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Predigten zu Psalm 124,1

"{Ein Stufenlied. Von David.} Wenn nicht Jehova für uns gewesen wäre, sage doch Israel,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Der Eingangssatz reißt abrupt ab und bleibt unvollständig. Durch eine solche Einführung wird sowohl unsere Aufmerksamkeit erregt als auch unser Empfinden angesprochen; so wirkt poetisches Feuer immer – seine Flammen brechen sich unvorhersehbar Bahn. Der herrliche HERR wurde unser Verbündeter; Er stellte sich auf unsere Seite und schloss mit uns einen Pakt. Wäre der HERR nicht unser Beschützer, wo wären wir dann? Nichts als Seine Macht und Weisheit konnte uns vor der List und Bosheit unserer Feinde bewahren; deshalb soll Sein ganzes Volk es auch aussprechen und Ihm die Ehre für Seine bewahrende Güte geben. Hier finden wir zwei »Wenn«, und doch ist nichts Fragliches an der Sache. Der HERR war auf ihrer Seite und tritt auch heute noch für uns ein und wird es auch weiterhin tun, bis in Ewigkeit. Lasst uns mit heiligem Vertrauen diese froh machende Tatsache rühmen! Wir sind zu träge, unsere Dankbarkeit zu zeigen, darum dieser Ausruf: »So soll Israel sagen.« Murren können wir, ohne dazu aufgefordert zu sein; aber Dankbarkeit braucht einen Anstoß, und es ist gut, wenn einige warmherzige Freunde uns auffordern, zu sagen, was wir empfinden. Stellt euch vor, was geschehen wäre, hätte der HERR uns verlassen, und dann bedenkt, was uns tatsächlich geschehen ist, weil Er uns die Treue gehalten hat! Sind da nicht alle Zutaten zu einem Lied vor uns ausgebreitet? Lasst uns deshalb dem HERRN singen!

Wenn sich alle Menschen zusammenrotten und das gesamte Menschengeschlecht darauf gerichtet zu sein scheint, das Haus Israel auszulöschen, was würde geschehen, wenn der Bundesherr nicht eingriffe? Wenn sie sich selbst aufstachelten und vereinten, einen Anschlag auf unseren Frieden und unsere Sicherheit auszuüben, was könnten wir gegen ihren Aufstand tun, wenn der Herr nicht ebenfalls aufgestanden wäre? Niemand, der uns helfen konnte oder wollte, war in der Nähe; doch der entblößte Arm des Herrn genügte, um die Seinen vor den vereinten Heeren der Feinde zu bewahren. Es gibt keinen Zweifel darüber, wer uns errettet hat, wir können unsere Errettung keiner zweiten Ursache zuschreiben; denn keine sonst hätte der Gefahr wehren können. Nichts Geringeres als die Allmacht und Allwissenheit konnte unsere Rettung bewirken. Wir weisen jede andere Ursache ab und rühmen, dass der Herr auf unserer Seite war. Wäre Gott nicht mit uns gewesen, unsere hochmütigen Feinde hätten uns zunichte gemacht, sie wären über uns hergefahren wie ein Sturzbach, der von den Bergen herabrauschend alles mit sich fortreißt. Sie hätten nicht nur unser Hab und Gut weggenommen, sondern auch unsere Seelen; unseren Mut und unsere Hoffnung hätte der ungestüme Angriff unserer Widersacher zugrunde gerichtet und unter ihren Beleidigungen begraben.

Lasst uns hier einhalten und angesichts dessen, was hätte geschehen können, die bewahrende Macht anbeten, die uns in dieser rasenden Flut und über diese Flut hinaus erhalten hat. In den schrecklichen Stunden der Gefahr hätten wir verderben müssen, hätte nicht unser Bewahrer für unsere Sicherheit gesorgt.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Wenn der HErr nicht bei uns wäre

Hier haben wir ein We n n , das aber eigentlich kein We n n sein sollte. Es darf niemals eine Sache der Ungewissheit sein, ob der HErr auf unserer Seite ist oder nicht. Durch seine Menschwerdung und seinen Tod hat sich der Herr Jesus auf ewig für uns erklärt. Er ist immerdar auf unserer Seite, so lange wir seine Wege halten und auf seinen Pfaden wandeln.

Wir sehen sein freundliches Angesicht Von Huld und Gnade wohl leiblich nicht; Aber unsere Seele kann's schon gewahren Er kann sich fühlbar g'nug offenbaren, Auch ungeseh'n.

In jedem Menschenleben kommen Stunden von so überwältigender Angst vor, da es unmöglich scheint, noch einen Augenblick länger zu leben; – du bist einer Gefahr ausgesetzt, von deinen liebsten Angehörigen getrennt, und weißt nicht, was die nächste Stunde dir bringen wird. Aber sobald du aufschaust, wirst du dessen inne, dass der HErr an deiner Seite ist, deine Sorgen teilt, und dir seinen himmlischen Schutz angedeihen lässt. Mit den leiblichen Augen kannst du Ihn nicht erkennen; aber du weißt, dass Er da ist, und dass deshalb weder Mensch noch Teufel dir etwas anhaben kann.

Blicken wir zurück auf unser vergangenes Leben, so werden wir tausendfacher Beweise göttlichen Schutzes gewahr. Zur Zeit selbst waren wir ihrer nicht so lebhaft bewusst; ja wir hatten vielleicht Anfälle von Niedergeschlagenheit und kamen uns ganz verlassen vor. Aber wenn wir die Gefahren, von denen wir errettet wurden, genau besehen, so müssen wir uns überzeugen, dass der HErr da war. Im Leben und im Tode, ja auch im Gericht wird Jesus, unser Fürsprecher, immer auf unserer Seite sein, und denen, die uns verdammen wollen, Stillschweigen gebieten. Darum darf ein jedes von uns getrost sagen: „Der HErr ist mein Helfer, ich fürchte mich nicht: was kann mir ein Mensch oder Teufel tun!“