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Predigten zu Psalm 19,8

"Die Vorschriften Jehovas sind richtig, erfreuend das Herz; das Gebot Jehovas ist lauter, erleuchtend die Augen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die von Gott offenbarte Lehre erklärt David für vollkommen, obwohl er nur einen sehr kleinen Teil der Heiligen Schrift kannte. Wenn schon ein Bruchstück, und zwar der dunkelste und geschichtlichste Teil, vollkommen ist, was muss dann erst das ganze Werk sein? Wie hochvollkommen ist das Buch, welches die denkbar klarste Darstellung der göttlichen Liebe enthält und uns einen freien Einblick in die erlösende Gnade gewährt! Das Evangelium ist die vollständige Darstellung der gnadenvollen Errettung und bietet dem bedürftigen Sünder alles, was er so bitter nötig hat. Nichts ist überflüssig, nichts fehlt in Gottes Wort und am Plan der Gnade. Warum versuchen dann die Menschen, diese Lilie anzumalen und dieses reine Gold zu vergolden? Das Evangelium ist in allen Teilen vollkommen; es ist eine Schandtat, dazu etwas hinzuzufügen, ein Verrat, daran etwas zu ändern, und ein Verbrechen, davon etwas wegzunehmen. Die praktische Wirkung des Wortes Gottes ist, die Menschen wieder zu sich selbst sowie zu Gott und zur Heiligkeit zurückzubringen. Und diese Umkehr ist nicht nur eine äußerliche; die Seele wird erreicht und erneuert. Das große Mittel zur Bekehrung von Sündern ist das Wort Gottes, und je näher wir uns in unserem Dienst daran halten, umso wahrscheinlicher ist der Erfolg; denn es ist Gottes Wort selbst und nicht die menschliche Auslegung, was sich an Menschenherzen mächtig erweist. Gottes Vorschriften und Gesetze gründen sich auf Gerechtigkeit und sind genau das, was für den vernünftigen Menschen richtig und geeignet ist. Wie ein Arzt die richtige Medizin und ein Berater den richtigen Hinweis gibt, so macht es das Buch Gottes auch. Schmutz bringt Verderbnis; aber Reinheit ist der große Feind des Verderbens. Die Gnade Gottes im Herzen ist ein reiner Grundsatz, ein bleibender und unvergänglicher Grundsatz, der eine Zeit lang unterdrückt, aber nicht gänzlich zerstört werden kann.

Biblische Wahrheit bereichert die Seele in höchstem Maße, das sich immer mehr steigert, wenn wir Gebrauch davon machen: Gold – viel Gold – gediegenes Gold, gut – besser – am besten. Und darum sollten wir sie nicht nur mit der Gier eines Geizhalses, sondern noch viel intensiver zu gewinnen suchen. Da geistliche Schätze doch so viel edler sind als materieller Reichtum, sollten wir uns umso eifriger darum bemühen. Die Menschen sprechen von solidem Gold; aber was ist so solide wie solide Wahrheit? Aus Liebe zum Gold schwört man dem Vergnügen ab, sagt der Bequemlichkeit Ade und bringt sein Leben in Gefahr; sollten wir nicht bereit sein, dasselbe aus Liebe zur Wahrheit zu tun?

Unser Goel oder Erlöser gibt dem Psalm ein gesegnetes Ende. Er fing mit den Himmeln an; aber er endet mit dem, dessen Herrlichkeit Himmel und Erde erfüllt. Gepriesener Erlöser, gewähre uns, dass wir nun so über Deine wunderbare Liebe und Freundlichkeit nachdenken, wie es Dir wohlgefällt!


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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"Das Wort des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele"

Gott kann dich durch sein Wort in die Person verwandeln, die Er aus dir machen möchte.

Viele zweifeln heute an der Macht der Schrift, die tieferen Schichten des menschlichen Herzens und Denkens beeinflussen zu können. Die Bibel mag bei gewissen oberflächlichen oder "geistlichen" Problemen hilfreich sein, sagen sie; aber sie ist zu simplizistisch und reicht nicht aus für die höchst komplexen psychologischen Probleme des modernen Menschen. In Wahrheit aber kann auch der beste Psychologe nur das äußerliche Verhalten ändern. Er kann die Seele weder erlösen noch umgestalten. Nur Gott bringt das durch die Macht Seines Wortes zustande.

Das ist die Wahrheit, die in Psalm 19,8 steckt, wo die Schrift "das Gesetz des Herrn" genannt wird, wo also deren didaktische Seite betont wird. Die Bibel ist die Summe aller Belehrungen Gottes für die Menschen, sowohl was ihren Glauben, ihren Charakter und ihr Verhalten angeht.

Das Gesetz des Herrn ist "vollkommen". Dies Wort drückt im allgemeinen Hebräisch das Ganzsein, die Vollständigkeit oder das Genugsein aus. Der Kommentator Albert Barnes schreibt von der Bibel, ihr fehle nichts an ihrer Vollständigkeit, nichts, was nötig wäre, sie zu dem zu machen, was sie sein soll. Sie ist komplett als Offenbarung der göttlichen Wahrheit; ihr fehlt nichts als Verhaltenskodex ... Sie ist absolut wahr; sie ist ausgestattet mit vollendeter Weisheit in Bezug auf die Nöte der Menschen; sie leitet uns fehlerfrei bei all unserem Tun. Nichts ist in ihr, was die Menschen in Verirrung und Sünde führte; es gibt nichts, was der Mensch unbedingt wissen muss und es dort nicht findet (Notes on the Old Testament: Psalms, Vol. 1 [Grand Rapids, Mich.: Baker, 1974], S. 171).

Menschliches Denken ist fehlerhaft; aber Gottes Wort ist fehlerlos und enthält alles für unser geistliches Leben Nötige. Es ist so gehaltvoll, dass es deine Seele wiederherstellen kann. Das heißt, es reicht aus, dich zur Bekehrung zu bringen, dich zu beleben, zu erfrischen und jeden Aspekt deines Wesens umzugestalten, damit du genau so wirst, wie Gott dich haben will.

Sieh dich nicht nach den kraftlosen menschlichen Alternativen um, wo doch das Wort Gottes bereitsteht, dir in jeder Not zu dienen. Der geistliche Kampf wird mit geistlichen Waffen ausgefochten, nicht mit fleischlichen Techniken, Theorien und Therapien (2. Kor. 10,4).


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Bekenntnis bringt Vergebung und hält Rechnung mit Gottes Wesen.

"Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig und macht den Einfältigen weise"

Gottes Wort teilt Weisheit und Erkenntnis mit, die rein menschliches Verstehen weit übersteigt.


David nennt das Wort Gottes hier "das Zeugnis des Herrn". Die Bibel zeugt sowohl von dem, was Gott ist, als auch von dem, was Er von uns fordert. Außerdem ist sie ein "zuverlässiger" Zeuge. Das heißt, sie schwankt nicht, ist unbeweglich, unmissverständlich, zuverlässig und vertrauenswürdig.

Petrus sagt dasselbe. Nach der Erinnerung an das unvorstellbare Erlebnis, das er mit Christus auf dem Berg der Verklärung hatte (2. Petr. 1,16-18), sagt er: "Und wir haben [ein] bestätigteres [Zeugnis] - das prophetische Wort" (Versm19 ganz wörtlich übers.). Das Zeugnis des geschriebenen Gotteswortes ist sicherer und eine überzeugendere Bestätigung der göttlichen Wahrheit als selbst die Erfahrungen eines Apostels mit Christus selbst!

Vielleicht hat der Herr die Jünger auf der Straße nach Emmaus aus diesem Grund davon abgehalten, Ihn zu erkennen, als Er ihnen die biblische Basis für alles gab, was sie gesehen und gehört hatten (Lk. 24,27). Ihr Glaube und ihre künftige Predigt sollten auf die Schrift gegründet sein, nicht auf ihre persönlichen Erfahrungen - einerlei, wie wahr und bewegend diese Erlebnisse gewesen sein mögen.

Der Nutzen des wahrhaftigen Gotteswortes liegt darin, die Einfältigen weise zu machen (Ps. 19,8). Es nimmt sich unachtsame, unwissende und leichtgläubige Leute und lehrt sie die inhaltsschwere Wahrheit Gottes, um sie auf ihr Leben anzuwenden. Tun sie das, so werden sie Meister in der Kunst des Gott wohlgefälligen Lebens.

Das war die Freude des Psalmisten, wenn er schreibt: "Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde. Denn ewig ist es mein! Verständiger bin ich als alle meine Lehrer. Denn deine Zeugnisse sind mein Überlegen. Einsichtiger als Greise bin ich. Denn deine Vorschriften habe ich gehalten" (Ps. 119,98 100).

Indem er das auf die Gläubigen des Neuen Testaments anwendet, betet Paulus: "Dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet, in aller Weisheit und geistlichem Verständnis" (Kol. 1,9). Wenn das geschieht, sind wir in der Lage, "des Herrn würdig zu wandeln zu allem Wohlgefallen" (Vers 10). So wirkt sich göttliche Weisheit aus; sie ist der Schlüssel zu einem heiligen Leben.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Aus Gottes Hand kommt nichts, was uns quält und lähmt. Spricht sein Gesetz zu mir, dann will ich es mit frohem Jubel begrüßen. Gottes Willen kennen, – ich wäre ja ein gottloser Narr, wenn ich Ihm dafür nicht mit ganzer Seele dankte. Gottes Willen tun, – ich müsste meine eigensüchtige Begehrung zu meinem Willen machen, wenn ich das eine Last hieße, die mich bedrückt. Oder habe ich mich jetzt von Paulus getrennt und seine Warnung vergessen, die mir nicht zulässt, dass ich mich auf das Gesetz stütze und im Gesetz meinen Heiland suche, der mich in Gottes Wohlgefallen bringen soll? Die Übertretung, sagt mir Paulus, entsteht am Gesetz, und ich weiß, dass es so ist. Aber die Sünde entsteht deshalb am Gesetz, weil es Gottes gute Gabe ist. Weil das Gesetz heilig ist und das Gebot heilig und gerecht und gütig ist, darum ist mein Widerspruch gegen das Gebot Schuld. Versündigung entsteht aber nicht nur am Gesetz, sondern an jeder Gabe Gottes, an den natürlichen wie an den geistlichen. Weil Gott mir meinen Leib gegeben hat, kann ich ihn missbrauchen. Weil er mir die Lebensmittel reicht, kann ich mich an meinen Besitz verkaufen. Weil mir die Vergebung geschenkt ist, kann ich Gottes Gnade zuchtlos verderben. Weil wir das Evangelium haben, kann ich aus ihm einen eigensüchtigen Ruhm und boshaften Zank machen. Sind deshalb Gottes Gaben nicht die Erquickung meiner Seele und die Freude meines Herzens? Wie ich das Evangelium nicht schelten darf, weil ich mich an ihm versündige, so darf ich Gottes Gesetz nicht missachten, weil ich ihm widerstrebe. Mich habe ich zu schelten, nicht das Gesetz, mich zu hassen, nicht meine Pflicht. Das tiefe, mich reinigende Leid, das das Gesetz mir bringt, wird mir gerade dann zuteil werden, wenn ich mich auch an ihm freuen kann und es im tiefsten Inneren verspüre: Dein Gesetz erquickt die Seele.

Schmerzen und Bitterkeit entstehen, wenn ich auf mich selber sehe. Erquickung und Freude entspringen an dem, was Du uns gibst. In Deinem Gebot, Herr, Gott, das uns kundtut, wie wir Dir gehorchen, leuchtet Deine göttlich große Gnade. Ich bitte Dich, mache es in mir zum Gesetz des Geistes, das mich mit Kraft dir folgsam macht. Amen.