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Predigten zu Psalm 51,10

"Schaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Gib mir einen neuen, gewissen Geist."

Ein Abtrünniger, in dem noch ein einziger Lebensfunke übrig ist, seufzt und sehnt sich nach der Wiedererneuerung. Zu dieser Erneuerung ist die gleiche Wirkung und Kraft der Gnade erforderlich, wie zu unsrer Bekehrung. Wir mussten unsre Sünden von Herzen bereuen; und müssen es auch hier wieder. Wir hatten Glauben nötig, damit wir vor allem konnten zu Christo kommen: und nur eben diese Gnade kann uns auch jetzt wieder zu Ihm zurückführen. Wir mussten eine Zusicherung des Höchsten empfangen, ein Wort aus dem Munde des Allliebenden, damit damals unsre Furcht ein Ende gewönne; wir erfahren bald auch, wenn wir unter dem Druck der gegenwärtigen Sünde stehen, dass wir eine solche Zusicherung jetzt wieder bedürfen. Niemand kann erneuert werden ohne eine ebenso wahre und wirkliche Bezeugung der Macht des Heiligen Geistes, wie er sie zum ersten mal empfunden hat, weil das Werk ebenso groß ist, und weil Fleisch und Blut jetzt ebenso sehr im Wege stehen als je. Lass deine persönliche Schwäche, o Christ, dich dazu veranlassen, dass du mit allem Ernst zu deinem Gott um Hilfe schreist. Bedenke, wie David nicht seine Arme ineinanderschlug oder seinen Mund schloss, als er sich ohnmächtig fühlte, sondern dass er zum Gnadenthron eilte mit der Bitte: "Gib mir einen neuen, gewissen Geist." Lass dich nicht von der Einbildung einschläfern, du könntest nichts tun, denn du seist verlassen; sondern lass dir's einen Stachel in deiner Seite sein, der dich mit furchtbarem Ernst zu dem starken Helfer Israels hintreibe. Ach, dass du Gnade empfingest, mit Gott zu ringen, wie wenn du um dein Leben flehen müsstest: "Herr, gib mir einen neuen, gewissen Geist." Wer ernstlich und aufrichtig zu Gott darum bittet, wird seinen Ernst damit beweisen, dass er die Gnadenmittel gebraucht, die Gott verordnet hat. Bete viel; suche eifrig Nahrung in Gottes Wort; töte die Lüste und Begierden ab, die den Herrn von dir weggetrieben haben; wache sorgfältig über alle Keime künftiger Sünden. Der Herr geht seine eignen Wege; bleibe am Wege sitzen, so bist du bereit, wenn Er vorübergeht. Bleibe in all den seligen Geboten, die deine ersterbenden Gnadenkräfte erfrischen und ernähren können; und dieweil du weißt, dass alle Kraft von Ihm ausströmen muss, so höre nicht auf zu rufen: "Gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht, und nimm Deinen Heiligen Geist nicht von mir."


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Es ist eine wunderbare Gnadenwirkung, nach welcher Gott kraft der Auferstehung Christi aus den Toten, in dem erwählten Sünder das Betrübtsein nach Gott wirkt und daraus eine Reue hervorkommen lässt, welche niemand gereut. Dieses Betrübtsein nach Gott wirkt die Gnade teilweise durch das Gesetz, teilweise durch das Evangelium. Dieses Betrübtsein nach Gott ist in jeglichem, bei welchem wahre Gnade ist, so oft er von der Gewalt der Sünde überfallen wird und des inne geworden ist, wie er an Gott gesündigt hat. Je nach dem Maße einer ergriffen wird von der Gnade und niedergeworfen von der Heiligkeit des Gesetzes, ist dieses Betrübtsein mächtiger. Nicht immerdar ist dieses Betrübtsein bei den Erwählten so lebendig fühlbar, dass sie wissen, dass sie tief betrübt sind nach Gott. Es scheint bisweilen, als wären sie nicht recht betrübt, da klagen sie über Herzenshärte, klagen darüber, dass das Herz nicht brechen und keine Träne aus den Augen hervorkommen will. Es wird ihnen indes umsomehr angst bei einer scheinbaren Verstocktheit unter der Sünde. Es bleibt aber nicht aus, dass immerdar, wenn die Zeit des Herrn da ist, und er sie gnädig anblickt, die Kinder Gottes durch und durch zerschlagen werden, dass ihnen um Trost bange wird, dass sie begehren, das gnädige Antlitz des Herrn von neuem zu sehen, und beten: Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich wenden, die du zerschlagen hast.

Unreinigkeit regt in mir Weh auf Weh.
Sieh', wie ich mich in meinem Aussatz quäle!
Entsünd'ge du mit Ysop meine Seele,
und wasche mich, dann glänz' ich wie der Schnee.
Gewaschen kann ich mich erst wieder freun.
O lass mein Ohr bald Freud' und Wonne hören!
Erquick, denn du zerschlugst mir mein Gebein!
Dann kann mein Herz zur Ruhe wiederkehren.