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Predigten zu Psalm 46,9

"Der die Kriege beschwichtigt bis an das Ende der Erde, den Bogen zerbricht und den Speer zerschlägt, die Wagen mit Feuer verbrennt."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die frohen Bürger Jerusalems werden eingeladen, hinauszugehen und anzuschauen, was von ihren Feinden übrig geblieben ist, damit sie die überragenden Fähigkeiten des HERRN wahrnehmen und die Beute sehen können, die Seine Rechte für Sein Volk gewonnen hatte. Es täte uns gut, wenn wir genauso sorgfältig Acht hätten auf das fürsorgliche Verhalten unseres Bundesgottes und wir immer gleich Seine Hand in den Kämpfen Seiner Gemeinde wahrnähmen. Wenn wir in Geschichtsbüchern lesen, sollten uns diese Gedanken in den Ohren klingen. Auch die Zeitung sollten wir in derselben Gesinnung lesen, damit wir erkennen, wie das Haupt der Gemeinde die Nationen zum Guten Seines Volkes regiert, so wie Josef um Israels willen über Ägypten herrschte. Die Vernichter vernichtet Er, die Zerstörer zerstört Er. Welchen Nachdruck legt Vers 10 auf diesen Punkt! Die Trümmer der Städte Assyriens, Babylons, der Nabatäer, Baschans und Kanaans sind unsere Schulmeister und berichten uns auf steinernen Tafeln von den Werken des Herrn. Für jeden Ort, der Gottes Sache und Seine Herrschaft missachtete, kam der sichere Untergang; die Sünde wurde den Nationen zum Fluch und ließ ihre Paläste in Trümmer sinken. In den Tagen des Psalmschreibers hat es sicher einige bemerkenswerte Eingriffe Gottes gegen Israels Feinde gegeben, und als er ihre Vernichtung sah, rief er seine Mitbürger heraus, damit sie die schrecklichen Dinge aufmerksam betrachten sollten, die ihretwegen in Gerechtigkeit gewirkt worden waren. Geschleifte Burgen und Klosterruinen in unserem eigenen Land sind Denkmäler der Siege des Herrn über Unterdrückung und Aberglauben. Möge bald noch mehr solcherlei Zerstörung stattfinden.

Das Rühmen der Gottlosen und die furchtsamen Vorahnungen der Heiligen müssten eigentlich weggeblasen sein, wenn sie sehen, was der Herr in früheren Zeiten getan hat. Die Heiden vergessen Gott, sie dienen den Götzen, doch werden sie den Herrn ehren. Lieber Leser, die Aussichten für die Mission sind prächtig, so prächtig wie die Verheißungen Gottes. Möge niemandem der Mut entfallen; die feierlichen Erklärungen des elften Verses müssen sich erfüllen. Das ganze Erdenrund wird noch das Licht Seiner Majestät reflektieren. Und das umso mehr wegen der Sünde, der Widersetzlichkeit und des Hochmuts der Menschen – denn dadurch wird Gott verherrlicht, wenn die Gnade zum ewigen Leben aller Welt Enden regiert.

»Der HERR der Heerscharen ist mit uns; eine Festung ist uns der Gott Jakobs.« Es war richtig, dies zweimal zu singen; denn dies ist eine Wahrheit, der kein Gläubiger überdrüssig wird. Leider oft vergessen, ist sie ein kostbares Vorrecht, das nicht oft genug erwähnt werden kann. Lieber Leser, ist der Herr auf deiner Seite? Ist Immanuel, der »Gott mit uns«, dein Erretter? Besteht zwischen dir und Gott ein solcher Bund wie zwischen Gott und Jakob? Wenn ja, dann bist du dreimal glücklich. Zeige deine Freude in heiligen Liedern, und erweise dich in Trübsalszeiten als ein Mann, indem du deinem Gott trotzdem singst!


Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Der den Kriegen ein Ende macht, Bogen zerbricht, Speere zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid still und erkennet, dass Ich Gott bin. Ich will erhaben sein unter den Völkern, erhaben sein auf Erden." Ps. 46,10 f

"Was nach diesem geschehen werde", - diese gewaltige ernste Frage bewegte einmal bereits den ersten Weltbeherrscher, den König Nebukadnezar, als er auf seinem Lager lag und die Frage erwog, wie sich wohl die weitere Entwicklung der Welt gestalten werde. Sie drängte sich ihm in nie empfundener Stärke auf. Sein Leben war bis dahin von Glück begünstigt gewesen. Die assyrische Macht hatte er zerbrochen, Ninive hatte kapituliert. Die starke gewaltige Macht im Süden, Ägypten unter der Führung Pharao Necho hatte zwar sich aufgemacht, um Nebukadnezars Siegeslauf zu brechen. Bei Karchemis am oberen Euphrat war sie aber so geschlagen worden, dass Necho sich nur noch mit einem Rest seiner Heere retten konnte.

Da war nun noch ein Staat geblieben, von dem in jener alten Welt die Sage ging, dass er unbezwingbar wäre. Das war der theokratische Staat Israels mit seinem Heiligtum in Jerusalem. Doch eines Tages brach auch dieser Staat vor dem mächtigen Herrscher auf dem damaligen babylonischen Weltthron zusammen. - "Was mag nach diesem geschehen?", so fragte Nebukadnezar. Ihm konnte die Antwort nur durch eine Offenbarung werden, die ihm in einem Traum wurde, den Daniel als Prophet ihm dann deutete.

Wir fragen heute auch wieder in Not und Sorge, wie wohl die Zukunft sich gestalten möge. Der Glaube antwortet: sie wird von Gott gestaltet werden! Und wo Gott die Zukunft gestaltet, da gelangt eines Tages doch das Reich Gottes zum Triumph! So vieles, was die Völkerwelt bewegt, wird zur Ruhe gebracht werden durch den, der die Verkörperung eines ewigen Sabbats ist. Und das ist unser Gott, der grösser ist als jede Not der Zeit.

Solch eine Glaubenssprache, wie sie unser Psalmwort hier ausspricht, hätte niemals geführt werden können, wenn der Glaube des Psalmisten nicht bis zu Gott selbst gekommen wäre. Wäre er stehen geblieben bei den Ereignissen der Zeit, - das hätte ihm niemals diese innere Ruhe und diese Gewissheit im Blick auf die Zukunft gegeben. Aber nun schaut er Gott. Er schaut Ihn nicht nur als den, der da in Zion wohnen soll, sondern auch als den, der die Fäden der ganzen Weltregierung in seiner Hand hält. Daher kann der Glaube solch eine gewaltige Sprache führen, wie sie auch hier geführt wird, und mit einer Zukunft rechnen, die einmal unseres Gottes und seines Sohnes Jesu Christi sein wird.