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Predigten zu Psalm 46,5

"Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen beim Anbruch des Morgens."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die göttliche Gnade gleicht einem ruhig dahinfließenden, fruchtbar machenden, tiefen und nie versiegenden Fluss, der den Gläubigen Erfrischung und Trost bringt. Es ist der Strom des Wassers des Lebens, an dem die Gemeinde droben wie auch hier unten zu aller Zeit teilhat. Es ist kein ungestümer Ozean, sondern ein sanfter Strom; er wird weder durch Erdbeben noch durch Bergstürze aus seiner Bahn gelenkt; er folgt seinem ruhigen Lauf ohne Unterbrechungen. Glücklich sind alle dran, die aus eigener Erfahrung von der Existenz dieses göttlichen Stroms wissen.

Die besondere Herrlichkeit Jerusalems bestand darin, dass der Herr innerhalb ihrer Mauern einen Wohnort hatte, wo Er sich in besonderer Weise offenbarte. Dies ist das erlesene Vorrecht der Heiligen. Denken wir darüber nach, können wir nur bewundernd ausrufen: »Herr, wie kommt es, dass Du Dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?« Der Tempel des Heiligen Geistes zu sein, ist das glückselige Teil jedes Heiligen; der lebendige Tempel des Herrn, unseres Gottes, zu sein, ist ebenfalls die hohe Ehre der Gemeinde in ihrer Gesamtheit. Unser Gott wird hier »der Höchste« genannt. Das ist ein würdiger Titel und weist auf Seine Macht, Majestät, Erhabenheit und Vortrefflichkeit hin, und bemerkenswert ist, dass Er als solcher in der Gemeinde wohnt. Wir haben nicht einen großen Gott in der Natur und einen kleinen in Bezug auf die Gnade; nein, die Gemeinde zeugt von einer genauso klaren und überzeugenden Offenbarung Gottes wie die Werke der Natur. Ja, noch erstaunlicher ist die vollendete Herrlichkeit, die zwischen den Cherubim erstrahlt und den Gnadenthron überschattet, der das Zentrum und der Sammelplatz des Volkes des lebendigen Gottes ist. Dass der Höchste inmitten ihrer Glieder wohnt, macht die Gemeinde auf Erden der Gemeinde im Himmel gleich.

»Der HERR der Heerscharen ist mit uns.« Das ist der Grund für alle Sicherheiten Zions und für die Überwindung der Feinde. Der HERR regiert die Engel, die Sterne, die Elemente und das gesamte Heer des Himmels, und die Himmel der Himmel stehen unter Seinem Zepter. Die Heere der Menschen müssen Seinem Willen dienen, wenn sie es auch nicht wissen. Dieser große Befehlshaber aller Landheere und der Großadmiral über alle Seestreitkäfte ist auf unserer Seite – unser erhabener Verbündeter. Wehe denen, die gegen Ihn Krieg führen; denn sie werden wie Rauch vor dem Wind verwehen, wenn Er befiehlt, sie zu zerstreuen. Immanuel ist der HERR der Heerscharen, und Jakobs Gott ist unsere Festung.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

So ist einerseits in dem Dennoch nichts anderes ausgesprochen als Kreuz, Trübsal, Angst, Not und Tod, dazu das Gefühl der Überlegenheit, Macht, Gewalt und List aller unserer Todfeinde, als da sind: Teufel, Sünde und Welt, Fleisch und Blut, welches alles fortwährend darauf aus ist, die Wahrheit und Treue des Wortes Gottes in Verdacht zu ziehen, es Lügen zu strafen und unwirksam zu machen, auf dass die Gläubigen ihre Stellung aufgeben, welche sie in Christo in den Himmeln haben, und das gute Wort Gottes und die Hoffnung der Gerechtigkeit fahren lassen, welche für sie weggelegt ist.

Andererseits ist in dem Worte Dennoch ausgesprochen, dass doch Gott, der Himmel und Erde besitzt, größer ist als die Welt, die im Argen liegt, dass Christus mächtiger ist als der Teufel, das Leben mächtiger als der Tod, die Gnade mächtiger als die Sünde, und dass alles, was aus dem Munde Gottes gegangen, doch allein Wahrheit ist, so dass Gottes Wort wohl Wahrheit bleiben wird, wenn man auch nichts davon sieht, und wenn man auch gegenüber dem listigen Bösewicht aus der Hölle nicht alles beweisen und weder sich selbst noch Gottes Wort behaupten kann. – Die Angefochtenen bedienen sich auch gar keiner Widerrede, sondern sie sagen: Dennoch. Es gehe, wie es will, sie sprechen das Dennoch aus. Ihr mögt mich alle verdammen, alle über mich herfahren, es mit mir machen nach Herzenslust, mich zerfleischen, zu Staub machen und in alle Winde werfen, so werde ich dennoch den Sieg davongetragen haben.

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt,
wie saur er sich stellt,
tut er uns doch nicht;
das macht: er ist gericht't,
ein Wörtlein kann ihn fällen.