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Predigten zu Psalm 39,6

"Ja, als ein Schattenbild wandelt der Mensch einher; ja, vergebens ist er voll Unruhe; er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird."

Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Dies ist das gewöhnliche Leben und Treiben der Menschen. Sie essen, sie trinken, sie arbeiten, sie ruhen, sie schlafen und wachen, sie sind neidisch, geizig, hochmütig, sie verleumden, sie lügen und betrügen, sie treiben sich untereinander herum, sie üben ihre Lüste und Leidenschaften aus, alles in der größten Sicherheit, ohne ernsthafte Gedanken an die Ewigkeit, an die Hölle, der sie doch auf diesem Weg bestimmt entgegengehen. Woher diese Sicherheit der Kinder des Verderbens? Antwort: Aus der verfluchten Eigenliebe, aus dem Hochmut heraus. Ein jeder meint, ihm für seinen Teil könne es nicht fehlen. Wenn das Wort Gottes gepredigt wird, wenn die Leute so herumsitzen und hören von der Liebe und vom Ernst Gottes, und daß ohne Heiligung niemand den Herrn sehen werde: so können sie das so anhören, und bleiben doch in dem Tod der Sünde und der Eitelkeit gefangen. Dies geschieht nur deswegen, weil ein jeder meint, ihm werde es nicht fehlen, ihn gehe das scharfe Wort nicht an, bei ihm werde eine Ausnahme von der Regel gemacht. Da denkt ein jeder an seinen Nachbar, an einen Dritten; man wünscht, wenn nur der oder jener, den man liebt, getroffen würde, daß er seine Untugenden aufgäbe: für sich selbst aber bleibt man in der größten Sicherheit. Ich will mich schon noch mit Gott verständigen; ich will schon noch ernstlich werden; bei mir hat's keine Not. Sehet da unser arges, eigenliebiges, hochmütiges Herz! Ist ein Mensch angesehen vor den Leuten, in einem Stand, wo sich die Menschen vor ihm bücken, so meint er, Gott und sein Wort müssen sich auch vor ihm bücken, sich beu- gen und ihm ausweichen. Ist ein Mensch nicht in äußerem Ansehen, so weiß er andere Gründe. Er hat ein gutes Herz; er meint es doch gut; er hat andere gute Eigenschaften, die viele hundert andere nicht haben; der Herr wird also, wie er meint, eine gerechte Ausnahme bei ihm machen. Und kann oder mag einer von dem allen nichts anführen, so glaubt er eine Ausnahme um seines Ichs willen; weil er der und der ist, wird der Herr nicht so streng mit ihm verfahren. Warum? Ich bin's ja. Mit der Weichlichkeit, mit welcher er selber sich liebt, meint er, werde ihn auch Gott lieben und behandeln. Aber dies ist weit gefehlt.

O ewges Licht, ich bitte dich: Erleuchte und belebe mich, noch hier durch deiner Gnade Schein ein wahres Kind des Lichts zu sein.

Sei du stets meinem Herzen nah, was finster ist, vertreib allda! Die Welt liebt nur die Finsternis. Mach meinen Gang im Licht gewiß!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Sich der Sünde schämen

Ich schäme mich nicht dieser Welt, die Gott geschaffen hat - ich schäme mich der Sünde des Menschen! Wenn man alle Sünde des Menschen aus dieser Welt entfernen könnte, so bliebe nichts, dessen man sich schämen könnte, und nichts, wovor man sich fürchten müsste. Unsere Bitte um Vergebung gilt der Menschheit - und unserer Sünde. Ich sage wiederholt, dass wir Gott nicht entschuldigen müssen.

Heute ist es Mode geworden, von Christus als einem Gast auf dieser Welt zu sprechen. Ich wage es, Menschen zu sagen, endlich damit aufzuhören, Jesus Christus in Schutz zu nehmen!

Er ist kein Gast auf dieser Welt - Er ist der Gastgeber! Wir haben unter uns Apologeten. Sie schreiben Bücher und reden viel darüber, wie die Person Jesus Christus zu verteidigen sei. Sie versuchen unserer Generation zu »erklären «, dass die Bibel nicht »genau« das sagt, was sie sagt. Aber Gott hat sich selbst in Jesus Christus geoffenbart, und daher wissen wir, wo wir stehen, denn wir glauben, dass alles von Ihm erschaffen wurde, und »ohne ihn ist nichts von dem, was da ist«.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben.

Dass mein Leben ein Ende haben und ich davon muss, dass ich davon muss, so wie ich bin. Hier gibt es keinen Schein mehr, der mich trügerisch verbirgt, hier gibt es keinen Gedanken mehr, der mich vor mir selber entschuldigt, keine Beschönigung, in die ich mich so gerne flüchte, weil sie so süß eingeht und so wohlig einschläfert. Hier stehe ich vor dem ganzen Ernst meiner selbst. Ich muss davon, und zwar nicht in eine Weite, da kein halt mehr ist – das wäre noch das leichtere –, nicht in eine Zersetzung, da man schließlich wie eine leichte Wolke zerfließt – das wäre noch das geringere –, sondern in die persönliche Selbständigkeit eines erträgnislosen Lebens.