10.800 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther uvm.

Predigten zu Psalm 33,12

"Glückselig die Nation, deren Gott Jehova ist, das Volk, das er sich erkoren zum Erbteil!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
Zitate von Charles Haddon Spurgeon anzeigen

Israel war glücklich, weil es den einzig wahren Gott anbetete. In der Tat, das auserwählte Volk war gesegnet, weil es eine Offenbarung des HERRN erhalten hatte. Während sich andere vor ihren Götzen auf der Erde wälzten, war das auserwählte Volk durch eine geistliche Religion erhoben, die ihm Zugang zu dem unsichtbaren Gott gewährte und es dazu brachte, allein auf Ihn zu vertrauen. Alle, die sich dem HERRN anvertrauen, sind im tiefsten und weitesten Sinn gesegnet, und niemand kann diese Segnungen rückgängig machen. Auserwählung ist der Grund für alles. Die göttliche Erwählung bestimmt das Geschehen. Niemand kann den HERRN als seinen Gott annehmen, bevor Er ihn nicht zu Seinem Volk gezählt hat. Welch eine ehrenvolle Erwählung ist das! Wir sind nicht zu einem niedrigen Stand oder zu einem unwürdigen Zweck auserkoren: Wir sind das besondere Besitztum und die Freude des HERRN, unseres Gottes. So gesegnet sollten wir uns unseres Erbes freuen und der Welt durch unser Verhalten zeigen, dass wir einem herrlichen Herrn dienen.

Der HERR wird hier als einer dargestellt, der in der Höhe wohnt und nach unten blickt und alles sieht. Besonders aber beobachtet und umsorgt Er solche, die auf Ihn vertrauen. Es gehört zu unseren erlesensten Vorrechten, immer unter den Augen unseres Vaters, nie außer Sichtweite unseres besten Freundes zu sein. Alle Adamssöhne werden ebenso bewacht wie Adam selbst, ihr einsamer Vorfahr im Garten Eden. Ob wir an den frostigen Polen oder am heißen Äquator wohnen, ob auf Bergen oder in Tälern, ob in Hütten oder Palästen – das göttliche Auge nimmt alle Mitglieder der menschlichen Familie wahr.

Alle Menschen verdanken dem Schöpfer in gleicher Weise ihr Leben. Darum gibt es keinen Anlass, sich selbst zu rühmen. Welchen Grund hätte das Gefäß, sich in Gegenwart des Töpfers zu rühmen? Gott betrachtet die Taten der Menschen nicht umsonst. Er wertet und richtet sie. Er liest die heimlichen Pläne hinter dem äußerlichen Verhalten und führt das scheinbar Gute auf seine wirklichen Bestandteile zurück. Diese Betrachtung ist ein Hinweis auf das kommende Gericht, wenn die Ergebnisse der göttlichen Gedanken zugemessen werden, sei es in Glück oder Weh. Bedenkt eure Wege, ihr Menschen; denn Gott bedenkt sie!

Mit besonderer Sorgfalt sind die Augen Gottes auf die Verherrlichung und Verteidigung des Volkes Gottes gerichtet. Niemand kann ihm unvermutet etwas antun, weil der himmlische Wächter im Voraus die Pläne der Feinde weiß und etwas dagegen unternimmt. Wer Gott fürchtet, braucht sich vor sonst nichts zu fürchten. Mögen wir alle unsere Augen des Glaubens fest auf Ihn gerichtet halten; dann wird Sein Auge der Liebe auf uns ruhen. Unsere Seele, unser Leben muss an Gott hängen. Wir dürfen Ihm nicht nur in einigen Nebensächlichkeiten vertrauen, sondern müssen dies mit allem tun, was wir sind und haben. Wir, die Ihm vertrauen, können eigentlich nur ein frohes Herz haben, unser Innerstes muss sich unseres treuen Gottes rühmen. Die Wurzel des Glaubens wird zu ihrer Zeit die Blüte des Jubels hervorbringen. Zweifel brüten Schmerzen aus, Vertrauen schafft Freude.