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Predigten zu Psalm 1,4

"Nicht so die Gesetzlosen, sondern sie sind wie die Spreu, die der Wind dahintreibt."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Wir kommen jetzt zum zweiten Teil dieses Psalms. In Vers 4 wird der schreckliche Zustand der Bösen entfaltet, um die Farben des hellen und erfreulichen Bildes aus Vers 3 noch mehr zum Leuchten zu bringen. Die Vulgata und die Septuaginta wiederholen nachdrücklich das »nicht so« in Bezug auf die Gottlosen. Dadurch soll uns klar werden, dass alles, was jemals Gutes über den Gerechten gesagt wurde, für den Gottlosen nicht gilt. Wie schrecklich ist es doch, wenn diese doppelte Verneinung auf den Verheißungen liegt, und doch: So steht es um die Gottlosen! Beachtet auch den Ausdruck »die Gottlosen«; denn zu Anfang des Psalms waren sie die Anfänger im Übeltun und die am wenigsten anstößigen Sünder. Ach, wenn dies schon der traurige Zustand derer ist, die ruhig und anständig sind, Gott aber ablehnen, wie muss es dann um die offensichtlichen Sünder und schamlosen Ungläubigen stehen! Der erste Satz ist eine negative Aussage über die Gottlosen, während der zweite ihr wirkliches Wesen wiedergibt. Ihr Wesen gleicht der Spreu. Sie ist wirklich wertlos, tot, unbrauchbar, inhaltsleer und leicht fortzublasen. Darum betrachtet das Urteil über sie: »Der Wind verweht« sie. Der Tod wird sie mit seinem schrecklichen Atem in das Feuer treiben, in dem sie gänzlich umkommen. Die Gottlosen stehen vor Gericht, nicht um freigesprochen, sondern um verdammt zu werden. Furcht wird sie ergreifen, sie werden nicht standhalten können, sie werden fliehen, sie werden sich nicht verteidigen können; denn sie werden sich schämen und mit ewiger Schande bedeckt werden.

Mit Recht sehnen sich die Heiligen nach dem Himmel; denn dort wird kein Böser zu finden sein. Alle unsere Versamm- lungen auf der Erde sind vermischt; Sünder befinden sich unter den Heiligen, wie Schlacke am Gold hängt. Die gerechten Lots werden diesseits des Himmels beständig von den Sodomiten gequält. Lasst uns deshalb jubeln, dass in der »Festversammlung, in der Gemeinde der Erstgeborenen« droben keine einzige unwiedergeborene Seele jemals Zutritt hat. Sie wäre dort gar nicht in ihrem Element. Besser könnte ein Fisch auf einem Baum leben als ein Böser im Paradies. Der Himmel erschiene dem Unbußfertigen als unerträgliche Hölle, wenn er denn hineingehen könnte. Gebe Gott, dass wir ein Anrecht und eine Wohnung in Seinen Höfen haben möchten! Der Herr schaut beständig auf die Wege der Bösen, und Er weiß um sie, wenn sie auch oft durch Nebel und Finsternis wandern. Nicht nur sie werden vergehen, auch ihre Wege werden mit ihnen umkommen. Der Gerechte aber graviert seinen Namen in den Felsen ein, während der Böse sein Gedächtnis in den Sand schreibt. Alles, was der Gottlose war und tat, wird vergehen. Möge der Herr unsere Herzen und Wege reinigen, damit wir dem Gericht über die Gottlosen entfliehen und die Segnungen der Gerechten genießen möchten!