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Predigten zu Psalm 34,19

"Viele sind der Widerwärtigkeiten des Gerechten, aber aus allen denselben errettet ihn Jehova;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus dem allen errettet ihn der HERR."

Die glänzende falsche Münze. "Eine falsche Münze mag besser und glänzender außehen als das echte Geldstück, und doch fast oder ganz wertlos sein."

In gleicher Weise mag ein falscher Bekenner eine Zeit lang glänzender außehen, als ein wahrer Christ. Er ist nicht niedergeschlagen, denn er hat keine der inneren Kämpfe, die aufrichtig Gläubigen so viel Seelenangst verursachen. Er ist nicht traurig, denn er hat keine Herzensbusse bei der Erinnerung an jene Mängel, welche das lebendige Kind Gottes demütigen. Zweifel und Befürchtungen hat er nicht, denn diese sind das Moos, das auf dem Glauben wächst, und dieser Gnade ermangelt er gänzlich. Fehler gegen Heiligkeit, Verlust der Gemeinschaft, Erfolglosigkeit im Gebet, Gewissensvorwürfe, dies alles, was den Erwählten Gottes begegnet, kommt ihm nicht nahe; denn ihm ist das innere, empfindungsfähige Leben fremd, dessen äußere Zeichen diese sind. Betrübte Kinder Gottes, werdet nicht ganz entmutigt durch die gleichmässige Stimmung und ruhige Sicherheit solcher Menschen; denn diese werden wahrlich beunruhigt sein, wenn die Prüfungsstunde kommt. Was euch betrifft, eure fromme Sorge und heilige Angst sind ein Beweis der Wirklichkeit eures geistlichen Lebens, und Zeichen der Gnade, welche euch Trost gewähren sollten. Tote Menschen leiden nicht von dem Witterungswechsel, und blosse Nachahmungen des Lebens, wie Gemälde und Statuen, wissen nichts von den Leiden und Schmerzen lebendiger Menschen. Bemitleidet die, welche nie in Seelennot sind, und dankt dem Herrn, dass Er euch nicht in eurem eingebildeten Frieden gelassen hat. Besser, trübes Gold, als glänzendes Erz zu sein. Denkt ihr nicht so? (Th.Manton)


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Wenn ein Groß-Flugzeug über den Ozean nach Amerika fliegt, dann steht es in beständiger Verbindung mit vielen meteorologischen Stationen. Dauernd empfängt es Wettermeldungen. Dadurch ist es imstande, Sturmzonen einfach zu umgehen. Wenn wir das doch auf unserer Lebensfahrt auch könnten! Es mag sein, dass es Menschen gibt, die es können. Eins aber ist sicher: Menschen, die in Gottes Gewalt gekommen sind, können es nicht. Seine Leute führt Gott mitten in die Nöte und Stürme hinein. „Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes gehen." Darum sind sie Menschen mit einem zerschlagenen Gemüt.

Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen Hat mir viel Angst erweckt; Verfolgung, Hass und Neiden, Ob ich's gleich nicht verschuld't, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld.

Aber der Herr zerschlägt nicht nur – Er hilft. Er hilft so wundersam und herrlich, dass Christenleute mitten in den Stürmen der Not fröhlich rühmen:

Fahre hin, was helfen kann. Unsre Hilfe ist der Mann, Dem, soweit die Schöpfung geht, Alles zu Gebote steht.

So wird das Leben eines Kindes Gottes ein seltsames Wunder: Gott zerschlägt ihm im Sturm sein Boot und hält es doch über den Wogen, dass es nicht untergeht. Gott verzäunt ihm seinen Weg, dass nirgendwo ein Ausweg ist. Und dann trägt Er es selbst hinüber über alle Hindernisse. Und so lehrt Er uns Seine Macht kennen. Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Was ein zerbrochenes Herz ist – kann man das einem Menschen klar machen, der die gewaltige Wirkung des Heiligen Geistes nicht kennt? Wer aber die Kraft des Geistes Gottes kennt, der weiß auch, was ein zerbrochenes Herz ist.

Auf einer Bergeshöhe im Schwarzwald stand eine hohe, stolze Tanne. Eines Nachts tobte ein furchtbarer Sturm. Am nächsten Tag fand man die stolze Tanne am Boden. Ihre Wurzeln waren aus dem Erdreich gerissen. Und über den Wurzeln war der Stamm zerbrochen.

Unser natürliches Herz will auch so gerade und aufrecht stehen wie die Tanne. In fröhlichem Glauben an uns selbst, in natürlicher Selbstsucht wachsen wir in den Tag hinein.

Wenn aber der heilige Gott über unser Leben kommt mit dem Sturm Seines Heiligen Geistes, dann ist es mit der Herrlichkeit zu Ende. In der Bibel tritt ein Mann auf und sagt ein seltsam tiefes Wort: „Meine Sünden gehen über mein Haupt. Wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.“ Der hatte ein zerbrochenes Herz.

Und einen anderen finden wir, einen hochgemuten Mann namens Petrus. Der ging eines Tages in die Einsamkeit und weinte – über sich selbst. Das ist ein zerbrochenes Herz.

Wer ein zerbrochenes Herz hat, erlebt ein großes Wunder. Er glaubt sich Gott ganz fern, er dünkt sich von Gott verstoßen. Und sieh, wenn er Gott am fernsten glaubt, ist Er am nächsten, in Jesus. Der Herr Jesus ist nahe bei denen, die ein zerbrochenes Herz haben. Amen.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Was bleibt dem Menschen, wenn sein Herz zerbrochen und sein Geist zerschlagen wurde? Mag die Sonne ihren Lichtstrom auf die Erde schütten, für ihn scheint sie nicht mehr. Wir brauchen, damit die Natur uns diene und erfreue, ein unverletztes Herz. Sein Besitz mag unversehrt sein. Nun kann er ihm aber nichts helfen; was ist ein Besitztum noch, wenn sein Besitzer ein toter Mann ist? Von den Menschen hat er nichts zu hoffen; denn den Menschen ist es versagt, Herzen zu heilen. Ist er hilflos? Nein, sagt der Psalmist; denn der Herr ist ihnen nahe, die innerlich todwund sind. Hat ein schmerzhafter Stoß meine Pläne zerbrochen, meine Hoffnungen zerstört und alle meine Gedanken entwurzelt, so hat er mir doch meinen Gott nicht genommen. Er ist mir eben jetzt, da ein schmerzhafter Bruch mein Innerstes verletzt hat, nahe, nach seiner heiligen Regel, dass er zur Not seine Hilfe und zur Armut seine Gabe fügt und da, wo der Mensch zu Ende ist, mit seinem Werk beginnt. In solcher Lage bewährt sich die selige Botschaft, dass alles zum Guten hilft. Sie umfasst auch das Schwerste, was uns treffen kann, und dies ist nicht der Verlust unserer Habe, auch nicht der Zusammenbruch unseres Leibes, sondern der inwendige Bruch, der Schlag, der unseren Geist verletzt. Nun hilft uns auch er zum Guten, da er uns Gottes Nähe verschafft. Darum dürfen wir dem Apostel glauben, der uns sagt, dass uns jede Versuchung zur Freude werden kann. Auf die gefährliche Höhe steigt die Versuchung dann hinauf, wenn unser Herz zerbricht; denn dann ist uns die Verzweiflung nahe. Aber auch unsere Rat und Hilflosigkeit wird zum Band, das uns mit Gott vereint. Das gibt den Stunden, in denen das Herz krampfhaft zuckt und aus tiefen Wunden blutet, eine feierliche Weihe. Nun bedenke: jetzt ist Gott mir nahe. Denn selig sind die Armen im Geist, weil Gott zu ihrer Armut seinen Reichtum fügt.

Führe mich nicht in Versuchung! Ich bebe, wenn ich daran denke, wie zerbrechlich mein Herz ist und wie tief die Schläge, die den Geist treffen, dringen. Aber auch, wenn Du mich in Versuchung führst, offenbarst Du die Herrlichkeit Deiner Gnade. Wenn ich nichts mehr bin und keine Stütze mehr habe, zeigst Du mir, dass Du meine Stütze bist, und lehrst mich glauben. Amen.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Der HErr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind

Was hat dir das Herz gebrochen? Etwa deine Verlassenheit? Oder die Untreue oder Unfreundlichkeit solcher, denen du besseres zugetraut hattest? Oder hast du vielleicht etwas zu tun unternommen, das deine Kraft überstieg und sind dann ob der Anstrengung die Saiten deines Herzens zersprungen? Die Gemse mit gebrochenem Beinchen, – der Vogel mit erlahmtem Flügel, – die Frau, deren Herz gebrochen ist, – der Mann, dessen Lebenszweck verfehlt wurde, sie alle ziehen sich scheu zurück in den Schatten, um dort unbeachtet zu sterben. Das geschäftige Treiben des Lebens geht weiter ohne sie; aber Gott nimmt sich ihrer an. Wenn die Lichter trübe brennen und das Haus öde ist, dann tritt Er ihnen nahe. Wo kommt die vollkommene Liebe zum Ausdruck? Nicht zwischen dem Vater und dem kräftigen Sohne, der sich seiner Unabhängigkeit bewusst ist. Nicht zwischen der Mutter und dem Mädchen, in dessen Herzen die Liebe in zarter Blüte erwacht. Dort bei dem Bettchen des verkrüppelten Mägdleins, das bleich und matt daliegt, ohne sich helfen zu können, tritt sie uns entgegen; da reifen ihre schönsten, edelsten Früchte. Der Vater eilt zu der kleinen Leidenden, sobald er nach Hause kommt und die Mutter ist beständig da, bereit zu trösten, zu erquicken und zu dienen mit ihrer wohltuenden Teilnahme. – Also wird auch unser Gott angezogen von der Hilfsbedürftigkeit der Zerbrochenen. Es ist dunkel; du wähnst dich ganz verlassen und einsam; aber dem ist nicht also. Gott ist da; Er ist dir nahe; rufe Ihn an; Er hört dein Flüstern und wird dir liebevoll antworten.

O weine nicht! Sollte gleich das Herz dir brechen, Jesus hält dir sein Versprechen: Er, Er naht sich dir und spricht: „Weine nicht!“