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Predigten zu Psalm 28,9

"Rette dein Volk und segne dein Erbteil; und weide sie und trage sie bis in Ewigkeit!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Erhöhe sie ewiglich."

Gottes Kinder bedürfen einer Erhöhung. Sie sind von Natur sehr schwerfällig. Sie haben keine Flügel, oder wenn sie Flügel haben, so geht es ihnen wie einer Taube, die im Netz getragen wird; und sie haben nötig, dass die göttliche Gnade ihnen helfe auffahren mit glänzenden Flügeln, die wie Silber und Gold schimmern. Von selbst fliegt der Funke aufwärts, aber die sündebeschwerten Seelen der Menschen fallen zurück. O Herr! "Erhöhe sie ewiglich!" David selber sprach: "Nach Dir, Herr, verlanget mich," und in unsrer Stelle fühlt er die Notwendigkeit, dass auch andrer Menschen Seelen ein solches Verlangen empfinden sollten wie er. Wenn ihr diesen Segen für euch erbittet, so vergesset nicht, ihn auch für andre zu erflehen. Es gibt eine dreifache Weise, wie die Kinder Gottes nach dieser Erhöhung verlangen. Sie möchten gern erhöht werden in ihrem Gemüt. Erhöhe sie, o Herr; gib nicht zu, dass die Deinen der Welt gleich seien! Die Welt liegt im Argen, erhöhe sie aus dem Sumpf dieser Welt. Die Kinder dieser Welt sehen mit ihren Augen nach Reichtum: Silber und Gold; sie trachten nach eitler Lust und verlangen nach der Befriedigung ihrer Leidenschaften. Aber, o Herr, erhöhe Dein Volk über solches alles; bewahre sie, dass sie keine Geizknechte werden, die kein andres Verlangen haben, als immer nur Gold zusammen zu raffen! Richte ihre Herzen zu, dass sie ihren auferstandenen Herrn und Heiland suchen und nach dem himmlischen Erbe trachten! Dann bedürfen die Gläubigen der Erhöhung im Streite. Wenn der Feind ihnen den Fuß auf den Nacken gesetzt hat, dann hilf ihnen das Schwert des Geistes ergreifen und den endlichen Sieg erringen. Herr, erhöhe den Geist Deiner Kinder am Tage der Prüfung; lass sie nicht im Staube liegen und ewiglich trauern. Gestatte dem Widersacher nicht, sie schwer zu versuchen und übel zuzurichten; wenn sie aber wie Hanna lange sind verfolgt und gequält worden, so gib ihnen einen Freudengesang in den Mund von der Gnade des erlösenden Gottes. Endlich wollen wir unsern Herrn bitten, dass Er sie erhöhe am Ende. Erhöhe sie damit, dass Du sie zu Dir heimnimmst; erhöhe ihren sterblichen Leib aus dem Grabe, und erhebe ihre Seelen in Dein herrliches Reich der Vollendung.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Weide sie und erhöhe sie ewiglich

Das Volk Gottes wird hier verglichen mit einer auf den Hügeln zerstreuten Herde, die in verschiedenen Hürden geborgen, doch unter der Obhut eines Hirten steht, und von Ihm einer Heimat zugeführt wird. Das Wohlergehen der „herrlichen Herde“ des HErrn ist der heiligen Seele so wichtig, wie Ihm selbst. Was dem Geliebten teuer ist, das ist es auch dem Liebenden. Du kannst den Hirten nicht lieben, ohne eine beständige, rege Teilnahme zu empfinden für alles, was Ihn angeht, hauptsächlich für die Schafe seiner Hand und das Volk seiner Weide. Darum wirst du, je mehr du mit dem HErrn verbunden bist, desto eifriger bitten für sein Erbteil und sprechen: „Hilf deinem Volk; segne dein Erbe; weide sie und erhöhe sie ewiglich!“

Diesem Psalmwort könnte auch die weitere Bedeutung unterlegt werden: „Trage sie bis in Ewigkeit!“ Der gute Hirte hat seine Herde vor Alters durch die Wüste getragen. Es ist ihm eben so leicht, eine ganze Herde zu tragen, als ein einzelnes Lamm. Jesus führt uns nicht nur auf grünen Auen und zu frischem Wasser, sondern Er trägt uns auch und erhöht uns ewiglich. Selbst unermüdlich, vergisst Er keinen Augenblick seiner Hirtensorgfalt und teilt uns unendliche Ruhe mit. Bist du heute niedergeschlagen? Ziehen dich starke Einflüsse nach unten? Liegt deine Seele im Staube? O dann lass jenen starken Arm, jenes zarte Hirtenherz dich tragen und erhöhen ewiglich. Ein sterbendes Kind bat den Vater, es in seine Arme zu nehmen. „Hebe mich höher!“ bat es. Er tat es. „Noch ein wenig höher, – immer höher, Vater!“ Als er das müde Kindlein so hoch als möglich empor hielt, zeigte eine krampfhafte Bewegung, dass Jesus selbst gekommen war, das Lamm hinaufzutragen und es zu erhöhen ewiglich.