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Predigten zu Psalm 36,9

"Denn bei dir ist der Quell des Lebens, in deinem Lichte werden wir das Licht sehen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Bei Dir ist die lebendige Quelle."

Es gibt in unsrer inneren Erfahrung Zeiten, wo menschlicher Rat und menschliche Teilnahme, ja, selbst die Tröstungen der Religion uns nicht zu trösten noch zu helfen vermögen. Warum lässt der Gott der Gnade solches zu? Vielleicht darum, dass wir uns zu sehr von Ihm abgewendet hatten, so dass Er sich veranlasst sieht, uns alles wegzunehmen, worauf wir uns zu verlassen pflegten, auf dass wir möchten zu Ihm getrieben werden. Es ist etwas Seliges, wenn wir am Born der Quelle leben dürfen. So lange unsre Gefäße mit Wasser gefüllt sind, geben wir uns zufrieden wie Hagar und Ismael, ob wir gleich in die Wüste ziehen müssen; wenn sie aber leer sind, so hilft uns nichts andres mehr, als: "Du, Gott, siehest mich." Es geht uns wie dem verlornen Sohn, wir lieben die Treber, die die Schweine essen und vergessen unsers Vaters Haus. Bedenket es, dass wir auch aus den äußern Formen unsers Gottesdienstes Treber machen können; sie sind etwas Köstliches; wenn wir sie aber an Gottes Stelle setzen und Gott selber darüber vergessen, so sind sie ohne allen Wert. Alles kann zum Götzen werden, wenn es uns von Gott fern hält; selbst die eherne Schlange ist ein "Nehusthan" (2 Kön. 18, 4), wenn wir ihr räuchern und sie statt Gott anbeten. Der verlorne Sohn war nie besser daran, als da er sich nach seines Vaters Kuss sehnte, denn damals fand er den rechten Halt wieder. Unser Herr sucht uns in unserm Lande mit Teurung heim, damit wir uns umso mehr nach dem Himmel sehnen. Die beste Lage, in der sich ein Christ befinden kann, ist, wenn er ganz und unmittelbar von der Gnade Gottes lebt, wenn er da steht, wo er am Anfang seines geistlichen Lebens stand, "als die nichts inne haben und doch alles haben." Wir wollen auch keinen Augenblick dem Gedanken Raum geben, dass unsre Seligkeit in unsrer Heiligung stehe, oder in unsrer Selbstverleugnung, in unsern Gnadenerfahrungen oder Gefühlen, sondern wir wollen erkennen, dass wir selig sind, weil Christus ein vollgültiges Versöhnungsopfer, für uns dargebracht hat; denn wir sind vollkommen in Ihm. Wir besitzen nichts, worauf wir uns verlassen können; sondern trauen allein auf das Verdienst Jesu. Sein Leiden und heiliges Leben gibt uns allein einen sichern Grund völliger Zuversicht.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"In Deinem Licht sehen wir das Licht."

Kein Mund vermag dem Herzen die Liebe Christi zu schildern, bis der Herr Jesus selber sie in demselben kund tut. Alle Beschreibungen bleiben matt und unzureichend, wenn sie der Heilige Geist nicht mit Leben und Kraft erfüllt; bis dass unser Immanuel sich uns innerlich offenbart, sieht Ihn die Seele nicht. Wenn du die Sonne betrachten möchtest, so würdest du wohl schwerlich alle gewöhnlichen Beleuchtungsmittel zusammennehmen und auf solche Weise das herrliche Licht, das den Tag regiert, zu beleuchten suchen. Nein, wer weise ist, weiss wohl, dass die Sonne sich selber offenbaren muss, und dieses gewaltige Licht kann nur durch seinen eignen Glanz erkannt werden. Und so verhält es sich mit Christo. "Selig bist du, Simon, Jona Sohn," sprach Er zu Petro, "denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret." Reiniget und veredelt Fleisch und Blut durch die sorgfältigste Erziehung, erhebt die Kräfte des Gemüts zur höchsten Stufe geistiger Vollendung; das alles kann euch Christum nicht offenbaren. Der Geist Gottes muss mit Macht kommen und den Menschen mit seinen Flügeln überschatten, und dann muss in diesem geheimnisvollen Dunkel des Allerheiligsten der Herr Jesus sich dem geheiligten Blick offenbaren, wie Er sich den verblendeten Menschenkindern nicht offenbart. Christus muss sein eigner Brennspiegel sein. Der große Haufen dieser blödsichtigen Welt nimmt nichts wahr von den unaussprechlichen Herrlichkeiten Immanuels. Er kommt ihnen ungestalt und lästig vor, wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich, die von den Toren verschmäht, von den Stolzen verachtet wird. Nur wo der Geist das Auge mit Augensalbe gesalbt, das Herz mit göttlichem Leben erfüllt und die Seele zu einem himmlischen Sinne erzogen hat, nur da wird Er verstanden. "Euch nun, die ihr glaubet, ist Er köstlich;" euch ist Er der Grund- und Eckstein, der Fels eures Heils, euer eins und alles; andern aber ist Er "ein Stein des Anstossens und ein Fels der Ärgernis." Selig ist, wer die Offenbarung unsres Heilandes empfängt, denn ihm ist die Verheißung gegeben, dass Er Wohnung bei ihm machen will. O Jesu, unser Herr, unser Herz steht Dir offen, komm herein, und ziehe ewiglich nicht wieder fort. Zeige Dich uns! Beglücke uns mit einem Strahl Deiner Liebe!


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"In deinem Lichte werden wir das Licht sehen."

Dass sein Licht zu uns kommt, kann auf viele Arten geschehen. Manche von uns sind Heiligen begegnet, die Christus wahrhaft erkannt hatten, und beim gemeinsamen Beten oder beim Sprechen mit ihnen haben wir in dem von ihnen ausstrahlenden Licht Gottes gesehen, was wir bis dahin noch nie gesehen hatten. Ich kannte z. B. eine solche Christin, sie ist jetzt beim Herrn, und wenn ich an sie zurückdenke, habe ich immer die Erinnerung von etwas "Leuchtendem" . Ich brauchte nur in ihr Zimmer zu treten, und sofort spürte ich etwas von Gott. Ich war noch sehr jung damals und hatte eine Menge Pläne und Projekte, die Gott mir bestätigen sollte. Mit all dem ging ich dann oft zu ihr und wollte sie überzeugen; ihr sagen, dies oder das müsse man unbedingt tun. Aber bevor ich den Mund aufmachen konnte, sagte sie irgend etwas, vielleicht ein paar ganz belanglose Worte und in ganz natürlichem Ton. Und das Licht ging in mir auf! Es machte mich wahrhaft beschämt - ich erkannte, wie sehr mein Tun und Planen am Menschlichen, Irdischen haftete. Denn sie lebte nur Gott, und ein solcher Mensch ist in ein Licht getaucht, das auch andere erleuchtet.


Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"Denn bei dir ist die Quelle des Lebens."

Verirrt und verschmachtet bin ich einst in großer Not Leibes und der Seele zu dir gekommen, Herr Jesus, und du hast mich zu dir hereingelassen, dass ich an der Quelle des Lebens rasten und trinken konnte. Dein Wesen, deine Liebe, deine unbegreifliche Barmherzigkeit, deine Reinheit, deine Schönheit, deine Geduld, deine Kraft - das war der Regenbogen, der über den talwärts stürzenden Wassern dieser Quelle im Lichte stand. Ein Anblick, den ich nicht vergessen kann, weil ich von dem Lebenswasser getrunken habe und auf diese Weise etwas von dir in mir ist. Seither bin ich oft wieder aus der Unrast des Alltags und der Spannung der Sorge und dem Schmerz der Sünde (eigener und fremder) zu dir zurückgekehrt und fand Kraft und Stille und Segen. Das Schönste auf meiner Lebenswanderung ward das Geheimnis, dass der Fels, welcher überall nachfolgte, war Christus. Im Hotelzimmer wie in großen Versammlungen, im Sturm des Meeres und in schlaflosen Stunden der Nacht, im Glück und im Druck, überall bist du mir nachgefolgt und warst im Nu gegenwärtig, wenn ich schrie nach dir! Dein Leben quillt hinter meinem Leben. Du bist mein Geheimnis und meine Erklärung, mein Vorzug und meine Schranke, meine Zuflucht und meine Aufgabe, mein neues Wesen, das vor mir steht und das in mir wird. Herr Jesus, wie liebe ich dich und wie lobe ich dich recht! Gib mir die Ewigkeit, damit meine Liebe Raum habe für dich und zu deinem Lobe wachse. Amen.


Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"... in deinem Licht sehen wir das Licht."

Für unser irdisches Sehvermögen gibt's verschiedene Lichter. Für unser seelisches Leben auch. Für unsern zu Gott hingeschaffenen Geist gibt's nur ein Licht. Das Licht schlechthin heißt hier Jesus. Wem die Augen dafür geöffnet sind, der unterscheidet erst, wenn dieses Licht scheint, alle Verhältnisse in göttlicher Beleuchtung. Dieses Licht brennt denn auch in uns, dass wir uns selbst richtig erkennen; das ist sogar der oft schmerzhafte Anfang dieses neuen Lebens im Licht. Dann macht dieses Licht unsere durch die Sünde verdunkelten Augen hell und sonnenhaft, dass sie "taugen, in sein Licht zu sehen". Das kommt nicht zauberhaft in einem Nu: bei Saulus fing's mit dreitägiger Erblindung an; bei manchem geht's jahrelang, bis sich seine Augen daran gewöhnen, immer mehr belichtete Felder und Flächen zu sehen.

Es ist auf Erden nicht alles Seligkeit, was wir bei solcher Beleuchtung erkennen, sondern oft schmerzt uns noch ein helleres Glänzen bei einer neuen Beleuchtung. Aber seine Absicht ist, uns weiter zu führen zu immer deutlicherem Wandel im Licht, dass die Dämmerstunden dazwischen immer kürzer werden. Aber alles Licht ist Gnade und weckt Liebe und Lob!

Darum preisen wir dich, Herr Jesu, dass du uns, die wir in Finsternis sassen, dein Licht hast aufgehen lassen. Erziehe uns ferner durch Licht fürs Licht. Herr, reinige uns, dass wir heller brennen. Amen.