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Predigten zu Psalm 147,12

"Rühme, Jerusalem, Jehova! lobe, Zion, deinen Gott!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Welch großen Wert legt der Dichter auf das Loben! Er ruft: »Rühmt!« … »Lobt!«, so als sei das die wichtigste Aufgabe überhaupt. Ein besonderes Volk sollte besonderes Lob darbringen. Die Stadt des Friedens sollte die Stadt des Lobens sein, und der Tempel des Bundesgottes sollte von Seinen Herrlichkeiten widerhallen. Wenn auch nirgends sonst, in Zion müsste es freudige Anbetung des Gottes Zions geben. Beachtet, dass wir den Herrn in unseren eigenen Häusern in Jerusalem genauso rühmen sollen wie in Seinem Haus in Zion. Die heilige Stadt umgibt den heiligen Berg, und beide sind sie dem heiligen Gott geweiht, darum sollten beide voller Hallelujas sein. Glück im Herzen ist genauso sehr Gottes Gabe wie die äußerliche Sicherheit. Wenn der Herr »deine Kinder gesegnet hat in deiner Mitte«, dann bist du, Zion, erfüllt von glücklichen, eifrigen, geistlich wachsenden und heiligen Menschen, die in Gemeinschaft mit Gott stehen und in die Freude ihres Herrn eingehen. Wenn Gott eure Mauern zur Rettung macht, müssen eure Tore ein Loblied sein. Es würde sich kaum lohnen, eine elende, verhungernde Stadt zu befestigen; doch wenn die Mauern stark gemacht wurden, ist es eine umso größere Freude, die Einwohner mit allen guten Gaben gesegnet zu sehen. Wie sehr haben unsere Gemeinden eine augenblickliche und eine bleibende Segnung nötig! Die Ruhe erstreckt sich sogar bis zu den Landesgrenzen; keine Feinde streiten sich mit den Grenzbewohnern. Wenn dort Frieden herrscht, können wir sicher sein, dass überall Frieden ist. »Wenn der HERR an den Wegen eines Mannes Wohlgefallen hat, lässt Er selbst seine Feinde mit ihm Frieden machen.« Frieden kommt von dem Gott des Friedens. Angesichts der unterschiedlichen Beschaffenheiten, Bedingungen, Geschmäcker und Ansichten der Menschen ist es das Werk Gottes, wenn in großen Gemeinden jahrein, jahraus ununterbrochen Frieden herrscht. Und es ist ein genauso großes Wunder, wenn Weltlinge, anstatt die Frommen zu verfolgen, sie mit erkennbarem Respekt behandeln. Er, der Zion baut, ist auch ihr Friedensstifter.

Die Methoden des HERRN in der natürlichen Welt sind einfach, aber wirkungsvoll; das gilt auch für die im geistlichen Reich verwendeten. Wenn der Hauch des Heiligen Geistes froststarre Herzen anbläst, fließen aus ihnen Ströme der Buße und der Liebe. Wir sollten den Herrn vor allem dafür preisen, dass Er sich uns auf eine Weise offenbart, von der die Welt nichts weiß. Welchen Teil Seines Denkens Er uns eröffnet, sei es ein Wort der Unterweisung, ein Richtungshinweis oder eine Zurechtweisung, immer haben wir dem Herrn dafür zu danken. Er, der den Sommer veranlasst, die Stelle des Winters einzunehmen, entfernte auch durch die Kraft Seines Wortes die Kälte und den Tod aus unseren Herzen, und das ist ein mehr als ausreichender Grund, Seinen Namen zu besingen.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Loben und danken

Kein Tier, nicht einmal ein Ferkel, ist so undankbar wie die Welt! Denn ein Schwein kennt die Frau oder die Magd, von der es Wasser und Futter bekommt. Wenn sie kommt, ruft es ganz laut und läuft ihr nach. Aber die Welt kennt und achtet Gott gar nicht, der ihr so reich und überschwänglich wohltut, geschweige denn, dass sie ihm dafür Dank und Lob spendet. Aber noch ärger ist es, dass unser Wohltäter auch uns ermahnen und zu Jerusalem sagen muss: »Preise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott!« Ist all die göttliche Güte keinen Dank wert? Und dabei gibt es keinen herrlicheren Dienst, als Gott zu loben und zu preisen. Es gibt viele Menschen, die Gottes Wohltat täglich in Anspruch nehmen und wohl sehen, dass sie große Gaben und alles Gute haben, aber nicht einmal daran denken, von wem sie es haben, oder sich daran erinnern, dass es Gott ist, der es ihnen gibt. Sie nehmen an, alles sei zufällig entstanden, oder sie meinen, dass sie es durch Arbeit, Fleiß und Weisheit selbst erworben hätten. Wie irrig ist ihre Ansicht, dass Gott es ihnen deshalb geben müsse und sie ihm dafür keinen Dank schuldig wären!