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Predigten zu Psalm 25,14

"Das Geheimnis Jehovas ist für die, welche ihn fürchten, und sein Bund, um ihnen denselben kundzutun."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es gehört zu der wundersamen Botschaft der Bibel, dass Gott sich gern Menschen anvertrauen möchte. So hat sich Gott dem Abraham anvertraut, als Er mit ihm auf dem Wege vom Hain Mamre nach Sodom war. „Wie kann ich Abraham verbergen, was ich tue!" sagt Er. (1. Mose 18, 17.) – So hat sich Gott dem Mose anvertraut, wenn Er mit ihm redete, „wie ein Freund mit seinem Freunde redet". Und der 103. Psalm weiß das als ganz besonders anbetungswürdig zu rühmen: „Er hat seine Wege Mose wissen lassen."

ter uns sucht Gott Menschen, denen Er sich anvertrauen kann, denen Er Sein „Geheimnis" mitteilen kann, die Er „seinen Bund wissen" lassen kann. Nun ist es uns wohl allen klar: Gott kann sich nicht jedem Beliebigen anvertrauen. Er sagt uns selbst, dass dazu wenigstens eine Voraussetzung erfüllt sein muss. Das ist ja nun eine überaus wichtige Frage: Welche Voraussetzung müsste bei mir erfüllt werden, damit Gott in meinem armen Leben das Wunder tun könnte, mich zu Seinem Vertrauten zu machen?

Gott sieht dabei nicht darauf, welche Stellung einer in der Welt einnimmt. Er fragt auch nicht danach, ob wir besonders klug sind oder welchen Bildungsgang wir haben. Er sieht auch nicht auf unsere „moralischen Qualitäten". Er sieht nur nach einem: ob man Ihn fürchtet. Die Furcht vor Gott spielt eine große Rolle im geistlichen Leben.

Gott verschließt sich den Oberflächlichen, den Selbstgeredeten, den Schwätzern, den Kraftmeiern, den Sicheren. Aber die erschrockenen Gewissen und aufrichtigen Herzen, die Bußbereiten und die, welche aus der Wahrheit sind, erfahren Sein Geheimnis: dass Er in Jesus einen Bund gemacht hat und in Jesus eine Gemeinde der Zukunft sammelt für eine neue Welt. Möchten wir doch zu Gottes Vertrauten gehören! Amen.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Das Geheimnis des HErrn ist unter denen, die Ihn fürchten

Diese wunderbaren Worte enthalten, nach der hebräischen Sprache dreierlei:

1. Das Geheimnis des HErrn

Einigen ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu wissen. Ihnen wird jener weiße Stein gegeben, worauf der neue Name geschrieben ist, den niemand kennt, denn der ihn empfängt. Es gibt gewisse geheime Beziehungen der Liebe zwischen Jesu und der gläubigen Seele, die diese nicht aussprechen darf: eine innige Gemeinschaft, eine tiefe Seligkeit, Dinge, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret hat. Jesus offenbarte seinen Jüngern seine heiligen Geheimnisse erst, als Judas hinausgegangen war. „Warum fragst du nach meinem Namen“, sagte der HErr zu Manoah, „der doch wundersam ist?“

2. Der Rat des HErrn

„Er heißt . . . Rat.“ Er nahet sich zu denen, die sich fürchten, Ihn zu betrüben, und erteilt ihnen seinen Rat. Er unterweiset sie auf dem Wege, den Er für sie erwählt hat; Er leitet sie in seiner Wahrheit und lehret sie; Er erklärt ihnen seine Gerichte und zeigt ihnen an, wie dem Abraham, was Er zu tun im Sinne hat.

3. Die Freundschaft des HErrn

„Ihr seid meine Freunde,“ sagt Jesus, „so ihr tut, was ich euch gebiete.“ Es verlangt Ihm nach Freunden, denen Er seine Wünsche mitteilen, von denen Er unbedingten Gehorsam erwarten kann, – die Ihm so ergeben sind, dass ihnen alles andere gleichgültig ist, deren einziges Ziel es ist, seinen leisesten Winken zu folgen. O wer also der persönlichen Freundschaft Jesu gewürdiget wäre! Es wäre ein seltenes Vorrecht, wenn Er uns seine Geheimnisse anvertraute und zu uns spräche: „Ich heiße euch nun nicht mehr Knechte, sondern Freunde.“