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Predigten zu Psalm 119,67

"Bevor ich gedemütigt ward, irrte ich; jetzt aber bewahre ich dein Wort."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Ein Irrtum kann verhängnisvolle Folgen haben. Ein Irrtum in der Berechnung eines Ingenieurs — und eine große Brücke stürzt zusammen. Besonders gefährlich ist es aber, wenn ein Mensch sich irrt in seiner Stellung zum lebendigen Gott. Und doch — gerade hier befinden sich die allermeisten Menschen in einem schrecklichen Irrtum. Ja, heiter und unbefangen leben sie dahin. Und sie wollen es nicht wissen, daß die schwankende Brücke, die ihr Leben trägt, jeden Augenblick zusammenstürzen und sie mit hinabreißen kann in ewige Finsternis und Hölle.

Und worin besteht dieser Irrtum? Man denkt, man sei mit Gott in Ordnung. Da sagt man: „Ich habe ja keine großen Fehler." Da heißt's: „Ich tue recht und scheue niemand." Da rühmt man sich seiner erfüllten Pflichten. Da meint man: „Ich habe ja nichts gegen Gott." Und daraufhin will man mit Gott in Ordnung sein! Der Mann, der unser Textwort sprach, hat auch so gedacht. „Ehe ich gedemütigt ward..." Aber dann kam dies schwere und doch rettende Ereignis der Demütigung. Was es auch war — er sah sich selbst nun im Lichte Gottes: tot, verirrt, gottlos, ungehorsam, töricht, blind, elend, verloren. Gott und Satan, der „Verkläger", und sein Gewissen — alles verklagte ihn. „Nun aber halte ich dein Wort." Er könnte auch sagen: „Nun halte ich mich fest an deinem Wort." An welchem Wort? Das Wort Gottes heißt „Jesus". „Nun halte ich mich an Jesus, der Sünder selig macht." Wer so steht, der irrt nicht. Der stürzt nicht, „der wird ewiglich bleiben". Amen.