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Predigten zu Psalm 149,4

"Denn Jehova hat Wohlgefallen an seinem Volke; er schmückt die Sanftmütigen mit Rettung."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Der Herr hat Wohlgefallen an seinem Volk."

Wie allumfassend ist doch die Liebe Jesu! Es ist in dem, was sein Volk angeht, nichts, was Er nicht berücksichtigt, und nichts, was sich auf ihr Wohlergehen bezieht, ist Ihm gleichgültig. Gläubiger Bruder, Er sieht in dir nicht nur ein unsterbliches Wesen, sondern Er denkt auch daran, dass du sterblich bist. Leugne es nicht, und zweifle nicht daran, dass auch "die Haare auf eurem Haupte alle gezählt" sind. "Von dem Herrn wird des gerechten Mannes Gang gefördert, und Er hat Lust an seinem Wege." Es wäre traurig für uns, wenn dieser Mantel der Liebe nicht alle unsre Bedürfnisse bedeckte, denn welcher Schaden könnte uns nicht erwachsen in dem Teil unsrer Arbeit, der nicht unter des Herrn Obhut stünde! Gläubige Seele, verlass dich darauf, dass das Herz Jesu sich auch deiner kleinen Anliegen annimmt. Der Odem seiner zärtlichen Liebe ist so sehr von Mitleid erfüllt, dass du in allen Dingen deine Zuflucht zu Ihm nehmen darfst; denn wer euch ängstiget, der ängstiget Ihn auch, und wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet Er sich über euch. Die unbedeutendsten Angelegenheiten aller seiner Heiligen ruhen in dem weiten Schoss des Sohnes Gottes. O, was hat Er doch für ein Herz, das nicht nur die Personen seines Volkes umfasst, sondern auch die verschiedenen und zahllosen Anliegen jedes einzelnen unter ihnen berücksichtigt! Meinest du, lieber Christ, du könntest die Liebe Christi ermessen? Denke daran, was seine Liebe dir erworben hat: Rechtfertigung, Kindschaft, Heiligung, ewiges Leben. Der Reichtum seiner Güte ist unerforschlich; du wirst nie imstande sein, sie zu nennen oder auch nur zu überblicken. Ach, welch eine Breite und Weite der Liebe Christi! Wird eine so große Liebe unsre Herzen auch nur halb besitzen? Wird ihr mit einer kalten Liebe vergolten werden? Soll Jesu wunderbare Leutseligkeit und zarte Sorgfalt nur einer schwachen Erwiderung und einer trägen Anerkennung begegnen? O, meine Seele, stimme deine Harfe zu freudigen Liedern des Danks! Gehe ein zu deiner Ruhe mit Freuden, denn du bist kein verlassener Fremdling, sondern ein liebes Kind, das dein Herr überwacht, versorgt, behütet und beschützt. "Die Heiligen sollen fröhlich sein und preisen und rühmen auf ihren Lagern."


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Wohlgefallen

Über das Gebet und wie wir es machen sollen, darüber ist noch viel mehr zu sagen, aber davon ist schon bei anderen Gelegenheiten oft etwas gesagt worden, und es wird auch später sicher noch vielmals vorkommen. Für heute genügt es zu erkennen, wie hoch und herrlich der Christenstand zu preisen ist. Christen sind die Einzigen, die in der rechten Weise beten können. Sie sind damit in der Lage, alles auszurichten, was sie wollen. In unserem Bibelwort nun reizt und ermahnt uns Christus zum Gebet. Er zeigt uns hier, wie auch an vielen anderen Stellen, dass er an unserem Gebet von Herzen Wohlgefallen hat. Das ist des Christen Ruhm und Trost, dass sie durch den Geist der Gnade verstehen und wissen, was ihnen von Gott in Christus gegeben worden ist. Und wenn wir auch noch so viel darüber sprächen, so würden es die Ungläubigen doch nur so hoch schätzen wie eine Sau, der man auf der Harfe vorspielt.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Was sind wir doch eigene Leute, wir, die das Wort Gottes haben. In dem Worte haben wir allerlei Rüstzeug, jeden Feind abzuwehren, wir brauchten ihm nur das Wort, das was geschrieben steht, vorzuhalten, und er läuft davon, und dennoch zittern wir an allen Gliedern, kommt auch nur eine Magd, uns zu sagen: Du bist auch ein Galiläer. Millionen Verheißungen haben wir in dem Worte, und nicht an einer einzigen können wir festhalten, wenn die Not da ist, sondern es drückt uns die Not wie der Alp. Steinreiche Leute, ja steinreiche Leute sind wir in dem Worte, und es ist uns manchmal, als habe Gott der Herr nicht einmal Macht, uns einen Groschen zukommen zu lassen. Heilige Leute sind wir in dem Worte, und es muss der Teufel ja dazu sagen, und wir stehen immerdar verlegen, wenn wir diese Heiligkeit an uns nicht spüren. Priester sind wir in dem Worte Gott, dem Allerhöchsten, und es ist uns nie recht, wenn wir nicht etwas Eigenes zu opfern haben; dem Herrn des neue Lied zu singen, kommt selten bei uns auf.

Und dann weht uns wieder einmal so ganz unerwartet von dem toten Papier und von oben herab eine Wahrheit, ein Spruch aus dem Munde des Allmächtigen in Seele und Gebein hinein, dass wir der Welt zu reich sind, und wir werden des Himmels: und seiner Herrlichkeit so voll, dass wir im Geist frohlocken mit Händen und Gott jauchzen mit fröhlichem Schall. Er hilft den Elenden herrlich.

Ein Wurm, bis in den Staub gebeugt,
der auf den Thron des Königs steigt,
bekümmert, trübe, bloß und krank
und doch voll lauter Lobgesang;
so schwach, dass meine Kraft in nichts besteht,
so stark, dass Satan aus dem Wege geht.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Es gibt allerlei Elend, welches man selbst über sich herein zieht, weil man den vergänglichen Dingen nachtrachtet und nicht den unvergänglichen. Es mögen solche unter uns zur Besinnung kommen, dass die Elenden, von denen der Psalmist spricht, solche sind, die auf Gottes Wahrheit bestehen, die darauf bestehen, dass seine Verheißungen bei ihnen erfüllt seien, die auf Gerechtigkeit bestehen und darauf, dass die guten Worte Gottes sich auch für dieses Leben bewahrheiten. Indem sie nun in ihrem Gewissen wohl überzeugt sind, dass es bei ihnen so nicht liegt, so mögen sie in sich schlagen und sich eben ihres Benehmens wegen als Elende in Wahrheit zu Gott wenden und nicht zu den Götzen, so werden sie dann erfahren, dass auch ihnen herzlich geholfen wird.

Hast du gar nichts mehr, so nimm dieses tote Papier vor dich, halte dich an den scheinbar toten Buchstaben, es wird wohl eine Öffnung kommen, dass von oben aus dem Herzen Gottes auf dich herabregnen wird Friede, Freude und Gnade, Kleider und Schuhe, Brot und Wein, Haus und Hof, Gesundheit und Wohlstand, der heilige Geist und allerlei Fülle und Sättigung aus den Brüsten des Heils Gottes, dass du aufspringen wirst vor lauter Jubel und heilig lachen vor lauter Seligkeit. Sei du nur stille und harre und halte dich festgeklammert an deinem Christo, ohne Grund, worauf du stehen könntest, ohne Hände, ohne Füße; denn er hilft seinen Elenden herrlich.

Den Armen wird's an Heil nie fehlen,
weil er so gnädig ist.
Seht, er erlöset ihre Seelen
von Frevel und von List.
Er sucht, die sich nach Hilfe sehnen,
durch Angst und Not beschwert.
Ihr Blut, ihr Leiden, ihre Tränen
sind ihm von hohem Wert.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Der HErr hat Wohlgefallen an seinem Volk

Der HErr beobachtet uns viel genauer, als wir es uns bewusst werden. Bei jeder Wendung unsers Lebensweges ruht sein Auge auf uns, und wenn Er irgend einen Zug des Gehorsams oder der Hingabe bemerkt, so durchzuckt sein Herz ein Gefühl der Freude. Natürlich gelingt uns dies nur durch seine Gnade; wir lieben Ihn, weil Er uns zuerst geliebt hat. – Die Heilige Schrift lehrt uns, dass wir Gott wohl gefallen können. Dies Zeugnis wurde dem Henoch gegeben, ehe er hinweggenommen wurde und der Apostel ermahnt uns, würdiglich zu wandeln, dem HErrn zu allem Gefallen. Er sagt, wir sollen uns hüten, dass wir uns nicht verflechten in die Dinge dieser Welt, auf dass wir Ihm gefallen, der uns zu seinen Streitern angenommen hat.

Wie schön wäre es, wenn wir dies zum Ziel jeden Tages, zum Zweck jeder Predigt, zum Beweggrund jeder Handlung machten. Es wäre leicht, unterzutauchen in die Wasser des Todes, wenn wir am jenseitigen Ufer den Himmel offen sähen, und eine Stimme rufen hörten: „Dies ist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Ringen wir doch diesem Ziele nach; halten wir unser Auge fest gerichtet auf das liebe Angesicht unsers HErrn, damit jede Tat, die Ihn betrüben würde, unterdrückt werde und wir dagegen allem dem nachjagen, was ein Lächeln liebevoller Anerkennung und Freude bei Ihm hervorbringen könnte.

Der Schluss unsers Psalmwortes ist bedeutsam: „Er schmückt die Sanftmütigen mit Sieg“. Nicht nur ist jeder Schritt eines gehorsamen Kindes dem HErrn wichtig, sondern Er schmückt es auch und führt es von Sieg zu Sieg. Welche wunderbare Zusammenstellung! Die Sieger sind nicht immer sanftmütig, und die Sanftmütigen scheinen gewöhnlich nicht Sieger zu sein. Aber bei denen, die Gott wohlgefällig sind, wird dies möglich.