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Predigten zu Psalm 37,4

"und ergötze dich an Jehova: so wird er dir geben die Bitten deines Herzens."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Habe deine Lust an dem Herrn."

Der Sinn dieser Worte muss denen, die einem lebendigen Leben in der Gottseligkeit ferne stehen, im höchsten Grade auffallen, aber dem ernsten, gläubigen Christen sind sie weiter nichts als die Bestätigung einer erkannten Wahrheit. Das Leben des Gläubigen wird hier beschrieben als Freude und Wonne in Gott, und wir werden befestigt in der Überzeugung, dass die wahrhafte Gottesfurcht überströmt von Glück und Seligkeit. Gottlose Menschen und blosse Namen-Christen sehen in der Frömmigkeit nie etwas Erfreuliches: für sie ist dieselbe ein Sklavendienst, eine lästige Pflicht, eine Nötigung, aber nie und nimmer eine Freude und Erquickung. Wenn sie sich überhaupt zum Christentum bekennen, so geschieht's entweder aus Eigennutz, weil sie hoffen, dadurch etwas zu gewinnen, oder aus Furcht, weil sie sich nicht unterstehen, anders zu handeln. Der Gedanke an Freude und Wonne in einem gottesfürchtigen Wandel ist den meisten Menschen etwas so Befremdendes, dass in ihren Redensarten keine zwei Begriffe so weit auseinander gehen, wie die Worte: "Heiliges Leben" und "Wonne." Aber solche Gläubige, die Jesum Christum erkennen, wissen aus Erfahrung, dass Glückseligkeit und Glauben so innig miteinander verknüpft sind, dass auch die Pforten der Hölle sie nicht auseinander zu reißen vermögen. Wer Gott von ganzem Herzen lieb hat, findet jederzeit, dass seine Wege liebliche Wege sind, und alle seine Steige sind Friede. Solche Freude, solche Fülle der Wonne, solche überströmende Glückseligkeit entdecken die Heiligen in ihrem Herrn, dass sie, weit entfernt, Ihm aus blosser Gewohnheit zu dienen, Ihm freudig nachfolgen, ob auch alle Welt seinen Namen ärger verabscheut als das Böse. Wir fürchten Gott nicht aus irgend welchem Zwang; unser Glaube ist kein Gefängnis, unser Bekenntnis keine Kette, zum heiligen Leben werden wir nicht mit Gewalt geschleppt, wir werden nicht wie Sklaven zu unsrer Pflicht geknechtet. Nein, unsre Frömmigkeit ist unsre Freude, unsre Hoffnung ist unser Himmel, unser Wandel ist unsre Wonne, unsre Liebe ist unsre Lust. Freude und wahre Gottesfurcht sind miteinander verwachsen wie Wurzel und Blüte; so unzertrennbar wie Wahrheit und Gewissheit; sie sind wahrlich zwei herrliche Kleinode, die nebeneinander schimmern in goldener Fassung. "Habe deine Lust an dem Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünschet."


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Habe deine Lust an dem HErrn

In einem Liede des bekannten Tauler findet sich eine liebliche Probe davon, was es heißt, seine Lust an dem HErrn haben. Es führt eine Anzahl Beispiele innigen Verkehrs und gegenseitiger Abhängigkeit aus dem täglichen Leben an, und bezieht sie auf das traute Verhältnis, das zwischen ihm und seinem geliebten HErrn bestand: „Was der Bräutigam ist der Erwählten seines Herzens, – was der König seinem Reich, – was der Wächter einer Burg, – was der Steuermann dem Schiffe, das bist du mir, o Herr!“

Jedoch ohne Anstrengung kommen wir nicht zu dieser Lust. Wir müssen unser Verlangen den Dingen dieser Welt entziehen und es allein auf den HErrn heften. Der Zug unsers Herzens muss auf Gott gerichtet sein. Wir müssen die Gewohnheit heiliger Gemeinschaft pflegen mit Ihm, den aller Himmel Himmel nicht fassen können. Wir müssen uns darin üben, die Eigenschaften und die Werke Gottes so lange zu betrachten, bis sie unsere Bewunderung erregen und unsere Anbetung hervorrufen. Alsdann werden wir Ruhe finden für unsere Seelen, denn Er wird uns geben, was unser Herz wünscht.

Ist Gott selbst das Ziel unserer Wünsche, so sind wir auf ewig sicher vor Enttäuschungen, denn Ihn können wir immer haben. Wir brauchen Not und Mangel nicht zu fürchten, denn mir haben, was wir bedürfen. Die Gefahr eines Verlustes ist ausgeschlossen, weil Er sich uns niemals entzieht. Wer nach Gott verlangt, der hat Ihn; wer seine Lust am HErrn hat, der wird so gesättigt werden, dass kein Raum übrig bleibt für Eifersucht und Neid gegen andere, er wird volle Genüge haben. Jedermann wird so viel erhalten, als er zu fassen im Stande ist. „Er gibt seinen Geist nicht nach dem Maß,“ Er will der Erfüllung unserer Bitten keine Grenzen setzen.