle, sowohl für den Leib als auch für den Geist. Dieser Abschnitt trägt den Buchstaben »D« als Überschrift, »D« wie Depression – trotz eines Geistes der Hingabe, der Zielstrebigkeit und der Abhängigkeit.

Wenn ein Mensch depressiven Geistes, schwach und zu Boden gedrückt ist, braucht er vor allem neue Lebenskraft, dann wird sich der Geist beleben und sein Körper sich aufrichten. Ist das Leben wieder neu geweckt, ist der ganze Mensch erneuert. Den Staub abzuschütteln, ist an sich eine Kleinigkeit; aber wenn es auf eine Erweckung folgt, ist es ein Segen von größter Bedeutung, so wie die Munterkeit, die einer wiedergeschenkten Genesung entsprang, zu den besten Gnadengaben gehört. Der Ausdruck »nach Deinem Wort« bedeutet: nach dem von Dir offenbarten Weg zur Belebung Deines Heiligen. Das Wort zeigt uns, dass der, welcher uns am Anfang lebendig machte, uns am Leben erhalten muss, und es berichtet uns von dem Geist Gottes, der durch Seine Darreichungen frisches Leben in unsere Seelen gießt. Wir bitten den Herrn, in dieser Seiner eigenen, gewöhnlichen Gnadenweise an uns zu handeln.

Weil er wirklich betrübt über sein Versagen war und volle Vergebung empfangen hatte, ging es dem Psalmisten nun sehr darum, Gott nicht wieder zu beleidigen, und darum bat er Ihn: »Lehre mich Deine Ordnungen!« Er wollte nicht mehr aus Unwissenheit sündigen; er wollte die Gedanken Gottes kennen lernen, indem er sich durch den besten Lehrer unterweisen ließ. Er sehnte sich nach Heiligkeit. Wer gerechtfertigt wurde, begehrt immer auch danach, geheiligt zu werden. Wenn Gott uns unsere Sünden vergeben hat, sind wir mehr als vorher darauf bedacht, nicht wieder in Sünde zu fallen. Barmherzigkeit, die unsere Übertretungen vergeben hat, lässt uns nach Gnade verlangen, die uns vor Übertretungen bewahrt. Wir dürfen mutig um mehr bitten, wenn Gott uns viel gegeben hat. Er, der uns von den vergangenen Flecken gereinigt hat, wird sich nicht weigern, uns vor gegenwärtigen und künftigen Verunreinigungen zu bewahren. Der Psalmist wollte mit aller Kraft, mit Bereitschaft und Eifer den Willen Gottes ausführen; aber dazu brauchte er mehr Leben und Freiheit aus Gottes Händen. Das Herz regiert; die Füße eilen schnell, wenn das Herz frei und stark ist. Zuerst muss Gott in uns wirken, dann werden Wille und Tat nach Gottes Wohlgefallen sein. Er muss das Herz verändern, es auf Ihn ausrichten, es ermutigen, es stärken und weit machen; dann wird der Lebensweg voller Gnaden, aufrichtig, glücklich und entschieden sein. So müssen wir vom niedrigsten bis zum höchsten Gnadenstand alles den freien Liebesbeweisen unseres Gottes zuschreiben.

Zum Nachdenken: Das entschied