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Predigten zu Psalm 37,25

"Ich war jung und bin auch alt geworden, und nie sah ich den Gerechten verlassen, noch seinen Samen nach Brot gehen;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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So wie sie dasteht, ist Davids Beobachtung nicht die meinige; denn ich habe Kindern von zweifellos gottesfürchtigen Menschen aus der Not geholfen, die mich wie gewöhnliche Bettler darum baten. Doch lässt mich dies keinesfalls an Davids Beobachtung zweifeln. Er lebte in einer Epoche von Segnungen, die mehr äußerlich waren, die mehr mit dieser Welt zu tun hatten als die Segnungen in der gegenwärtigen Zeit, wo sie sich stärker auf den persönlichen Glauben beziehen. Die Gerechten sind nie verlassen; das ist eine Regel ohne Ausnahme. Wirklich, ihre Nachkommen betteln selten um Brot, und obwohl es tatsächlich manchmal durch die Zügellosigkeit und Faulheit oder etwas anderes geschieht, was die Kinder zu verantworten haben, so ist es sicherlich so selten, dass heute viele leben, die es noch nicht erlebt haben. Die Kinder armer Diener des Herrn werden oft reich. Ich bin noch nicht alt; aber ich habe die Familien armer Frommer reich werden sehen und habe erlebt, wie der Herr die Treue des Vaters mit dem Erfolg des Sohnes belohnt hat. So dachte ich oft, der beste Weg, seine Kinder mit Reichtum auszustatten, ist, um Christi willen arm zu werden. Den Gerechten kommt beständig Großzügigkeit in den Sinn; sie gedeihen nicht, weil sie knauserig, sondern weil sie freigebig sind. Wie der großherzige Geber alles Guten, dessen geliebte Kinder sie sind, haben sie Freude am Gutestun. Wie geizige, begehrliche äußerliche Bekenner auf Errettung hoffen können, ist für jeden ein Wunder, der solche Verse in der Bibel liest. Gott zahlt der nächsten Generation mit Zinsen zurück. Wenn die Kinder der Frommen nicht gottesfürchtig sind, so muss es an elterlichen Versäumnissen oder an anderen schuldhaften Gründen liegen. Der Freund des Vaters ist der Freund der Familie. Der Gott Abrahams ist der Gott Isaaks und Jakobs.

Wir dürfen die Unrechtstäter nicht beneiden, sondern sollen uns völlig von ihrem Geist und Beispiel absondern. Wie Lot Sodom verließ, ohne einen Blick zurückzuwerfen, so müssen wir die Sünde zurücklassen. Mit der Sünde darf man weder Burgfrieden noch Waffenstillstand schließen, wir müssen uns ohne Zögern von ihr abwenden und in der entgegengesetzten Richtung anfangen, tatsächlich fleißig zu arbeiten. Wer versäumt, das Gute zu tun, wird bald ins Böse fallen. Demjenigen Ehre zu verleihen, der Ehre verdient, ist Gottes Freude, besonders wenn der Gerechte von seinen Mitmenschen verleumdet wurde. Es muss ein göttliches Vergnügen sein, Falsches gerade zu rücken und die Machenschaften der Ungerechten zu vereiteln. Gott erscheint oft, um Seine Diener zu erretten, und wenn Er es in Bezug auf ihren Leib in diesem Leben nicht tut, so gibt Er ihren Seelen doch Freude und Frieden, die sich triumphierend über die Macht ihrer Folterer erheben. Wir mögen wie Hiob eine Zeit lang in der Hand des Feindes sein; aber Gott lässt uns dort nicht. Die Zeit wird schnell gefällte Urteile abändern, und sonst wird die Ewigkeit alles Verdammen dieser Zeit hinwegfegen. Wenn die Zeit gekommen ist, wird der Gerechte gerechtfertigt werden.